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Naturheilkunde in der Krebstherapie

Krebstherapie und Naturheilkunde – passen diese beiden Bereiche überhaupt zusammen? Ja, wenn diese ergänzend zur Standardtherapie angewandt werden, als sog. Komplementärtherapie (im Gegensatz zur Alternativtherapie). Aber auch naturheilkundliche Methoden können Nebenwirkungen haben, die sich nicht immer mit der Krebstherapie vertragen oder sogar deren Wirkung vermindern können. Daher ist bei der Anwendung von naturheilkundlichen Methoden immer eine Absprache mit dem behandelnden Arzt notwendig. In der Komplementärmedizin werden neben „hiesigen“ Methoden auch Therapien angeboten, die aus Fernost stammen, wie Ayurveda, Akupunktur oder Traditionelle Chinesische Medizin (TCM).

Akupunktur und Krebs

Die Akupunktur gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Hierbei wird mit Nadeln an ganz bestimmten Punkten in die Haut gestochen. Laut Krebsgesellschaft NRW soll die Wirksamkeit von Akupunktur auf der Freisetzung bestimmter körpereigener Substanzen beruhen, wie z. B. schmerzlindernder ß-Endorphine. Aber auch Placeboeffekte könnten die Wirksamkeit beeinflussen. Eine methodisch angemessene wissenschaftliche Überprüfung der Akupunktur auf Wirksamkeit und Unbedenklich für die verschiedenen Anwendungsgebiete in der komplementären Krebstherapie wie Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Schmerzen, Angst, Unruhe oder depressive Verstimmungen gibt es bisher nicht, betont die Krebsgesellschaft NRW.

Es gibt allerdings große Beobachtungsuntersuchungen, die Hinweise darauf geben, dass Akupunktur gegen Schmerzen hilfreich sein kann. Zzt. können laut Krebsgesellschaft NRW nur definierte Schmerzzustände wie postoperative Schmerzen, Kopfschmerzen oder Migräne, als Indikation zur Akupunktur gelten. Von den Krankenkassen wird die Akupunktur i. d. R. bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule (LWS) sowie chronischen Schmerzen bei Kniegelenksarthrose gezahlt.

TCM und Krebs

TCM-Behandlungen sollen den gestörten Fluss der Lebensenergie (Chi) harmonisieren, dabei soll das innere Gleichgewicht gestärkt und das Immunsystem angeregt werden, so die Krebsgesellschaft NRW. Nach Angaben des Krebsverbandes Baden-Württemberg sind Krebserkrankungen in der TCM eine Folge von energetischen Störungen. Behandlungen bei Krebs in der TCM sind Heilkräuteranwendungen, Meditations- und Atemübungen und eine Ernährungstherapie. Innerhalb der TCM stehen über 7.000 Arzneien zur Verfügung, die der Arzt in Dosierung und Mischung auf den Patienten abstimmt.

Laut Krebsgesellschaft NRW gibt es keine kontrollierte klinischen Studien über die Wirksamkeit der TCM. Bestimmte TCM-Maßnahmen wie Akupunktur, Chi-Gong oder Tai Chi sind i. d. R. unbedenklich. Allerdings wird davor gewarnt, Kräutermischungen oder andere Arzneien einzunehmen, die nicht durch deutsche Behörden zertifiziert und zugelassen worden sind. TCM kann also, auch wenn keine Wirkungen gegen den Tumor zu erwarten sind, die Lebensqualität verbessern, beispielsweise durch Qi Gong oder Tai Chi.

Ayurveda und Krebs

Ayurveda ist nach Angaben des Krebsverbandes Baden-Württemberg die „Wissenschaft vom langen Leben, dabei geht es um eine gesunde Lebensführung in der Einheit von Körper, Geist und Seele unter Berücksichtigung sämtlicher Umweltfaktoren“. Bei der Behandlung von Krebs werden in der Ayurvedatherapie zunächst Schadstoffe ausgeleitet, beispielsweise durch innere und äußere Ölanwendungen (u. a. Einläufe, Massagen), ayurvedische Küche, Yoga und Meditation. Dies soll, so heißt es weiter, ganzheitlich reinigend wirken und Körper, Geist und Seele in einen harmonischen Einklang bringen. Insgesamt soll die Ausleitung den Körper aufnahmefähiger für sog. Rasayanas machen. Rasayanas können aus pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Stoffen bestehen, auch als Mischung, und sind sehr aufwendig in der Herstellung.

Die Bewertung des Krebsverbandes Baden-Württemberg lautet: Ayurveda kann bei der Bewältigung der Krebserkrankung helfen, aber auch hier sollte man vorsichtig sein, was die Kräuterzubereitungen angeht. Solche mit unklarer Herkunft sollte man meiden, zudem sollte der Behandler eine gründliche Ausbildung und Erfahrung bei Krebserkrankungen haben.

Quelle: Befund Krebs 5/2015

22.02.16

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