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Lymphödem bei Brustkrebs: Bewegung erhöht Lebensqualität

„Das Lymphgefäßsystem ist die Gesundheitspolizei des Körpers“, erklärt Annette Dunker, Fachübungsleiterin Rehabilitation für Orthopädie, Innere Medizin und Neurologie. Denn: Das Lymphgefäßsystem übernimmt die komplette Versorgung. Das bedeutet konkret: Die Lymphgefäße transportieren das gesamte Wasser, Eiweiße, Zellreste, Bakterien und andere Stoffe aus der Haut, Unterhaut, Muskulatur, den Gelenken und Sehnenscheiden ab. Die Lymphknoten filtern dann die Lymphe, d. h., die Flüssigkeit wird von Bakterien und Giftstoffen usw. befreit, die dann über den Urin ausgeschieden werden.

Doch nicht immer arbeitet das Lymphgefäßsystem störungsfrei. Krebspatientinnen können nach ihrer Therapie von Lymphödemen betroffen sein. Die Ursachen sind unterschiedlich. So kann im Rahmen einer Operation das Lymphgefäßnetz beschädigt werden. Abhängig vom Erkrankungsstadium werden u. U. darüber hinaus Lymphknoten entfernt. Auch durch eine Bestrahlung kann ein Ödem entstehen.

„Grundsätzlich ist ein Lymphödem immer eine chronische Erkrankung“, betont Annette Dunker. Die Ödeme werden i. d. R. mit der Physikalischen Ödemtherapie behandelt. Die Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) besteht aus fünf Säulen: Manuellen Lymphdrainage (MLD), Kompressionsbehandlung (Bandage/Kompressionsversorgung), Hautpflege, körperlicher Aktivität (Bewegung und Entstauung) und einer Patientenschulung, also dem Selbstmanagement. „Die gesamten Säulen der KPE sind wichtig und zwingend erforderlich, denn die Behandlung funktioniert nur im Team. Der Behandlungserfolg ist nur gewährleistet, wenn es nicht zu einer Unterbrechung der „Therapiekette“ kommt“, verdeutlicht Annette Dunker. Und ergänzt: „Der Mensch muss im Rahmen einer Ödembehandlung immer als Ganzes gesehen werden.“

Entstauungsgymnastik bei einem Lymphödem

Grundsätzlich gilt: Der Lymphfluss funktioniert nur mit Bewegung. Das beste Rezept gegen geschwollene Knöchel oder müde Beine lautet deshalb nicht ausruhen, sondern Bewegung. „Die richtige Dosierung ist wichtig“, gibt die Expertin zu bedenken. „Das muss jeder für sich herausfinden, nur Mut!“

Zu einer guten komplexen physikalischen Entstauungstherapie gehört aus diesem Grund auch die Entstauungsgymnastik. Die Bewegung ist eine Säule der Therapie und in der Leitlinie fest verankert. „Jede Patientin, die Lymphdrainage verordnet bekommt, sollte zusätzlich an der Entstauungsgymnastik teilnehmen“, rät Annette Dunker.

Eine Übungsstunde beginnt i. d. R. mit dem gemeinsamen Aufwärmen, gefolgt von einer Eigenlymphdrainage. Den Hauptteil nimmt dann die Funktionsgymnastik speziell für Lymphödempatientinnen ein, aber auch Spiel und Spaß zum Ausklang der Stunde kommen nicht zu kurz. Zu beachten ist, dass eine Entstauungsgymnastik immer nur in Kompression stattfinden soll. Die gut sitzende lymphologische Kompressionstherapie entwickelt in Bewegung ihre beste Wirkung.

Mit regelmäßiger Entstauungsgymnastik und der damit verbundenen Bewegung können Betroffene an Lebensqualität zurückgewinnen. „Sie lernen so, mit der Erkrankung zu leben und nicht gegen sie“, verdeutlicht Annette Dunker den Ansatz. Denn die Gymnastik hat neben der Wiederherstellung der Beweglichkeit, der Verbesserung des Herz-Kreislauf-Systems und der Vermeidung von Schonhaltungen auch immer die Akzeptanz des eigenen Körpers und den Abbau von Ängsten zum Ziel. „Auch der Erfahrungsaustausch in der Gruppe hilft den Patientinnen“, weiß Annette Dunker aus Erfahrung.

Quelle: Leben? Leben! 2/2017

01.08.17

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