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Männer, Frauen und unerfüllter Kinderwunsch

Wenn das „Natürlichste der Welt“, nämlich ein Kind zu empfangen, einfach nicht klappen will, kann das zu einer großen Belastungsprobe für die Beziehung werden. Ein zentrales Element des gemeinsamen Lebensplanes lässt sich nicht wie erwartet oder vielleicht gar nicht umsetzen. Das stellt diese Paare vor viele und schwierige Entscheidungen. Sehr häufig gibt es in einer Beziehung unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie weit man für ein (eigenes) Kind gehen möchte: Ob man es auf medizinischem Weg überhaupt versucht und welche Behandlungsmöglichkeiten für einen infrage kommen, ob man lieber ein Kind adoptiert oder eines in Pflege nimmt oder ob man kinderlos bleibt und keine weiteren Schritte unternimmt – hierüber können die Auffassungen sehr unterschiedlich sein.

Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl

Hinzu kommt, dass das Selbstwertgefühl des in seiner Fruchtbarkeit eingeschränkten Partners nach der Diagnosestellung zumindest für einige Zeit sehr leiden kann. Viele, Männer wie Frauen, brauchen Zeit bis sie sich wieder als „richtiger Mann“ oder „richtige Frau“ fühlen und sind teilweise zunächst vor allem damit beschäftigt, mit sich selbst wieder ins Reine zu kommen, bevor sie gemeinsam Pläne für das weitere Vorgehen entwickeln können. Hier ist es ausgesprochen wichtig, miteinander zu reden und spätestens jetzt eine Gesprächskultur zu entwickeln, in der man auch über schmerzliche Dinge offen miteinander sprechen kann.

Männer und Frauen gehen anders mit Problemen um

Männer und Frauen haben jedoch typischerweise unterschiedliche Strategien, um mit Krisen zurechtzukommen. Während es für Frauen häufig sehr wichtig ist, viel über ein Problem zu reden und dabei auszudrücken, welche Gefühle sie mit den verschiedenen Lösungswegen verbinden, legen Männer oft mehr Wert darauf, eine praktisch umsetzbare Lösung zu finden, ohne sich viel darüber auszutauschen. Mit der für Krisen typischen Dünnhäutigkeit interpretieren Frauen dann das Schweigen ihrer Männer als Desinteresse, während die Männer das Gesprächsbedürfnis ihrer Frauen als zielloses Zerreden empfinden. Es ist hilfreich, anzuerkennen, dass beide Arten mit Problemen umzugehen Vor- und Nachteile haben. Es kann in einer Partnerschaft unterschiedliche Lösungswege geben. Wenn das Bedürfnis nach Gesprächen unterschiedlich groß ist, ist es meist sinnvoll, die Kinderwunschgespräche auf feste „Sprechzeiten“, beispielsweise auf eine feste Stunde wöchentlich, zu begrenzen. Außerdem tut es gut, nicht nur alles mit dem Partner allein auszumachen, sondern auch mit engen Freunden, Verwandten oder auch einem Kinderwunschberater/einer Kinderwunschberaterin über das Problem zu sprechen.

Unerfüllter Kinderwunsch und Sexualität

Eine weitere Herausforderung für viele Paare ist, ihre Sexualität während des Versuchs, ein Kind zu zeugen, weiterhin lustvoll zu gestalten. Fast alle Menschen finden es schwierig, „auf Kommando“ zum fruchtbarsten Zeitpunkt Sex zu haben. Es hat sich bewährt, „zweck- und lustorientierten“ Sex mental zu trennen. Außerhalb der fruchtbaren Zeit kann man sich als Paar bewusst Zeit für eine lustvolle Zweisamkeit nehmen.

Viele Paare nehmen in der schwierigen Kinderwunschzeit professionelle Hilfe in Anspruch, um gut informiert Entscheidungen zu treffen und zu verhindern, dass die Partnerschaft durch die Krise dauerhaft Schaden nimmt. Kompetente Berater und Beraterinnen in der Nähe des eigenen Wohnortes finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung (BKiD).

Dr. med. Judith Zimmermann

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 1/2017

05.07.17

Unerfüllter Kinderwunsch
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