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Wie bekomme ich bei MS das passende Hilfsmittel für mich?

Hilfsmittel gleichen körperliche Einschränkungen aus (z. B. Gehhilfen und Rollstühle), sie tragen dazu bei, Beschwerden zu lindern (z. B. Inhalationsgeräte), sie erleichtern die Durchführung von Alltagstätigkeiten, sie schützen vor weiteren körperlichen Problemen, etwa bei der Dekubitus-Vorbeugung, und sie erleichtern die Pflege pflegebedürftiger Personen.

Die Kosten für eine Vielzahl von Hilfsmitteln übernehmen bei Verordnung durch den Arzt die gesetzlichen Krankenkassen. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass ein Hilfsmittel nötig ist, um den Erfolg einer Behandlung sicherzustellen, um eine Behinderung auszugleichen bzw. ihr vorzubeugen oder um die Ernährung, Hygiene oder die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sicherzustellen. Das Hilfsmittel sollte zudem im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung vorkommen. Doch auch, wenn Letzteres nicht der Fall ist, erstatten Krankenkassen u. U. auf Antrag die Kosten für ein Hilfsmittel, wenn der Antragsteller begründen kann, dass es medizinisch erforderlich ist. Bei allen erstattungsfähigen Hilfsmitteln müssen gesetzlich Versicherte i. d. R. 10 % der Kosten dazu zahlen bzw. wenigstens 5, maximal 10 Euro pro verordnetes Hilfsmittel. Nicht oder nur anteilig erstattet werden Gegenstände des alltäglichen Bedarfs, die jeder Mensch benötigt oder z. B. ein Extra im Sport- und Freizeitbereich sind. So sind z. B. Laufbänder nicht erstattungsfähig, selbst wenn sie dazu beitragen, die Gehfähigkeit zu erhalten.

Sich informieren ist das A und O

Hilfsmittel gibt es in verschiedenen Ausführungen und von unterschiedlichen Herstellern. Es kann daher manchmal schwierig sein, auf Anhieb das passende Hilfsmittel zu finden. Manche Hilfsmittel müssen MS-Betroffene zudem erst einmal ausprobieren, um festzustellen, ob sie mit ihnen zurechtkommen. Ein Beispiel hierfür sind Rollstühle. Es gibt so viele unterschiedliche Varianten, dass es sinnvoll ist, mehrere zu testen, bevor man sich für ein Modell entscheidet.

Bei Hilfsmitteln wie Rollstühle ist eine Beratung in einem Sanitätshaus angebracht. Diese passen einen Rollstuhl (oder ein vergleichbares Hilfsmittel) nach der Auswahl zudem individuell an. Auch der Arzt, der das Hilfsmittel verordnet, kann u. U. Hilfestellung geben. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, ist es sinnvoll, sich zunächst eingehend beraten zu lassen, sich dann für ein bestimmtes Hilfsmittel zu entscheiden und erst danach den Arzt um eine Verordnung zu bitten. Denn legt der Arzt etwa bei der Verordnung eines Rollstuhls nicht genau fest, um was für eine Art Rollstuhl es sich handeln soll (z. B. um einen Aktivrollstuhl), erstattet die Krankenkasse u. U. nur die Kosten für ein preiswerteres, aber ungeeignetes Modell. Das Gleiche gilt für andere Hilfsmittel, die längere Zeit im Gebrauch sind, z. B. für Badewannenlifte oder Rollatoren.

Über die im Internet zu findende Datenbank Rehadat können sich Patienten über Hilfsmittel informieren, z. B. darüber, welches Hilfsmittel es in welchen Variationen und von welchen Herstellern es gibt, welche Funktionen es erfüllt und was es kostet. Gleichzeitig findet sich auf dieser Website auch das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung, sodass Patienten sofort recherchieren können, ob das von ihnen gewählte Hilfsmittel erstattungsfähig ist.

Quelle: Befund MS 1/2017

21.08.17

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