Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen
IVW
- Anzeige -Anzeige: Bayer MS Werbebanner jpg

Kliniken in Ihrer Nähe

Multiple Sklerose (MS): Neue Therapiemöglichkeit entdeckt

Das Böse zum Guten bekehren – was nach Wunschtraum und Märchen klingt, ist einer MS-Forschungsgruppe um Prof. Dr. Ralf Gold, Vorstandsmitglied des Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) und seinem Arbeitsgruppenleiter Dr. ...

 

Protein schützt Nervenzellen vor Schäden

Neue Entdeckungen könnten in der Zukunft die Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) verbessern: Erstmals haben Mediziner jene Immunzellen manipuliert, die bei der Krankheit das Nervensystem angreifen. Mit diesen T-Zellen schleusten die ...

 

Neuer Arzneistoff gegen MS zeigt Wirkung

Forschende des Universitätsspitals und der Universität Basel berichten von erfolgreichen klinischen Studien über den Arzneistoff Fingolimod zur Behandlung von Multipler Sklerose. Die Forschungsresultate erscheinen in der Fachzeitschrift New England Journal ...

 

Therapie der MS und ihrer Symptome

Die Multiple Sklerose kann bis heute nicht kurativ (heilend) behandelt werden. Mit der Therapie sollen stattdessen folgende Ziele erreicht werden: Rückbildung der mit Schüben einhergehenden Symptome, Vorbeugung weiterer Schübe, Verhindern ...

 

Blutdrucksenker stoppt Entzündung im Gehirn

Gemeinsame Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberger Wissenschaftler haben einen neuen Signalweg von Gehirnzellen entdeckt, der erklärt, wie weitverbreitete Blutdruckmittel Entzündungsherde bei Multipler Sklerose (MS) eindämmen können. ...

 

Sie sind hier: Startseite - Neurologie - Multiple Sklerose - Therapie von MS - Stammzellentransplantation bei schubförmiger MS

Stammzellentransplantation bei schubförmiger MS

20.02.09.

Die Multiple Sklerose ist eine entzündliche immunvermittelte Erkrankung des zentralen Nervensystems und häufigste Ursache bleibender neurologischer Behinderung im jüngeren Erwachsenenalter. Als Ursache werden fehlgeleitete Immunantworten gegen Moleküle in Gehirn und Rückenmark angenommen. Hierauf basieren Behandlungsmethoden mit immunmodulierenden bzw. immunsuppressiven Medikamenten. Diese führen aber in der Mehrzahl nicht zu einem andauernden Krankheitsstopp, sondern viele Patienten erleiden weiter Schübe und erfahren eine zunehmende Behinderung.

Die autologe hämatopoetische Stammzellentransplantation

Dieses Verfahren wurde in der Vergangenheit bei einer Reihe von Autoimmunerkrankungen eingesetzt, um eine sehr starke Unterdrückung des Immunsystems bzw. die Eliminierung schädlicher zellulärer Bestandteile mit nachfolgendem Ersatz durch patienteneigene Knochenmarks-Immunstammzellen zu erreichen. Hierbei werden durch Zytostatika und Immunsuppressiva
(„Konditionierung“) sog. Blut-Vorläuferzellen aus dem Knochenmark der Patienten freigesetzt, eingefroren und später dem Patienten zurück infundiert. Man unterscheidet hierbei Verfahren, die je nach Wahl der Zytostatika und Immunsuppressiva zu einer kompletten Eliminierung des Knochenmarks führen („myeloablativ“) von solchen, die „milder“ sind und das Knochenmark nicht zerstören („nicht-myeloablativ“).

Bisherige nicht-kontrollierte Studien bei Patienten vornehmlich mit fortgeschrittener sekundär progredienter MS haben keine eindeutig überzeugenden therapeutischen Wirkungen gezeigt. Dies mag daran liegen, dass eine solche Behandlung im Stadium der sekundären Progression zu spät kommt, da der Krankheitsprozess dann nicht mehr wesentlich von immungetriggerten Entzündungsreaktionen vorangetrieben wird.

In jedem Fall ist der mögliche Nutzen einer solchen invasiven Therapie gegen potenzielle Risiken abzuwägen. Am schwerwiegendsten ist die mit diesem Verfahren verbundene Sterblichkeit, die etwa bei 3,3 Prozent liegt. In der im März-Heft der internationalen Fachzeitschrift The Lancet Neurology publizierten Phase-Ib/IIa-Studie erhielten Patienten ein milderes Konditionierungsverfahren mit Cyclophophamid und Alemtuzumab bzw. Antithymozytenglobulin. Eingeschlossen wurden 21 Patienten (mittleres Alter 33 Jahre, mittlere Krankheitsdauer 5 Jahre) mit schubförmiger Multipler Sklerose.

Beeindruckende Ergebnisse

Nach drei Jahren hatten sich 81 % aller Patienten um einen Punkt auf der Behinderungsskala EDSS verbessert. Auch kognitive Funktionen und Lebensqualität waren deutlich gebessert. 62 % der Patienten hatten weder klinisch noch in der Kernspintomografie Krankheitsaktivität. Es gab keine Todesfälle und keine sehr gravierenden Nebenwirkungen. 23 % der Patienten erlitten allerdings sechs bis 16 Monate nach der Behandlung einen neuerlichen Schub.

Es handelt sich um die erste prospektive monozentrische Studie, die in Chicago duchgeführt wurde und die ein solches nicht myeloablatives
(„mildes“) Regime der autologen Immunstammzelltransplantation bei jüngeren MS Patienten mit relativ kurzer Krankheitsdauer und im Stadium der Schubaktivität untersuchte – und die Resultate sind ermutigend. Allerdings bedarf es einer prospektiven randomisierten Studie, um die positiven Ergebnisse bei einer größeren Patientenzahl zu verifizieren und mögliche kurz- und langfristige Nebenwirkungen dieser Therapie zu erfassen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist also diese Behandlung noch experimentell und keinesfalls ein Routineverfahren.

Quelle:
Burt RK, Loh Y, Cohen B, et al. Autologous non-myeloablative haemopoietic stem cell transplantation in relapsing-remitting multiple sclerosis: a phase I/II study. The Lancet Neurology 2009; 8: 244-253. (Abstract: http://www.thelancet.com/journals/laneur/article/PIIS1474-4422(09)70017-1/fulltext)

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Sachverwandte Themen

Weitere Artikel

Alle 90 sachverwandten Artikel anzeigen

Zum Abkürzungsverzeichnis

- Anzeige -Anzeige: Bayer MS Sky jpg