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Wie wird ein Lungenemphysem behandelt?

Das Wort Emphysem stammt aus dem Griechischen. En physao bedeutet Blase. Bei einem Lungenemphysem wird Lungengewebe zerstört, wodurch es zu einer unwiderruflichen Lungenüberblähung kommt. Im Extremfall entstehen aus vorher funktionstüchtigen Lungenbläschen große funktionslose Emphysemblasen.

Da eine Lungenblähung vor allem bei älteren Patienten häufig durch Schadstoffe verursacht wird, ist die wichtigste Maßnahme, diese zu meiden. Aus diesem Grund sollten Belastungen der Lunge wie Feinstaub, Abgase, chemische Reizstoffe im Haushalt wie z. B. Reinigungs- oder Haarsprays minimiert werden. In jedem Fall sollten Betroffene das Rauchen einstellen – egal, ob dies die Erkrankung verursacht hat. Denn Rauchen führt dazu, dass die Krankheit schneller fortschreitet.

Als medikamentöse Therapie werden vor allem sog. Bronchodilatatoren verordnet. Diese Arzneimittel liegen meistens als Dosieraerosole, Tröpfchenvernebler oder Pulverinhalatioren vor und werden inhaliert. So gelangen sie schnell an ihren Bestimmungsort, die Lunge. Dies hat den Vorteil, dass diese Darreichungsformen im Vergleich zu systemisch angewandten Medikamenten wie beispielsweise Tabletten oder Injektionen i. d. R. weniger Nebenwirkungen aufweisen. Die Arzneistoffe wirken bronchienerweiternd und verbessern so die Sauerstoffzufuhr.

Des Weiteren können kortisonhaltige Präparate zum Einsatz kommen, die vor allem entzündungshemmend wirken. Auch diese Arzneistoffe werden, aufgrund einer Reduzierung der Nebenwirkungen, meistens inhaliert. Es kann zum Auftreten von Pilzen oder Stimmbandreizungen kommen. Abhilfe kann, bei richtiger Anwendung, eine Inhalierhilfe, der sog. Spacer schaffen.

Eine Grippe- und Pneumokokkenschutzimpfung kann Atemwegsinfekten vorbeugen. Zudem kann der Arzt Medikamente verschreiben, mit denen die begleitende oder auslösende Erkrankung therapiert wird. Wird das Lungenemphysem beispielsweise durch einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel verursacht, verordnet der behandelnde Arzt i. d. R. eine Substitutionstherapie. Bei dieser wird der fehlende Eiweißstoff mittels regelmäßigen Infusionen zugeführt.

Neben der Impfung sollte der Betroffene sich ausgewogen und vitaminreich ernähren. Denn auch dies kann Infektionen vorbeugen. Da Übergewicht die Atemnot verstärken und Untergewicht zu Atemversagen führen kann, sollten Menschen mit Lungenemphysem normales Körpergewicht anstreben.

Besonders für Patienten mit Lungenemphysem sind sportliche Betätigungen wie beispielsweise Spaziergänge oder Fahrradfahren wichtig. Bei COPD mit Lungenemphysem sollte auf eine ausgewogene Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining geachtet werden. Das Krafttraining kann den einsetzenden Muskelschwund verlangsamen oder verhindern, das Ausdauertraining bessert dagegen die Lungenfunktion. In Lungensportgruppen wird für Patienten mit fortgeschrittenem Krankheitsstadium unter fachlicher Anleitung ein spezielles Training durchgeführt.

Der behandelnde Arzt kann weiterhin das Lungentraining mit sog. PEP-Geräten empfehlen. Die Abkürzung PEP steht für Positive Expiratory Pressure. Der Patient atmet in ein Gerät mit integriertem Widerstand aus, wodurch ein positiver Druck mit Vibrationen entsteht. Durch den Widerstand wird das vollständige Ausatmen geübt, die Vibrationen wirken schleimlösend. Die Handhabung sollte vor der ersten Anwendung unter fachlicher Anleitung geübt werden.

Betroffene mit Lungenemphysem leiden unter einem Sauerstoffmangel, da aufgrund der Zerstörung des Lungengewebes die Abgabe von Kohlenstoffdioxid in die Außenluft sowie die Aufnahme von Sauerstoff in den Körper verringert ist. Eine Sauerstoff-Langzeittherapie vermag diesen Mangel an Sauerstoff auszugleichen, wodurch Folgeschäden vor allem am Herzen reduziert werden können. Eingesetzt werden zum einem stationäre Systeme wie Sauerstoffkonzentratoren, zum anderen tragbare Systemen mit Flüssigsauerstoff. Letzteres ermöglicht den Betroffenen die Beibehaltung ihrer Mobilität. Die nächtliche maschinelle Beatmung über Nasen- oder Gesichtsmasken wird bei schwerem Krankheitsverlauf eingesetzt und trägt zur Erholung der Atemmuskulatur bei.

Operative Verfahren bei einem Lungenemphysem

Im fortgeschrittenen Stadium können zwei operative Verfahren, die Lungenvolumenreduktion und die Lungentransplantation zum Einsatz kommen. Die Lungenvolumenreduktion wird eingesetzt, wenn beispielsweise große Emphysemblasen das benachbarte, noch funktionsfähige Lungengewebe zusammendrückt. In diesem Fall wird das zerstörte Gewebe entfernt und dadurch die Überblähung gemindert.

Die Lungentransplantation kommt nur im Endstadium infrage. Hier wird die Lunge komplett durch eine Spenderlunge ersetzt. Im Anschluss an die Transplantation müssen die Patienten starke Medikamente einnehmen, um die Abstoßungsreaktionen des Körpers gegenüber dem fremden Organ zu unterdrücken. Um für eine Lungentransplantation infrage zu kommen, müssen die Betroffenen verschiedene Kriterien erfüllen. So sollten sie z. B. bei einer Doppellungentransplantation jünger als 60 Jahre und bei einer Einzellungentransplantation nicht älter als 65 Jahre sein. Die Kriterien richten sich darüber hinaus i. d. R. nach den individuellen Lebens- und Erkrankungsumständen.

Quelle: COPD und Asthma 1/2015

12.06.15

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