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Mangelernährung bei Krebs

Viele Krebspatienten leiden im Laufe ihrer Erkrankung an Mangelernährung und Auszehrung – auch Tumorkachexie genannt. Sie bauen Fett- und Muskelmasse ab – oft, ohne dass sie das überhaupt möchten, informiert die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Etwa die Hälfte der Menschen mit Krebs ist davon betroffen, besonders oft kommt ein ungewollter Gewichtsverlust in höherem Ausmaß bei Kopf-Hals-Tumoren, bei Tumoren im oberen Magen-Darmbereich, bei sehr aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen und bei kleinzelligem Lungenkrebs vor. Bei anderen Krebsarten wie Brustkrebs kommt eine Mangelernährung hingegen selten vor.

Wodurch entsteht Mangelernährung?

Oft findet ein erster Gewichtsverlust bereits vor der Diagnose statt – laut eines Berichts der Pharmazeutischen Zeitung ist eine Gewichtsabnahme ohne besonderen Grund oft ein typischer Hinweis auf eine Krebserkrankung. Ursachen hierfür gibt es viele: Der Tumor selbst, Nebenwirkungen der Therapie wie Übelkeit oder Schleimhautentzündungen, Ängste und Depressionen, Appetitverlust oder Veränderungen des Geschmacksinns oder ein Zusammenspiel dieser Faktoren können dazu führen, dass der Betroffene zu wenig isst und der Gewichtsverlust oft noch weiter fortschreitet. Laut DKG kann der Tumor den Stoffwechsel beeinflussen: Bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die Zytokine, bewirken, dass das Hungergefühl ausbleibt, obwohl der Körper Fett und Muskeln abbaut. Es kommt zu einem sog. katabolen Zustand, bei dem mehr Muskel- und Fettmasse abgebaut wird als neu gebildet werden kann.

Die Folgen einer Mangelernährung können sehr ernst sein: Nach einem Bericht des Ärzteblatts kann sie zum einen den Erfolg der Krebstherapie beeinträchtigen. Zum anderen macht sie die Erkrankten anfälliger für Infektionen aller Art. Nicht zuletzt ist Auszehrung bei Menschen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen oft auch eine der letztendlichen Todesursachen.

Behandlungsoptionen bei Mangelernährung

Welche Therapiemöglichkeiten stehen Krebspatienten, die unter Mangelernährung leiden, zur Verfügung? Wichtig ist zum einen, dass diese rechtzeitig erfolgt, betont die DKG. Denn meist ist eine Mangelernährung fortschreitend (progredient). Zum anderen gibt es mehrere Punkte, an denen die Behandlung ansetzen sollte. So gibt es die Möglichkeit, sowohl Medikamente einzunehmen, die den Appetit steigern, als auch solche, die die Wirkung der Zytokine hemmen. Weitere medikamentöse Optionen sind Steroide, nicht-steridale antientzündliche Mittel, Aminosäuren und Thalidomid, so die DKG. Oftmals werden die verschiedenen Wirkstoffe auch kombiniert. Unterstützt werden sollte der Betroffene auch durch eine Ernährungsberatung und mit auf ihn abgestimmten Maßnahmen, die beispielsweise eine hochkalorische, proteinhaltige Ernährung, körperliches Training und psychologische Hilfe bei Ängsten und Depressionen beinhalten. Daneben sollte auch eine Behandlung der Nebenwirkungen erfolgen, die das Essen schwer machen, wie Übelkeit oder Schleimhautentzündungen.

Gegessen werden sollte, was der Patient gern mag und verträgt – in Zusammenarbeit mit einem Ernährungsberater lässt sich so ein individueller Speiseplan erstellen, der die notwendigen Vitamine und Nährstoffe enthält und auf dem Nahrungsmittel, die für Übelkeit und Schleimhautreizungen sorgen können, vermieden werden, so die DKG. Dies ist zumindest dann möglich, wenn der Patient noch feste Nahrung zu sich nehmen kann. Ist dies nicht der Fall, gibt es die Möglichkeit, Flüssig- bzw. Trinknahrung, in der alle wichtigen Nährstoffe enthalten sind, aufzunehmen. Bei starker, nicht mehr aufzuhaltender Mangelernährung gibt es schließlich noch die Möglichkeit der künstlichen Ernährung über einen Venentropf.

Quelle: Befund Krebs 2/2017

19.06.17

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