- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Neurologie - Muskelerkrankungen - Diagnose von Muskelerkankungen

Diagnose von Muskelerkankungen

Wie gelingt die Diagnose von belastungsabhängigen Muskelerkrankungen?

Bei einer belastungsabhängigen Muskelschwäche geben meist die Symptome erste Hinweise auf die entsprechende Form der Muskelerkrankung. Die beiden wichtigstens Formen von belastungsabhängiger Muskelschwäche sind Myasthenia gravis und Lambert-Eaton-Rooke-Syndrom.

Myasthenia gravis: In den Anfängen der Muskelerkrankung leiden viele Betroffene unter Sehstörungen, sogenannten Doppelbildern. Auch werden die Augenlider unterschiedlich schwer, sodass es vorkommen kann, dass die Augen der Betroffenen unterschiedlich geöffnet sind. Diese Muskelschwäche verschlimmert sich im Laufe des Tages, also wenn die Betroffenen immer müder werden. Mit dem weiteren Fortgang der Muskelerkrankung können weitere Muskeln im Kopfbereich wie zum Beispiel Schluckmuskulatur, die Muskulatur der Mimik oder aber auch die Armmuskulatur in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Diagnose von Myasthenia gravis kann der behandelnde Arzt mithilfe folgender Untersuchungen stellen:

Tensilon-Test: Der behandelnde Arzt lässt den Patienten seine Augen etwa 30 Mal öffnen und schließen. Leidet der Patient an Myasthenia gravis, werden die Augenlieder nach dieser Anstrengung immer schlaffer und möglicherweise sogar unterschiedlich herunterhängen. Die Muskelschwäche hat eingesetzt. Nun spritzt der behandelnde Arzt den Wirkstoff Tensilon, der kurzfristig die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln verbessert. Im Anschluss schließt und öffnet der Patient seine Augen erneut etwa 30 mal. Schlägt das Tensilon an, verbessert sich der Zustand des Patienten zusehends. Die Muskelschwäche nimmt ab, die Muskeln der Augenlider bleiben kräftig. Ist der Tensilon-Test positiv, deutet dies zwar sehr stark auf eine Myasthenia gravis hin, doch müssen durch den Arzt andere Muskelerkrankungen ausgeschlossen werden.

Elektromyografie (EMG): Mithilfe der Elektromyografie lässt sich die natürliche Spannung der Muskeln messen. Das Elektromyogramm gibt Hinweise darauf, ob die Muskeln selbst die Ursache des Problems sind, oder ob die Nerven, die die Impulse an die Muskeln weiterleiten, betroffen sind. Um die Messung vorzunehmen, sticht der behandelnde Arzt äußerst dünne Nadeln in die betroffenen Muskeln. Ein angeschlossener Verstärker leitet die aufgefangenen Signale in einen angeschlossenen Computer, der diese wiederum auswertet und ein Elektromyogramm erstellt. Anhand der Ergebnisse lässt sich die Muskelerkrankung einordnen.

Laboruntersuchungen: Untersuchungen des Blutes auf bestimmte Antikörper geben ebenfalls Aufschluss auf die Form der Muskelerkrankung.

Die Diagnose eines Lambert-Eaton-Rooke-Syndroms gelingt recht selten:

Das Hauptsymptom des Lambert-Eaton-Rooke-Syndroms, auch eine belastungsunabhängige Muskelerkrankung, ist eine belastungsabhängige Muskelschwäche, die hauptsächlich in der körpernahen Beinpartie auftritt. Die Betroffenen können nicht mehr so weit und ausdauernd laufen wie vorher. In einigen Fällen sind auch die Arme von der Muskelschwäche betroffen. Im Laufe der Muskelerkrankung können Probleme mit den Augen (Lidschwäche, Doppelbilder) und eine heruntergesetzte Schweißproduktion auftreten. Bei 60% der Betroffenen lässt sich zudem Lungenkrebs ausmachen.

Das Lambert-Eaton-Rooke-Syndrom ist auch heute noch eine derart seltene Muskelerkrankung, dass sie in der Regel gar nicht oder falsch diagnostiziert wird. Leiden die Betroffenen an einer ungeklärten Muskelschwäche in den Beinen, so sollte durch den Arzt auch immer das Vorliegen eines Lambert-Eaton-Rooke-Syndroms in Betracht gezogen werden. Einer von 10 Menschen mit Lambert-Eaton-Rooke-Syndrom weist keine Kalziumkanal-Antikörper auf. Handelt es sich bei den Betroffenen um ältere Menschen, die zudem starke Raucher sind, so sollte das Vorliegen von Lungenkrebs untersucht werden. Nicht selten litten Betroffene mit Lungenkrebs bereits weit früher an Symptomen des Lambert-Eaton-Rooke-Syndroms.

Diagnose von entzündlichen Muskelerkrankungen

Entzündliche Muskelerkrankungen manifestieren sich in einer Muskelschwäche im Bereich des Becken- oder Schultergürtels. Die Betroffenen klagen z.B. über Probleme beim Treppensteigen. Sie haben Schwierigkeiten aus einer tieferen Position aufzustehen oder aber auch ihre Arme zu heben. Menschen mit entzündlichen Muskelerkrankungen beschreiben ihre Schmerzen in den Muskeln wie einen sehr intensiven Muskelkater. Zudem sind die Muskeln druckschmerzempfindlich.

Die Diagnose von entzündlichen Muskelerkrankungen kann unter Mithilfe folgender Untersuchungen gestellt werden:

Laboruntersuchungen: Eine Untersuchung des Blutes gibt Aufschluss auf Entzündungsanzeichen im Blut. Zudem können möglicherweise bestimmte Muskelenzyme ermittelt werden, die entstehen, wenn Muskelfasern angegriffen und zerstört werden. Ein erstes Indiz für entzündliche Muskelerkrankungen.

Elektromyografie: Stellt die Aktivität der Muskeln dar

Magnetresonanztomografie (MRT): Stellt die betroffenen Muskeln bildhaft dar und kann so die Diagnose weiter stützen. Darüber hinaus lässt sich mithilfe der Magnetresonanztomografie eine geeignete Stelle für eine eventuelle Gewebeentnahme an den Muskeln ermitteln.

Muskelbiopsie: Bei entzündlichen Muskelerkrankungen bringt eine Biopsie der betroffenen Muskeln weitere Klarheit. Das Gewebe, wo die Muskelbiopsie vorgenommen werden soll, wird örtlich betäubt. Dann entnimmt der behandelnde Arzt ein kleines Stück vom Muskel. Unter dem Mikroskop lassen sich dann bestimmte weiße Blutkörperchen ausmachen, die auf das Vorliegen einer entzündlichen Muskelerkrankung hinweisen.

Diagnose von erblichen Muskelerkrankungen

Auch bei den erblichen Muskelerkrankungen manifestieren sich die ersten Symptome in Form einer Muskelschwäche im Bereich des Beckengürtels. Im weiteren Verlauf wird auch die Armmuskulatur in Mitleidenschaft gezogen. Bei Kindern, die an einer Muskelerkrankung des Typs Duchenne leiden, zeigen sich die ersten Symptome bereits ab dem dritten Lebensjahr. Der Verlauf ist sehr aggressiv, sodass die betroffenen Kinder nicht selten bereits mit sieben bis zwölf Jahren an den Rollstuhl gebunden sind.

Bei einer Muskelerkrankung des Typs Becker-Kiener zeigen sich erste Symptome in der Regel im Schulalter, doch der Verlauf ist sehr viel milder. Nicht selten bleiben die Betroffenen bis weit in das vierte Lebensjahrzehnt hinein mobil.

Folgende Untersuchungen stehen dem behandelnden Arzt zur Diagnose einer erblichen Muskelerkrankung zur Verfügung:

Ausführliche Anamnese: Hier ermittelt der behandelnde Arzt, wann genau erste Symptome aufgetreten sind. Auch ist von Interesse, ob es ähnliche Fälle von Muskelerkrankungen innerhalb der Familie gibt.

Laboruntersuchungen: Eine Untersuchung des Blutes kann einen erhöhten Wert an Muskelenzymen aufzeigen. Auch bestimmte molekulargenetische Untersuchungen können zum Nachweis einer erblichen Muskelerkrankung dienen.

Magnetresonanztomografie (MRT) und Ultraschall: Beide Verfahren lassen Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Muskeln zu.

Elektroneurografie: Hier werden die Nerven elektrisch gereizt. Dadurch kann der behandelnde Arzt beurteilen, wie gut die Impulsleitfähigkeit der Nerven ist. Zudem kann er ermitteln, ob die Ursache der Muskelschwäche bei den Nerven oder bei den Muskeln liegt.

Elektromyografie: Gibt Hinweise auf die Aktivität der Muskeln

Muskelbiopsie: Ein aus dem betroffenen Muskel entnommenes Gewebestück wird unter dem Mikroskop auf bestimmte weiße Blutkörperchen hin untersucht.

Melissa Seitz

19.06.15

Diagnose
Newsletter An-/Abmeldung

Code: OXGP