- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Atemwegserkrankungen - Lungenfibrose - Therapie - Leben mit Lungenfibrose – Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Leben mit Lungenfibrose – Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei einer Lungenfibrose bildet sich in der Lunge vermehrt Bindegewebe. Die Folge ist, dass das Organ versteift und den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen kann. Patienten leiden daher an Symptomen wie Luftnot und Reizhusten. Ziel der Behandlung ist, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder sogar zu stoppen. Hierfür stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Grundsätzlich wird die Lungenfibrose in zwei Kategorien unterteilt – je nachdem, ob die Ursachen bekannt sind oder nicht. Denn in etwa 50 % der Fälle bleibt der Auslöser für diese Erkrankung unentdeckt. Dann spricht man von einer idiopathischen Lungenfibrose. In den restlichen Fällen können Ärzte feststellen, was die Lungenfibrose verursacht hat. Das können Infektionen mit bestimmten Erregern, bestimmte Medikamente, Bestrahlungstherapien, die beispielsweise bei Krebserkrankungen durchgeführt werden, Herzschwäche, Nierenversagen sowie verschiedene Schadstoffe wie Quarzstaub, Asbest oder Rauchen sein. Aber auch Krankheiten, die sich auf den gesamten Organismus auswirken, wie Sarkoidose, eine entzündliche Erkrankung des Bindegewebes mit Gewebeneubildungen, sowie Sklerodermie, bei der sich die Haut allein oder die Haut und innere Organe verhärten, oder eine rheumatoide Arthritis können eine Lungenfibrose verursachen.

Woran erkennt man eine Lungenfibrose?

Leider gibt es keine charakteristischen Früherkennungszeichen, denn alle Symptome können auch bei anderen Erkrankungen der Lunge und des Herzens auftreten. Ein erstes Symptom bei einer Lungenfibrose ist meistens ein trockener Reizhusten sowie Atemnot bei körperlicher Anstrengung. Im Gegensatz zur COPD liegt das Atemproblem jedoch in der Phase des Einatmens. Bei fortgeschrittener Erkrankung tritt die Atemnot auch in der Ruhe auf. Weitere Symptome sind körperliche Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Gewichtsabnahme, leichtes Fieber sowie Zyanose (bläuliche Verfärbung der Haut).

Kann eine Lungenfibrose geheilt werden?

Bei der Lungenfibrose kommt es zum narbigen Umbau des Lungengewebes. Da sich diese nicht mehr zurückbilden, kann sie daher nicht geheilt werden. Aus diesem Grund ist das Ziel der Therapie, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder sogar zu stoppen. Wichtig für den Therapieerfolg ist dabei, wie geschädigt die Lunge zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ist und welcher Auslöser dieser Krankheitsentwicklung zugrunde liegt. Denn je früher man beginnt, umso eher stoppt die Schädigung der Lunge und umso besser sind die Aussichten für den Patienten. Dies gilt aber leider nur für einen Teil der Auslöser, z.B. bei den allergischen Lungenerkrankungen. Es gibt auch Lungenfibrosen, die, selbst wenn Sie im Frühstadium entdeckt und therapiert wurden, weiter fortschreiten.

Behandlung der sekundären Lungenfibrose

Bei bekannter Ursache ist die wichtigste Maßnahme, die Lungen schädigenden Stoffe zu meiden. Haben Infektionen mit Bakterien die Lungenfibrose verursacht, wird der Arzt i. d. R. Antibiotika verschreiben. Sollten Schadstoffe im beruflichen Umfeld des Betroffenen die Erkrankung ausgelöst haben, kann ein Wechsel des Arbeitsplatzes notwendig werden. In jedem Fall sollten die Patienten das Rauchen aufgeben. Denn dieses schädigt die Lunge und sorgt, egal ob es ursächlich für die Krankheit ist oder nicht, dafür, dass die Lungenfibrose schneller fortschreitet.

Zusätzlich erhält der Patient meist Medikamente, die den Entzündungsprozess eindämmen sollen. Hierfür kommen Arzneimittel, die das Immunsystem und die Aktivität der Bindegewebszellen hemmen, sog. Immunsuppressiva, zum Einsatz. Der Arzt kann auch verschiedene Kortisonpräparate verordnen. Diese wirken antientzündlich sowie antiallergisch und können inhaliert, als Tabletten oder direkt über die Vene verabreicht werden. Da aber der Erfolg eines solchen Therapieansatzes leichter nicht garantiert ist, müssen die Betroffenen häufiger durch den Arzt kontrolliert und dann ggf. auch die Therapie verändert werden. Bei Atemnot erhalten die Betroffenen mit einer Atemwegsobstruktion, wie es für die COPD und das Asthma typisch wäre, Bronchodilatatoren, die die Bronchien erweitern und so das Atmen erleichtern.

Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose

Die Behandlung dieser Form der Lungenfibrose hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Früher wurde angenommen, dass eine chronische Entzündung der Lungenbläschen die Krankheit auslöst. Es zeigte sich aber, dass Betroffene mit idiopathischer Lungenfibrose selten auf Kortisonpräparate und Immunsuppressiva ansprachen. Selbst hoch dosiertes N-Acetylcystein, das eine antioxidative Wirkung besitzt, war letztendlich in wiss. Studien nicht erfolgreich. Aber es gibt zwei neuere Präparate, die die typische Lungenfunktionsverschlechterung bei dieser Erkrankung verlangsamen können, nämlich Pirfenidon und Nintendanib. Allerdings haben beide Medikamente viele Nebenwirkungen, wie z.B. eine Lichtempfindlichkeit mit der Möglichkeit schon bei geringer Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand zu entwickeln.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Zusätzlich zu der Therapie mit Medikamenten sollten Betroffene Atemgymnastik betreiben und sich einer Lungensportgruppe anschließen. Denn eine übermäßige körperliche Schonung führt dazu, dass die Muskulatur abgebaut wird und so die körperliche Belastbarkeit weiter abnimmt. Wissenschaftliche Studien zur Effektivität dieser Maßnahmen bei der Lungenfibrose gibt es allerdings nicht, aber sie unterstützen das subjektive Wohlbefinden.

Manchmal, insbesondere wenn im But ein Sauerstoffmangel nachgewiesen wurden, ist eine Sauerstoff-Langzeittherapie sinnvoll, denn die Verabreichung von Sauerstoff über einen längeren Zeitraum verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit. In diesem Fall erhält der Betroffene über 16 Stunden pro Tag den Sauerstoff über eine Nasensonde. Tritt der Sauerstoffmangel nur bei körperlicher Belastung auf, können tragbare Geräte mit flüssigem Sauerstoff verwendet werden. Diese schränken die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen weniger ein. Mittels Nasen-, Mund-Nasen- und Gesichtsmasken können Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen auch zu Hause, z.B. nachts beatmet werden. In einigen Fällen, insbesondere wenn die o.g. Medikamente nicht zu dem gewünschten Therapieerfolg führen, kann als letzte Behandlungsmöglichkeit eine Lungentransplantation nötig werden.

Grundsätzlich gehört heute die Diagnostik und Therapie der eher selten auftretenden, dafür aber häufig durch schwere und komplikative Krankheitsverläufe charakterisierten Lungenfibrosen in Fachhände. Fachabteilungen in Krankenhäusern und Spezialsprechstunden helfen den Betroffenen die für sie beste Betreuung zu finden.

Quelle: COPD und Asthma 1/2015

09.06.15

Newsletter An-/Abmeldung

Code: BLVU