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Morbus Basedow

Was ist Morbus Basedow?

Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, bei der durch eine Fehlsteuerung des körpereigenen Immunsystems die Schilddrüse angegriffen wird. Morbus Basedow geht meist mit einer Kropfbildung (Struma), einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder einer Beteiligung des Auges, einer sogenannten endokrinen Orbitopathie, einher.

Morbus Basedow: Die Schilddrüse

Die Schilddrüse, betroffen bei Morbus Basedow, ist ein hormonproduzierendes Organ, welches sich im Bereich des Halses befindet. Beim Menschen hat es eine Schmetterlingsform und liegt unterhalb des Schildknorpels des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Bedingt durch die Form können drei Regionen unterschieden werden, zwei Lappen und der sie verbindende schmale Streifen, der sogenannte Isthmus. Bei einem erwachsenen Menschen wiegt die Schilddrüse etwa 18 bis 60 Gramm. Bei Frauen wird ein Volumen von bis zu 18 Milliliter als normal betrachtet, bei Männern entsprechen bis zu 25 Milliliter der Norm. Gewicht und Größe sind aber natürlichen individuellen Schwankungen unterlegen, wobei bei Frauen während des Zyklus geringfügige Veränderungen dieser Parameter auftreten können.

Die Funktion der Schilddrüse liegt in der Produktion dreier wichtiger Hormone, die für den Stoffwechsel Relevanz haben. Dies sind T3 (Trijodthyronin), T4 (Thyroxin) und Calcitonin. Calcitonin spielt eine Rolle im Kalziumstoffwechsel. Die beiden anderen Hormone sind Teil des sogenannten thyreotropen Regelkreises. Die Hormonproduktion der Schilddrüse wird durch den Hypothalamus und die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) reguliert. Die Hypophyse bildet TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon), welches eine verstärkte Produktion von T3 und T4 zur Folge hat. Durch entsprechend hohe Konzentrationen dieser beiden Hormone wird die Produktion von TSH wiederum gehemmt, sodass hier eine strenge Regulierung des Hormonspiegels geschieht. Die Bildung von TSH kann durch ein Hormon des Hypothalamus, das TRH (Thyreotropin freisetzendes Hormon), induziert werden.

Das Gewebe der Schilddrüse besteht aus kleinen Bläschen, den Schilddrüsenfollikeln. In ihnen wird eine Vorstufe der Schilddrüsenhormone T3 und T4, das Protein Thyreoglobulin, gespeichert. Es bildet eine zähe Masse, die auch als Kolloid bezeichnet wird. Ausgekleidet sind die Follikel von einer speziellen Zellschicht, dem Follikelepithel.

Morbus Basedow: Die Schilddrüsenhormone T3, T4 und Calcitonin

T3 und T4 sind Jodverbindungen. Sie werden von den Follikelepithelzellen der Schilddrüse gebildet, die daher auf eine ausreichende Zufuhr von Jod angewiesen sind. Schilddrüsenhormone wirken auf Herz und Kreislauf. Sie bewirken eine Steigerung der Herzfrequenz, eine Erhöhung des Blutdrucks und eine Erweiterung von Gefäßen. Sie steigern den Umsatz des Kohlehydrat- und Fettstoffwechsels. Auch in Bezug auf die Darmmotorik und die Produktivität der Talg- und Schweißdrüsen wird eine Aktivitätssteigerung ausgelöst. Im Nervensystem verstärken Schilddrüsenhormone die Erregbarkeit der Zellen.

Die Wirkung entsteht, indem T3 oder T4 an Rezeptoren binden, über die die Zielzellen verfügen. T3 ist in der Zielzelle um ein Vielfaches wirksamer als das vermehrt gebildete T4. Dort kann T4 allerdings in T3 umgewandelt werden.

Calcitonin wird in der Schilddrüse von speziellen Zellen, den sogenannten parafollikulären Zellen, gebildet. Es senkt den Kalziumspiegel im Blut und fungiert als Gegenspieler (Antagonist) des Parathormons. Im Zusammenspiel mit diesem reguliert es die extrazelluläre Kalziumkonzentration.

Symptome von Morbus Basedow

Zu den typischen Symptomen von Morbus Basedow, die oftmals relativ plötzlich auftreten, zählen ein verstärktes Schwitzen, eine Abneigung gegen Wärme, schlechter Schlaf, Nervosität, Zittern und eine starke Reizbarkeit. Des Weiteren ist meist der Herzschlag beschleunigt und der Blutdruck beim Morbus Basedow erhöht. Es tritt oft beim Morbus Basedow ein Gewichtsverlust auf, obwohl die Betroffenen einen gesteigerten Appetit haben. Zudem kann es beim Morbus Basedow zu Durchfall, Haarausfall und Muskelschmerzen kommen.

Vergrößert sich beim Morbus Basedow die Schilddrüse, spricht man von einem Kropf (Struma). Das Organ wird beim Morbus Basedow dann am Hals, insbesondere bei zurückgebeugtem Kopf, sichtbar. Der Kropf kann beim Morbus Basedow ein Druckgefühl am Hals und Schluckstörungen auslösen. In seltenen, besonders schweren Fällen beim Morbus Basedow kann eine Luftnot auftreten.

Im Rahmen eines Morbus Basedow kann eine endokrine Orbitopathie auftreten. Dabei erscheinen die Augen übermäßig groß und weit aufgerissen. Die Augäpfel treten beim Morbus Basedow verstärkt aus der Augenhöhle hervor. Ursache ist eine Zunahme des Gewebes hinter dem Augapfel, die bei etwa 50 % der Patienten mit Morbus Basedow auftritt. Eine endokrine Orbitopathie, verursacht durch Morbus Basedow, kann verschiedene Probleme bereiten, wie zum Beispiel einen verschlechtern Augenschluss oder das Gefühl eines Fremdkörpers.

Häufigkeit von Morbus Basedow

Morbus Basedow ist eine Krankheit, die Frauen häufiger trifft als Männer – auf sieben erkrankte Frauen kommt ein erkrankter Mann. Insgesamt sind in Deutschland etwa 6 % bis 8 % der Bevölkerung von Morbus Basedow betroffen, wobei Morbus Basedow innerhalb von Familien gehäuft auftreten kann. Morbus Basedow erscheint oftmals nach hormonellen Umstellungen wie der Pubertät, einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren. Ein Drittel der Morbus Basedow Betroffenen ist jünger als 35 Jahre, wobei die Erkrankung bereits im Kindesalter auftreten kann.

Lydia Köper

12.06.12

Morbus Basedow
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