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Multiple Sklerose (MS): Neue Therapiemöglichkeit entdeckt

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Zellmanipulation gegen Multiple Sklerose

23.01.09.

Forscherin im Labor

Foto: Shutterstock

Forscherteam an Uni Würzburg und Madison findet neuen Therapieansatz

Würzburg (AP) Neuer Ansatz im Kampf gegen Multiple Sklerose: Forschern ist es im Tierversuch gelungen, einen für die Verschlechterung des Krankheitsbildes verantwortlichen Zelltyp so zu manipulieren, dass sich die Symptome verbesserten. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler an den Universitäten Würzburg und Madison (USA) wurden in der Fachzeitschrift «Journal of Neuroscience» veröffentlicht, wie die Uni Würzburg erklärte.

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Dabei zerstören körpereigene Abwehrzellen die Isolationsschicht der Nervenfasern, die sogenannte Myelinscheide, so dass Nervenimpulse nicht mehr richtig weitergeleitet werden können. Aktuellen Schätzungen zufolge leiden weltweit etwa 2,5 Millionen Menschen an MS, in Deutschland sind es rund 122.000. Jährlich kommen 2.500 neue Fälle hinzu. Frauen erkranken fast doppelt so häufig wie Männer.

Die Forscher fanden nun heraus, dass die sogenannten dendritischen Zellen eine Schlüsselrolle im fehlgeleiteten Angriff des Immunsystems auf das Nervensystem spielen, wie der Leiter der Klinischen Forschungsgruppe Multiple Sklerose an der Uni Würzburg, Professor Heinz Wiendl erklärte. Im Tierversuch habe sich der Krankheitsverlauf immer dann verschlechtert, wenn im Gehirn eine erhöhte Anzahl von dendritischen Zellen anzutreffen war.

Manipulation hemmt Entzündung

Diese Zellen verursachen aber nicht selbst die Schäden an den Nervensträngen. Sie sorgen dafür, dass große Mengen weiterer Immunzellen, sogenannter Effektor-Zellen, ins Nervensystem einwandern, die dann Entzündungen hervorrufen und andere Immunzelltypen wie Fresszellen anlocken. Dadurch werde die Schädigung der Myelinscheide vorangetrieben.

Den Wissenschaftlern gelang es, die dendritischen Zellen zu manipulieren. Wurden sie mit speziellen körpereigenen Botenstoffen behandelt, aktivierten sie keine Effektor-Zellen mehr, sondern andere Zellen, die Entzündungsprozesse hemmten. Durch diese Behandlung sei die bei Tieren simulierte MS seltener ausgebrochen. Außerdem seien die Symptome gelindert worden, erklärte Wiendl.

Eine Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen sei allerdings nicht so einfach möglich, schränkte er ein. Es werde daher wohl noch Jahre dauern, bis die gewonnenen Erkenntnisse die Grundlage für eine Therapie der MS bilden können.

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