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Lymphödemen nach Brustkrebs vorbeugen

Am Anfang eines Bewegungsprogramms zur Vorbeugung gegen ein Lymphödem stehen Entspannungs- und Atemübungen sowie das lockere Durchbewegen der Schultern und Gelenke ohne schmerzhaften Zug auf die frische Naht. Einfache Übungen, die sich aber sehr effektiv auf die Saug- und Pumpfunktion der Lymphbahnen auswirken und ohne Bedenken auch im Weiteren mehrfach am Tag durchführbar sind.

Die körperliche Belastung ist nach und nach wieder zu steigern – bitte nicht vergessen, dabei Pausen einzulegen, denn wenn der Körper viel arbeitet, entsteht auch viel Lymphe, die abtransportiert sein will. Nicht Leistungsdenken, sondern seelische Ausgeglichenheit sollte das Ziel sein. Zu beachten ist, dass Witterungseinflüsse wie kalter Wind, Sonne, Kälte oder Hitze das Lymphgefäßsystem mehr belasten, als man denkt. Sich übermäßig zu schonen, völlig einzuschränken oder aber ängstlich wegen eines Lymphstaus zu sein, ist nicht nötig. Es ist Gelegenheit, die körperliche Wahrnehmung zu schulen und bei Reaktion des Körpers entsprechend zu handeln (langsamer machen, sich auch mal Ruhe gönnen, Arm bzw. Beine hochlagern).

Tragen eines Spezial-BHs

Bequemes Schuhwerk mit flachen Absätzen und locker sitzende, funktionsgerechte Kleidung sind zu bevorzugen, damit Atmung und Lymphe ungestört fließen können. Insbesondere bei Unterwäsche und Strümpfen (bei Krebserkrankungen im Bereich der unteren Körperhälfte) ist auf weiche, breite Bündchen und flache Nähte zu achten – die Lymphe fließt bereits 0,5 mm unter der Hautoberfläche. Speziell nach Brustoperationen kann zunächst ein flächiger Schlauchverband oder eine Kompressions-Bandage/-BH besser die Lymphe abfließen lassen als ein enger und einschneidender Bügel-BH. Im Weiteren sind dann sog. lymphentlastende BHs im Fachhandel erhältlich, ggf. erfüllt ein guter Sport-BH den gleichen Zweck – es lohnt sich, verschiedene Modelle zu prüfen und in Ruhe auszuwählen. Wenn eine Prothese angepasst wird, wird mittlerweile auf deren geringes Gewicht geachtet. Einem „Schiefwerden“ im Schulter-Wirbelsäulenbereich nach Brustamputation begegnet man besser mit angepasster Bewegung oder Krankengymnastik als mit einer schweren Prothese.

Wer ein chronisches Lymphödem bei Krebserkrankungen bekommt und wer nicht, lässt sich leider vorweg nicht sagen. Es ist aber allen anzuraten, eine unnötige Gefährdung der Hautregion, die zu einem operierten Lymphknotengebiet gehört, zu vermeiden. Im Berufsleben ist Gefahrenverhütung und Schutzkleidung heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Dies sollte nun auch für den privaten Alltag gelten. In Haushalt und Garten, bei Hobbys, Sport oder im Umgang mit Haus- oder anderen Tieren ist schnell mal ein Hautkratzer, ein Insektenstich oder eine Verletzung passiert. Ein geeignetes Desinfektionsmittel und moderne Wundpflaster zur Hand zu haben, kann in diesem Fall einer Entzündung vorbeugen. Unterwegs oder auf Reisen hilft eine kleine „Notapotheke“, die man sich zusammenstellen lassen sollte. TIPP: Immer gleich bei Ärzten/Kliniken/Physiotherapeuten erzählen, dass ein Lymphödem besteht bzw. entstehen könnte. Gerade für medizinische Routinemaßnahmen (Blutdruckmessen, Blutabnahmen, Infusionen, Spritzen/Impfungen etc.) bieten sich alternative Körperstellen an.

Auch die Lebensweise birgt Risiken

Auch der heutige Lifestyle birgt Risiken für Verletzungen/Entzündungen, etwa intensive Sonnenbäder bzw. Sonnenbrand, Epilieren/Rasieren der Achseln oder Beine, Piercing, Tattoo, Laserungen etc. Fragen Sie sich, ob solche Dinge wirklich im gefährdeten Hautgebiet nötig sind. Jede Patientin muss letztlich ihre individuelle Situation immer wieder aufs Neue durchdenken und entscheiden, welche Änderungen sie in ihrer Lebensführung vornimmt. Viele Hinweise zum Lymphödem auf Infozetteln von Fachkliniken/-gesellschaften und spezialisierten Fachleuten können als erste Anregung dienen. Von generellen Verboten wie „keine Sauna mehr“ oder „nichts Schwereres als 5 kg heben“, davon ist man im Rahmen der Lymphödemvorbeugung allerdings abgekommen.

Quelle: Leben? Leben! 2/2011

08.06.17

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