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Möglich ist alles – Porträt eines willensstarken Mannes

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Berichte von Betroffenen anderen Patienten Mut machen, denn der gute Wille kann bekanntlich Berge versetzen. Bertram Götz gehört zweifellos zu den Kämpfern und deswegen wollen wir unseren Lesern seine Geschichte vorstellen.

Der ehemalige Raumausstatter Bertram Götz ist seit ungefähr zehn Jahren an Multipler Sklerose erkrankt und da er Rechtshänder ist, kennt er „das Gefühl, mit der rechten Hand nichts mehr schreiben oder das Essen schneiden zu können“ gut. Während ihm seine Frau Elke das Essen anfangs noch in mundgerechte Stücke geschnitten hatte, da er das Besteck nicht halten konnte, braucht Herr Götz ihre Unterstützung inzwischen nicht mehr. Er kann das nämlich wieder selbst.

Schreibübungen

Dank der Übungen mit seiner Ergotherapeutin kehrte die Empfindung in die am meisten gebrauchte, aber auch stark betroffene rechte Hand zurück. Die beiden erreichten dies, indem Herr Götz anfing, beliebige Texte abzuschreiben. Für einen gesunden Menschen klingt diese Methode recht simpel und ist ohne großen Krafteinsatz auszuführen, ein MS-Betroffener dagegen muss bei diesen Übungen häufig sehr diszipliniert und ausdauernd sein, um seine Hand wieder für solche alltäglichen Dinge wie Schreiben oder Essen gebrauchen zu können. Bertram Götz’ starker Wille machte die positive Entwicklung möglich. So schreibt er in seinem Brief an die Redaktion: „Wenn die Hand [vom Abschreiben] müde wird, so kann ich immer noch Mandalas ausmalen, bis die Hand endgültig streikt und auf jede weitere Arbeit verzichtet.“ Das Halten von Farbstiften gab ihm „wieder die Kraft und Ausdauer in die Hand“, wobei die Mandala-Malerei mittlerweile zu einem Hobby des 39-Jährigen geworden ist. Aber allein mit einer „Abschreibtherapie“, die seine Hand erneut stark und funktionsfähig machte, gibt sich Bertram Götz nicht zufrieden. Auf einem Hometrainer trainiert er regelmäßig seine Beine und Füße.

Erstaunliche Erfolge

Die Erfolge, die Bertram Götz auf diese Weise in den letzten fünf Jahren erzielt hat, sind erstaunlich. Wenn man sich seine ersten Schreibversuche ansieht, die mit Mai 2000 datiert sind, so lässt sein per Hand geschriebener und an die Redaktion adressierter Brief von heute an Wunder glauben. Zum Glück gibt es Wunder, die im Bereich des Möglichen liegen, und die jeder vollbringen kann, wenn er nur den Willen dazu besitzt und das nötige Vertrauen in sich hat. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Götz für seinen netten Brief und das Telefonat bedanken und alle Patienten und Interessierten zur Mitgestaltung von Befund MS aufrufen. Mit Ihren Erfahrungsberichten, Vorschlägen und Anregungen bereichern Sie unser Magazin und ermutigen andere Betroffene.

Helene Wiens

04.07.06

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