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Reisen mit Mobilitätsproblemen: Gute Vorbereitung ist alles

Wer als Mensch mit Mobilitätsproblemen verreisen möchte, steht häufig vor vielen Problemen: Mit welchem Verkehrsmittel kann ich verreisen? Wo kann ich übernachten? Inzwischen gibt es viele Möglichkeiten, eine Reise barrierefrei zu gestalten, wichtig ist dabei auf jeden Fall eine gute Vorbereitung.

Die Wahl des Verkehrsmittels hängt von den persönlichen Vorlieben sowie den finanziellen Mitteln ab. Wer nicht mit dem eigenen Auto reisen möchte oder kann, hat verschiedene Möglichkeiten.

Flugreisen

Bei fast allen großen Fluggesellschaften kann ein Rollstuhlfahrer inzwischen im Vorfeld seinen Rollstuhl mit anmelden und hilfreiche Informationen zu Zugängen an Flughäfen und vielem anderen einholen. Laut einer vom Europaparlament verabschiedeten Verordnung müssen ab 2008 Flugreisen für Behinderte barrierefrei sein. Fluglinien dürfen die Beförderung dann nicht mehr verweigern, wie es in der Vergangenheit geschehen ist. Auch muss Fluggästen bei der Abfertigung unentgeltlich geholfen werden, wenn der Service mindestens 48 Stunden zuvor angefordert wurde. Sind Fluggesellschaften dazu nicht in der Lage, müssen sie Alternativen anbieten oder den Flugpreis erstatten. Außerdem haben Flughäfen für geschultes Personal und die Bereitstellung von Rollstühlen zu sorgen.

Verreisen mit der Bahn

Auch die Bahn hat seit 2005 ein Programm zum barrierefreien Reisen eingeführt. So gibt es inzwischen eine Kontaktstelle für kundenbezogene Behindertenangelegenheiten, einen Mobilitätsservice sowie die Broschüre „Mobil mit Handicap – Services für mobilitätseingeschränkte Reisende“, die jährlich aktualisiert wird und nicht nur in Bahnhöfen, sondern auch in Versorgungsämtern und Reha-Kliniken ausliegt. Nähere Informationen können Reisende Internet unter www.bahn.de/handicap erhalten.

Andere Verkehrsmittel

Darüber hinaus ist auch eine Busreise möglich, verschiedene Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, Reisende mit Mobilitätspoblemen zu befördern. Sogar Schiffsreisen sind für Rollstuhlfahrer machbar, einige Veranstalter haben auf ihren Schiffen Rollstuhlkabinen. Verschiedene Möglichkeiten des Reisens zeigt z. B. die Internetseite www.behindertenreisen.de auf. Ein Verzeichnis von privaten Busunternehmen, die über behindertenfreundliche Busse verfügen, kann angefordert werden beim Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen e.V. (BDO), Coburger Straße 1c, 53113 Bonn, Tel. 02 28/23 80 78, E-Mail: omnibus@t-online.de.

Suche nach einer Unterkunft

Behindertengerechte Unterkünfte gibt es innerhalb Deutschlands inzwischen viele. Seit 2005 gibt es hier eine Zielvereinbarung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA Bundesverband) und des Hotelverbands Deutschland (IHA), welche Standards Hotels erfüllen müssen, um sich barrierefrei nennen zu dürfen (Kategorie A: gehbehinderte Gäste, Kategorie B: Rollstuhlnutzer). Denn mancher Urlauber hat schon vor Ort ein blaues Wunder erlebt, wenn z. B. die Tür zu schmal oder das Bad zu klein war, obwohl im Vorfeld von Barrierefreiheit die Rede war. Diese Standards sind im Ausland leider nicht so eindeutig geregelt. Reisebüros und Reiseveranstalter können aber Auskunft geben, welche Hotels weltweit in Frage kommen.

Wo finde ich Hilfe?

In Deutschland existieren außerdem zahlreiche Organisationen, die sich speziell mit dem Thema Reisen und Mobilität beschäftigen. Der Verein Urlaub und Pflege e. V. (www.urlaub-und-pflege.de) organisiert beispielsweise Gruppen- und Individualreisen für mobilitätseingeschränkte und pflegebedürftige Menschen. Dort gibt es auch Hilfestellung für die Beantragung von Zuschüssen und Fördergeldern. Wer innerhalb Deutschlands verreisen möchte, kann sich im Internet unter www.you-too.net über Unterkünfte und Zugänglichkeit von öffentlichen Gebäuden informieren. Eine weitere Anlaufstelle ist die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e. V. (www.natko.de). Diese wurde 1999 von acht Bundesbehindertenverbänden gegründet, um die deutschlandweiten Aktivitäten der Selbsthilfeorganisationen im Bereich „Tourismus für Alle“ zu bündeln und zu koordinieren. Sie wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Ausführliche Informationen bietet die Internetseite www.handicapnet.com. Dort werden kostenlos barrierefreie Ferienunterkünfte in Deutschland und Spanien vermittelt. Bei der Beschreibung der Unterkünfte findet der Nutzer genaue Angaben über Türbreiten, Badezimmerausstattung u. v. m.

Denn nur wenn alles sorgfältig geplant ist, kann der Urlauber „die schönste Zeit des Jahres“ so richtig genießen.

Miriam Funk

30.07.07

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