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Entstehung von Lungenfibrose

Die Medizin kennt heute weit mehr als 100 verschiedene Formen der Lungenfibrose und ihrer Ursachen. Manche Menschen werden krank, weil sie Tauben züchten, andere wiederum, weil sie Asbest oder andere Schadstoffe einatmen. Bei ca. jedem zweiten Lungenfibrosepatienten ist der Grund für die Entstehung der Lungenfibrose jedoch weitgehend unklar.

Vielfältige Gründe für die Entstehung von Lungenfibrose

Schadstoffe aus der Luft, bestimmte Medikamente, eine Strahlen- oder Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung sowie systemische Krankheiten (unter anderem Sarkoidose), das Rauchen, chronische Virusinfektionen oder genetische Anlagen – alle diese Faktoren können für die Entstehung einer Lungenfibrose verantwortlich sein. Doch nicht in allen Fällen kann man die Entstehung einer Lungenfibrose eindeutig einer bestimmten Ursache zuordnen.

Lungenfibrose durch organischen Staub und Allergene

So kann beispielsweise das Einatmen von organischem Staub – wie zum Beispiel Eiweiße aus Vogelkot und -federn – bei manchen Menschen eine Lungenentzündung als allergische Reaktion auslösen und damit die Entstehung von Lungenfibrose begünstigen. Auch das Inhalieren von Mikroorganismen wie Schimmelpilzallergenen, Hausstaubmilben und Pilzsporen sowie von Chemikalien kann die Entstehung einer Lungenfibrose, in diesem Fall einer exogen-allergischen Alveolitis, verursachen.

Lungenfibrose: exogen-allergische Alveolitis

Die allergieauslösenden Schadstoffe wie Bakterien, Pilzsporen, Staub von Vogelfedern und kot oder Chemikalien sind oft im beruflichen Umfeld des Lungenfibrosepatienten zu finden. Dazu wurden in der Vergangenheit auch die Krankheitsbilder benannt: So beispielsweise die Farmerlunge (schimmliges Heu und Getreide), das Befeuchterfieber (Klimaanlagen, Luftbefeuchter), die Käsewäscher (Käseschimmel) und die Vogelzüchterlunge (Kot von Wellensittichen, Tauben, Geflügel). Allerdings reagieren nur sehr wenige Menschen allergisch auf diese Stoffe.

Lungenfibrose durch anorganischen Staub

Das Einatmen von Schadstoffen wie Asbestfasern, Quarzkristallen, Beryllium-, Aluminium- sowie Hartmetallstaub kann ebenfalls die Entstehung von Lungenfibrose fördern. Der Körper kann diese anorganischen Substanzen nicht abbauen, sodass eine Entzündung des Lungenbindegewebes entstehen kann, welche die Lungenbläschen schädigt und schließlich zu Lungenfibrose führen kann. Solche Staubinhalationskrankheiten (Pneumokoniosen) sind in der Regel berufsbedingte Krankheiten. Sie treten jedoch weitaus häufiger auf als die exogen-allergische Alveolitis.

Lungenfibrose durch Silikose

Vor diesem Hintergrund ist eine der bekanntesten und am häufigsten auftretenden berufsbedingten Krankheiten, welche mittel- bis langfristig zur Entstehung von Lungenfibrose führt, die Quarzstaublunge (Silikose). An ihr können Menschen, die im Bergbau, in Steinmetz-Betrieben, in Glas- und Keramikfabriken oder in der Reinigungsmittelindustrie gearbeitet und über einen langen Zeitraum massiv Quarzstaub eingeatmet haben, erkranken. Auch andere Arbeiten – wie zum Beispiel Sandstrahlen oder im Tunnelbau – können die Entstehung von Lungenfibrose begünstigen. Je nach Intensität der Quarzstaub-Belastung vergehen bis zu 15 Jahre, bevor erste Symptome von Lungenfibrose auftreten.

Lungenfibrose durch toxische Gase und Dämpfe

Weitere Schadstoffe, die die Entstehung von Lungenfibrose nach sich ziehen können, sind toxische Gase (unter anderem Nitrosegase, Chlorgase, Phosgen, Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid, Dämpfe (zum Beispiel Rauchgas) und verschiedene Aerosolteilchen (unter anderem Rußpartikel, Pollen, Nebel aus einer Spraydose). Sie können das Lungengewebe so stark reizen, dass es zu Entzündungen und zur Entstehung von Lungenfibrose kommt.

So steht auch Haarspray im Verdacht, bei lang anhaltender und starker Belastung der Atemluft die Entstehung von Lungenfibrose zu fördern. Gase, die leicht löslich sind, wie Ammoniak oder Chlor, lösen im Mund und Rachen schnell Reizungen aus und werden deshalb meist weniger tief eingeatmet. Deshalb haben sie – im Gegensatz zum Beispiel zu Stickstoffdioxid – in der Regel weniger Auswirkungen.

Lungenfibrose durch Infektionen

Bakterielle oder virale Infektionen fördern ebenfalls die Entstehung von Lungenfibrose. Hiervon sind insbesondere Personen mit einem durch eine Strahlen- oder Chemotherapie geschwächten Immunsystem betroffen: Sie sind anfälliger für Infektionen durch Bakterien und Viren, die in die Lunge eindringen und die Entstehung von Lungenfibrose fördern.

Lungenfibrose durch systemische Krankheiten

Die Sarkoidose – eine entzündliche Erkrankung des Bindegewebes, bei der sogenannte Granulome, knötchenförmige Gewebeneubildungen entstehen – gehört zu den systemischen Krankheiten, die die Entstehung einer Lungenfibrose verursachen können. Vor allem Lunge, Lymphknoten und Leber sind bei Sarkoidose betroffen. Andere systemische Krankheiten, durch die ebenfalls die Entstehung von Lungenfibrose gefördert wird, sind zum Beispiel Lupus erythematodes, Sklerodermie und rheumatoide Arthritis.

Idiopathische Lungenfibrose

Eine Idiopathische Lungenfibrose kann man keiner eindeutigen Ursache zuordnen. Hier kommt es aus bisher noch unbekannten Gründen (=idiopathisch) zu einer Vermehrung von Fibroblasten (Bindegewebszellen) und einer starken Ablagerung von Kollagen. Es wird vermutet, dass Viren hier die Entstehung von Lungenfibrose verursachen – bewiesen ist diese Annahme jedoch noch nicht.

Die unter Idiopathischer Lungenfibrose leidenden Menschen sind in der Regel um die 65 Jahre alt. Vor dem 50. Lebensjahr ist die Erkrankung eher selten.

Andrea Kristian

31.08.12

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