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Mit der Narbenpflege sollte bereits früh begonnen werden

Eine Narbe entsteht, wenn bei einer Verletzung nicht nur die Oberfläche der Haut betroffen ist, sondern auch die tieferen Hautschichten. Bei einer Durchtrennung der Oberhaut bis in die tiefer gelegene Lederhaut kommt es zur Zerstörung des gefäßreichen Bindegewebes, das für den Ersatz der jeweils zerstörten Zellen zuständig ist. Die Wunde wird durch Ersatzgewebe aufgefüllt, das schwächer durchblutet wird und weniger elastisch ist als das ursprüngliche Gewebe. Auf diese Weise entsteht eine sichtbare Narbe. Durch zahlreiche Methoden können Narben heute behandelt werden, sodass sie verblassen und kaum noch sichtbar sind.

„Man kann fünf Arten von Narben unterscheiden: Normale Narben, hypertrophe Narben, atrophe Narben, Keloide und Kontrakturen“, erklärt Dr. Yael Adler, Berlin. Je früher eine Narbe behandelt wird, desto größer ist die Chance, dass sich die Haut schnell regeneriert. I. d. R. kann mit der Narbenpflege begonnen werden, sobald die Fäden gezogen worden sind. Bereits nach zwei Wochen kann auf die Hautstelle ein Silikongel oder ein Silikonpflaster geklebt werden. „Präventiv eignet sich auch ein Klammerpflaster, das man quer über die längliche Naht klebt. Dadurch ist die Zugbelastung an der Schnittwunde reduziert und die Narbe kann schöner heilen“, sagt Dr. Adler.

Auch Silikonfolien werden bei jungen, zur Wucherung neigenden Narben eingesetzt. Diese sind selbstklebend und durchsichtig. Eine Folie kann bis zu sieben Tage auf der Haut getragen werden, lediglich zum Duschen wird sie entfernt. Nach zwei bis sechs Monaten hat sich die Narbe i. d. R. deutlich verbessert. Es gibt auch Narbencremes, die ohne Silikone wirken. Sie enthalten u. a. die Wirkstoffe Heparin und Allantoin. Dies sind Arzneimittel aus der Gruppe der Wundbehandlungsmittel und wirken gegen Gewebewachstum. Sie sind entzündungshemmend, auflockernd und haben einen glättenden Effekt auf das Narbengewebe. Heparin wirkt ebenfalls entzündungshemmend, antiallergisch, wachstumshemmend und erhöht die Gewebehydratation und besitzt damit einen auflockernden Effekt auf die Kollagenstruktur. Allantoin fördert die Wundheilung, besitzt eine epithelisierende Wirkung und erhöht die Wasserbindungskapazität.

Rote Narben zum Erblassen bringen

Eingesunkene Narben können mit Hyaluronsäure unterspritzt werden. Dabei wird eine kleine Perle von dieser gelartigen Substanz in die Narbe gespritzt. Anschließend kann man mit einem fraktionierten CO2 Laser viele feine Tunnels von außen in die Narbe einschießen. Dadurch wird die oberste Hautschicht bis zur Tiefe hin verletzt. Dieser Verletzungsreiz muss vom Gewebe repariert werden und führt zu einer Verbesserung des unschön verheilten Narbengewebes. Mithilfe des Lasers wird also eine Narbenaufweichung und Neuorganisation des Narbengewebes provoziert“, erläutert Dr. Adler. Diese Behandlung muss drei bis fünf Mal wiederholt werden. „Für die hypertrophen Narben werden Farbstofflaser verwendet. Dieser zerstört Blutgefäße, welche die Narbe versorgen. Dadurch können rote Narben zum Erblassen gebracht werden“, sagt Dr. Adler. Damit die Narben auch noch einsinken, kann ein Kortisonkristall verwendet werden. Dieser wird als Lösung in die Narbe eingespritzt und macht die Narbe flach und weich. „Beim Keloid werden alle Verfahren miteinander kombiniert: In die Narbe wird Kortison gespritzt, man arbeitet mit dem Farbstofflaser und dem fraktionierten CO2 Laser“, so Dr. Adler. Zwischen den jeweiligen Sitzungen ist Silikon in Creme oder Pflasterform zu empfehlen. Das wird dann zweimal täglich aufgetragen oder man klebt ein Folienpflaster auf die Haut.

Weitere Behandlungsmethoden

„Eine weitere Behandlungsmethode ist die Kryotherapie, dabei wird die Haut mit flüssigem Stickstoff vereist. Dabei sollte man allerdings vorsichtig sein, weil das Risiko besteht, auch die gesunde Haut einzufrieren“, erläutert Dr. Adler. Die Weichteilbestrahlung mit Radioaktivität wirkt der Tendenz der Narbenwucherung entgegen. Manche Narben müssen auch noch mal neu operiert werden, weil u. U. das Fadenmaterial nicht vertragen worden ist. Das nennt man dann eine Narbenrevision. Bei Betroffenen, die zu einem Keloid neigen, kann man bereits wenige Tage nach der Operation anfangen, die Stelle zu bestrahlen. Auch ein Kompressionsverband kann die Entstehung von Narben hemmen. Dabei sollte allerdings der Kompressionsverband vorsichtig angezogen werden.

Quelle: Patient und Haut 01/2014

29.09.14

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