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Lipidpneumonie durch fetthaltige Sprays und Medikamente

Fetthaltige Mundsprays, Mundsalben oder Nasentropfen können bei falscher Anwendung zu einer schweren und lang andauernden Schädigung der Lunge führen. Davor warnten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP).

„Eingeatmete pflanzliche, tierische oder mineralische Öle und Fette können relativ ungehindert bis in die Lungenbläschen vordringen, da sie in den Atemwegen nur wenig Hustenreiz hervorrufen“, erläutert Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP. Besonders Menschen mit chronischen oder allergischen Atemwegserkrankungen sind davon betroffen, da sie meist regelmäßig auf Inhalationen und andere Behandlungen angewiesen sind. „Wenn sie sich in der Lunge absetzen, kann das zu einer Entzündungsreaktion – einer sog. Lipidpneumonie bzw. fettigen Lungenentzündung – führen. Da dies bei über der Hälfte der Betroffenen zu keinerlei Beschwerden führt, wird die Krankheit oft lange Zeit nicht erkannt. Andererseits gelingt es dem Körper nur sehr langsam, die Fremdstoffe abzubauen. Unbehandelt kann eine Lipidpneumonie allerdings Komplikationen durch eine zusätzliche Entzündung der Bronchien oder Infektionen mit Bakterien und Pilzen (sog. Superinfektionen) verursachen. Wenn die fettigen Substanzen zudem über lange Zeit hinweg immer wieder eingeatmet werden, kann sich auch ein Bronchialkarzinom entwickeln.“

Auch erhöhter Blutfettspiegel oder Sodbrennen kann Ursache sein

Bekannteste Ursache einer Lipidpneumonie dürfte das Feuerschlucken sein, nachdem versehentlich Petroleumdämpfe eingeatmet wurden. „Es gibt auch Patienten mit Sodbrennen, bei denen fettige Substanzen aus dem Magen beim sauren Aufstoßen unbemerkt in die Luftwege gelangen. Betroffen können aber ebenso Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel sein, bei denen die Fette aus dem Blut in die Lunge wandern. Während die meisten Patienten keine Beschwerden haben, leidet nur ein Teil der Betroffenen unter Husten, leichtem Fieber, Brustschmerzen oder Atemnot. Da nur die wenigsten ihre Beschwerden auf den tatsächlichen Auslöser zurückführen können, wird die Erkrankung meist erst per Zufall bei einer Lungenspiegelung oder Computertomografie des Brustkorbs entdeckt.“

Oberstes Gebot: Meiden der fetthaltigen Aerosole

Bei vielen Patienten bessert sich der Gesundheitszustand wieder mit der Zeit, wenn sie das Einatmen der Schadstoffe konsequent unterlassen. „In schweren Fällen können wir die Atmung des Patienten auch durch die Zufuhr von Sauerstoff unterstützen“, fügt Prof. Köhler hinzu. „Gegen erhöhte Blutfette oder Sodbrennen lassen sich bekanntlich geeignete Medikamente einsetzen. Nur wenn die schädigende Ursache der Lipidpneumonie beseitigt ist, kann sich eine langsame Rückbildung der Lungenschäden durch den körpereigenen Abbau der Fremdstoffe vollziehen. Daher ist es sehr wichtig, die Ursache zu erkennen und konsequent zu vermeiden.“

Quelle: Allergikus 01/2014

21.05.14

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