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Lymphödeme bei Krebs – so sieht die Behandlung aus

Lymphödeme entstehen als Folge von Gewebeverletzungen in den Lymphbahnen. Bei Menschen mit Krebs kann dies beispielsweise bei der Operation passieren, aber auch eine Strahlentherapie kann ein Lymphödem verursachen. Vergleichsweise oft betroffen sind Frauen mit Brustkrebs, bei denen es nach Entfernung oder Bestrahlung des Achsellymphknotens zu einem Lymphödem im Arm kommt. Generell kann es aber auch in den Beinen auftreten, etwa bei Entfernung der Lymphknoten in den Leisten.

Bei einem Lymphödem ist der Abfluss der Lymphe gestört. Die Lymphe fließt über die Lymphbahnen durch den gesamten Organismus und transportiert beispielsweise Glukose, Proteine und Enzyme. Sind die Lymphbahnen geschädigt, kommt es zu Stauungen und Schwellungen, die in verschiedenen Schweregraden auftreten können – von nicht sichtbar (Stadium O) bis hin zu elefantenartig und hart (Stadium III), informiert die Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Lymphödeme.

Physikalische Entstauungstherapie bei Lymphödemen: Das gehört dazu

Lymphödeme werden mit der sog. physikalischen Entstauungstherapie behandelt. Die Therapie läuft in zwei Phasen ab: Zunächst soll sie eine Rückbildung des Lymphödems bewirken, dann soll dieser Zustand optimiert und gehalten werden. Hinter dem Begriff physikalische Entstauungstherapie verbergen sich verschiedene Unterbehandlungen bzw. Therapiebestandteile.

Zum einen wird die manuelle Lymphdrainage angewendet. Dies ist eine spezielle Form der Massage, die von einem speziell ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführt wird. Sie besteht laut Leitlinie aus vier Grundgriffen, die einen Dehnreiz auf die Haut ausüben sollen.

Weiterer Bestandteil der physikalischen Entstauungstherapie ist eine Kompressionstherapie. Hierfür werden spezielle komprimierende Wechselbandagen bzw. medizinische Kompressionsstrümpfe verwendet. Erstere müssen in der Entstauungsphase täglich gewechselt werden und sollten fast den ganzen Tag angelegt bleiben, etwa 18 bis 22 Stunden. Die Kompressionstrümpfe werden maßgeschneidert angefertigt und müssen nach der Entstauungsphase meist lebenslang getragen werden, damit das Lymphödem nicht wieder auftritt.

Dritte Säule ist die Bewegungs- und Atemtherapie. Hier absolviert man entstauende Übungen, wie eine spezielle tiefe Bauchatmung, soll sich aber auch regelmäßig bewegen und Sport treiben. Geeignet sind beispielsweise Walking bzw. Nordic Walking, Langlauf, Radfahren, Schwimmen (mit einem besonderem Augenmerk auf Hygienemaßnahmen) sowie eine medizinische Trainingstherapie bzw. Krafttraining, das ggf. in einem vom Physiotherapeuten geleiteten Studio stattfindet.

Was sollten Menschen mit Lymphödemen noch beachten?

Neben der konsequenten Therapie ist es für Menschen mit Lymphödem essenziell, die Haut richtig zu pflegen. Empfehlenswert sind Pflegeprodukte, die die häufig trockene Haut im Bereich des Lymphödems, vor dem Austrocknen bewahren und daher sog. natürliche dermale Feuchthaltefaktoren enthalten, wie Urea oder Ceramide.

Und schließlich sollten Menschen mit einem Lymphödem sich auch an bestimmte Verhaltensregeln halten: So sollte man unbedingt darauf achten, dass man sich z. B. bei der Haus- oder Gartenarbeit nicht verletzt sowie Belastungen auf der betroffenen Seite (Heben und Tragen schwerer Gegenstände) vermeiden. Auch auf einengende Kleidung (Gürtel, enge BHs etc.) oder Schmuck (Ringe) sollten Betroffene auf der gestauten Seite bzw. am gestauten Körperteil in jedem Fall verzichten.

Quelle: Befund Krebs 4/2016

28.11.16

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