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Magen-Darm-Beschwerden als Begleiterscheinung

Die MS kann direkt oder indirekt die Arbeit des Verdauungstrakts beeinträchtigen. So können einerseits Nerven geschädigt sein, die an der Tätigkeit von Magen und Darm beteiligt sind, andererseits können sich weitere MS-Symptome, insbesondere Bewegungseinschränkungen, auf den Verdauungstrakt auswirken. So begünstigt etwa Bewegungsmangel Verstopfung.

Zu den Verdauungsbeschwerden, die bei MS häufig sind, gehört daher in erster Linie Verstopfung – fachsprachlich Obstipation genannt –, aber auch die Unfähigkeit den Stuhl zu halten (Stuhlinkontinenz) kommt im Verlauf der Krankheit manchmal vor. Durchfall hingegen hat meist andere Ursachen als die MS, kann aber im Zusammenhang mit der MS stehen. So wirkt sich u. U. das seelische Befinden auf den Verdauungstrakt aus – mögliche Folgen können Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sein. Außerdem können MS-Medikamente als Nebenwirkung Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen.

Häufiges Problem Verstopfung

Verstopfung bei MS ist in vielen Fällen die Folge von Bewegungsstörungen des Darms. Der Darm transportiert den Nahrungsbrei verlangsamt weiter, die Frequenz der Stuhlentleerung geht zurück, der Darm entleert sich nicht vollständig, der Stuhlgang schmerzt. Von Verstopfung sprechen Mediziner, wenn sich der Darm seltener als dreimal wöchentlich entleert. Auch Schmerzen beim Stuhlgang, ausgelöst durch harten Kot, können auf eine Verstopfung hindeuten. Als chronisch gilt die Verstopfung, halten die Probleme bei der Darmentleerung bereits drei Monate an.

Zu den Faktoren, die Verstopfung begünstigen, zählen Bewegungsmangel, eine zu geringe Trinkmenge (weniger als 1,5 bis 2 Liter pro Tag) sowie eine ballaststoffarme Kost. Wenn möglich, sollten Menschen mit MS sich mehr bewegen und mehr trinken und sich zugleich ballaststoffreich – u. a. mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten – ernähren. Oft regt dies den Darm an und die Verstopfung geht zurück. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können Abführmittel wie Lactulose oder Macrogol den Darm in Bewegung bringen. Ist der Stuhl sehr hart, kann er u. U. durch Glyzerinzäpfchen aufgeweicht werden. Auch Einläufe (Klistiere) helfen, den Darm zu entleeren. Sollte die Verstopfung auf Probleme mit dem Schließmuskel zurückzuführen sein, weil dieser sich nicht entspannen kann, schafft eventuell die Injektion von Botulinumtoxin Abhilfe.

Stuhlinkontinenz, Durchfall, Übelkeit

Die Ursache für eine Stuhlinkontinenz liegt i. d. R. in der MS begründet. Empfindungsstörungen etwa können dazu führen, dass Enddarm und Schließmuskel nicht mehr zwischen Gasen und festem Darminhalt unterscheiden können oder der Stuhldrang nicht länger zu spüren ist. Auch wenn die Muskulatur am Schließmuskel erschlafft, kann Stuhlinkontinenz die Folge sein. Da Stuhlinkontinenz für die Betroffenen sehr unangenehm ist, tut i. d. R. eine rasche Behandlung not. Sinnvoll kann es sein, den Darm regelmäßig gezielt zu entleeren, etwa durch Klistiere oder mithilfe der sog. transanale Irrigation, bei der Wasser in den Darm eingeführt wird. Dies setzt nach kurzer Zeit die Stuhlentleerung in Gang. Auch eine Ernährungsumstellung trägt dazu bei, die Stuhlinkontinenz in den Griff zu bekommen. So sollten Betroffene weitgehend auf Nahrungsmittel verzichten, die Blähungen verursachen (z. B. bestimmte Kohlsorten), und die Zufuhr von Speisen einschränken, die die Bewegung des Darms fördern. Hilfsmittel wie Analtampons verschaffen Sicherheit im Alltag.

Durchfall und Übelkeit haben bei MS ihren Ursprung häufig in der Psyche. Bei länger anhaltenden Beschwerden ist daher u. U. eine psychologische Psychotherapie sinnvoll. Die Beschwerden können auch als Nebenwirkung verschiedener Medikamente auftreten.

Quelle: Befund MS 3/2016

21.12.16

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