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Magenkeim muss immer behandelt werden

Eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori kann zu lebensbedrohlichen Krankheiten wie Magenkrebs und Geschwüren führen. Meistens bleibt sie aber harmlos. Dennoch muss ein Befall mit dem Bakterium in jedem Fall therapiert werden. “Eine Infektion mit Helicobacter kann zu einer Reihe von Erkrankungen führen”, erläutert Professor Joachim Labenz, Siegen. Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählen Magenschleimhautentzündungen, Geschwüre im Magen oder im Zwölffingerdarm, Tumore im Lymphgewebe und Magenkrebs. Allerdings bleibt die Infektion in den meisten Fällen symptomfrei, nur bei etwa einem Fünftel der Betroffenen führt sie zu einer Erkrankung. Aus diesem Grund zögern Ärzte und Patienten bei der Diagnose häufig, die Infektion zu behandeln.

“Die Frage: Behandeln oder nicht? ist eindeutig zu beantworten: Jede Infektion sollte therapiert werden”, so Prof. Labenz. Zwar gebe es Hinweise darauf, dass das Bakterium vor bestimmten Erkrankungen schütze; beispielsweise hätten Fettleibigkeit, Sodbrennen und Speiseröhrenkrebs in Ländern mit abnehmender Helicobacter-Durchseuchung zugenommen. Ein direkter Zusammenhang sei aber bisher nicht erwiesen. Zudem sei es noch nicht möglich, zuverlässig eine möglicherweise harmlose von einer riskanten Infektion zu unterscheiden. “Nach kritischer Abwägung aller bisherigen Erkenntnisse, scheint das Risiko einer Infektion weit größer als deren Nutzen zu sein”, sagt Prof. Labenz. Schließlich könne ein Träger des Helicobacter jederzeit schwer erkranken. Außerdem reduziere eine erfolgreiche Therapie das Risiko für andere Menschen, ebenfalls von dem Keim befallen zu werden. Die Behandlung einer Helicobacter-Infektion ist nicht immer einfach. Doch in mehr als 90 Prozent der Fälle könne der Keim eliminiert werden, so die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten.

Quelle: Medical Press

15.10.15

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