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Lungensport bei COPD: An die Bedürfnisse anpassen

Bewegung ist für Menschen mit Lungenerkrankungen wichtig. Denn hiermit lässt sich die Abwärtsspirale aus „Angst vor Atemnot – Vermeidung von körperlicher Aktivität – Konditionsmangel – Atemnot bei geringerer Belastung“ durchbrechen. Wichtig ist, dass der Sport an die Bedürfnisse von Lungenkranken angepasst ist und – natürlich – Spaß macht.

Durch die Bewegung kann die Leistungsfähigkeit der Muskulatur, des Bewegungsapparates sowie des Herz-Kreislauf-Systems gefördert werden. Dadurch erhört sich die Belastbarkeit und die Lebensqualität steigt. Eine Langzeitstudie mit 200 COPD-Patienten kam zu dem Ergebnis, dass sich umso schneller die Muskulatur abbaut, je weniger sich die Betroffenen bewegen. Umso mehr verringert sich aber auch ihre Belastbarkeit. Laut Deutscher Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin kommt es bei Menschen mit COPD aufgrund mangelnder Bewegung pro Jahr zu einem Verlust von rund ein Kilogramm an Muskelmasse. Dabei sind die Betroffenen auf die Muskulatur, insbesondere auf die Atemhilfsmuskulatur, angewiesen. Gleichzeitig verschlechtert sich auch die Lungenfunktion sowie der Gesundheitszustand. Kurz gesagt: Wer sich schont, muss öfters ins Krankenhaus und stirbt früher.

Gemäßigter Sport senkt Sterblichkeit

Allerdings muss man als Betroffener keinen Hochleistungssport betreiben oder sich besonders lang sportlich betätigen: Eine Viertelstunde Spazierengehen reicht schon aus, um die Sterblichkeit um 14 % zu senken und die Lebenserwartung um durchschnittlich drei Jahre zu erhöhen. Wichtig dabei ist, dass die körperliche Belastung regelmäßig durchgeführt wird. Doch wie kann man sich zum Sport oder den täglichen kleinen Spaziergang motivieren? Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie empfiehlt hier Schrittzähler. Diese liefern ein objektives Feedback darüber, wie viele Schritte man am Tag zurückgelegt hat. Dadurch können sie Menschen mit Lungenerkrankungen dabei unterstützen, ihre angestrebte Schrittanzahl zu erreichen. Auch Bewegungs-Apps oder andere Verfahren, mit deren Hilfe man seine Aktivität dokumentieren kann, können motivierend wirken. Manchmal kann aber auch das soziale Umfeld – z. B. die regelmäßige Teilnahme an einer Lungensportgruppe – motivierend wirken.

Auch Betroffene mit Asthma sollten regelmäßig Sport treiben

Sport ist auch für Menschen mit Asthma wichtig. Dadurch kann sich die Schwelle, an der Belastungsasthma ausgelöst wird, erhöhen. Häufigkeit und Schwere von Asthmaanfällen können sich so reduzieren. Vermeiden sollten Betroffene allerdings sportliche Betätigungen mit abrupten Wechsel zwischen hoher Belastung und Ruhe. Auf diese können die Atemwege nämlich mit asthmatischen Beschwerden reagieren. Besser geeignet sind Ausdauersportarten, die nicht nur Herz und Kreislauf stärken, sondern auch die Atemtiefe verbessern. Auch Krafttraining ist geeignet, da dadurch die Atemmuskulatur gekräftigt wird.

Lungensport – speziell an die Bedürfnisse von Menschen mit Lungenerkrankungen angepasst

Am Anfang einer jeden Lungensportstunde steht das Gruppengespräch, in dem der ausgebildete Trainer die Schwerpunkte und Ziele erläutert. Zudem messen die Teilnehmer ihren Peak-Flow. In der Aufwärmphase wird mit Übungen die Muskulatur aufgewärmt und das Herz-Kreislauf-System sowie der Bewegungsapparat auf das kommende Training vorbereitet. In der Hauptphase folgen Übungen, die die Kraft erhalten oder wiederherstellen sollen. Außerdem werden in der Hauptphase Ausdauer und Koordination sowie Beweglichkeit trainiert.

Wichtig ist, dass sich Lungenerkrankte gemäß ihrer Erkrankung belasten. Dazu gehören auch individuelle Erholungsphasen. Als vierter Teil der Hauptphase folgt die Atemtherapie, bei der die Teilnehmer Selbsthilfetechniken bei Atemnot lernen und üben. Am Ende einer Übungsstunde werden i. d. R. Entspannungsübungen oder Partnermassagen durchgeführt. Hier wird die Muskulatur gelockert und die Atmung sowie das Herz-Kreislauf-System beruhigt.

Betroffene bewerten Lungensport positiv

97 % gaben bei einer Befragung von ca. 500 Teilnehmer einer Lungensportgruppe an, dass sie Lungensport anderen Betroffenen weiterempfehlen würden. 99 % fühlten sich in der Lungensportgruppe gut aufgehoben und 94 % waren sehr zufrieden. 87 % bestätigten die Aussage „Zum Sport gibt es keine Alternative“ und 93 % gaben an, dass bei ihnen der Sport einen hohen Stellenwert habe. 7 % der Teilnehmer würden sich jedoch wünschen, dass ein Arzt an den Sportstunden teilnimmt. Die Teilnehmer der Umfrage litten zum großen Teil unter mehrerer Erkrankungen und waren nicht mehr berufstätig. In der Woche betrieben sie etwa 60 bis 90 Minuten den Lungensport. Laut den Befragten war vor allem der Kontakt und der Austausch mit ebenfalls Betroffenen sowie eine verbesserte Alltagsbewältigung der wichtigste Nutzen des Lungensports. Daneben gaben sie an, weniger an Atemnot zu leiden, besser belastbar und kompetenter beim Umgang mit der Krankheit zu sein als vor dem Lungensport.

Quelle: COPD und Asthma 2/2017

07.08.17

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