Frauen mit Multipler Sklerose (MS) sollten ihre Babys zumindest in den ersten Monaten nach der Entbindung stillen. Dies senkt das Risiko für einen neuen Krankheitsschub deutlich, wie eine kleine Studie zeigt.
Gewöhnlich bessert sich die Autoimmun-Erkrankung während der Schwangerschaft, aber danach steigt das Risiko für einen Rückfall wieder deutlich an. Aus diesem Grund möchten viele Frauen nach der Geburt des Kindes wieder ihre Medikamente nehmen – was ein Stillen des Kindes ausschließt.
Aber darauf, dass dieses Stillen nicht nur den Kindern Vorteile bietet, sondern auch die Mütter vor einem neuen Krankheitsschub schützt, deutet eine kleine Untersuchung an rund 60 Frauen gleichen Alters hin. Von jenen Teilnehmerinnen, die gar nicht oder nur sehr kurz stillten, erlitten im ersten Jahr nach der Entbindung fast 90 Prozent einen solchen Schub. Dies passierte aber lediglich 36 Prozent der Frauen, die mindestens zwei Monate lang ihr Kind an die Brust nahmen.
Dieses Resultat wecke Zweifel an der Ansicht, dass MS-Patientinnen auf das Stillen verzichten sollten, um möglichst früh wieder Medikamente einzunehmen, schreibt Annette Langer-Gould von der Universität Stanford in der Zeitschrift «Archives of Neurology». Nun müsse geklärt werden, worauf der Schutzeffekt des Stillens beruhe.
Quelle: The Associated Press
20.06.09