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Naturkosmetik und konventionelle Kosmetik im Detail

Wo liegt der Unterschied?

Der Begriff „Naturkosmetik“ ist bis heute weder in Deutschland noch in der EU gesetzlich geregelt oder verbindlich definiert. Dementsprechend breit gefächert ist das Spektrum der am Markt angebotenen kosmetischen Produkte in diesem Bereich. Birgit Huber, stellevertretende Geschäftsführerin des Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) erklärt den Unterschied zwischen konventioneller Kosmetik und Naturkosmetik.

Welche Inhaltsstoffe dürfen in Naturkosmetik nicht verarbeitet sein?

Alle kosmetischen Produkte müssen den Anforderungen der gültigen Gesetzgebung entsprechen. Kosmetika sind daher alle gleichermaßen sicher und verträglich, unabhängig von der „Natürlichkeit“ der verwendeten Rohstoffe.

Zur Unterscheidung von herkömmlicher Kosmetik gibt es jedoch eine ganze Reihe privater Naturkosmetik-Standards, die als Orientierung für die Verbraucher geeignet sind. Diese Standards beruhen i. d. R. auf selbst gewählten Anforderungen. Einige besagen beispielsweise, dass die Inhaltsstoffe so natürlich wie möglich sein und überwiegend Rohstoffe eingesetzt werden sollen, die direkt aus der Natur stammen, also chemisch unverändert sind. In Einzelfällen werden naturidentische Rohstoffe synthetischen Ursprungs sowie Rohstoffe aus der Natur, die einer leichten chemischen Modifikation unterworfen wurden, toleriert.

Diese besonderen Anforderungen führen jedoch dazu, dass es Einschränkungen bei dem Einsatz von bestimmten Wirkstoffen gibt. Dies zeigt sich z. B. in bestimmten Produktkategorien wie bei Antitranspirants, Sonnenschutzmitteln, permanenten Haarfarben oder dekorativer Kosmetik. Die Produktpalette ist in diesen Bereichen der Naturkosmetik häufig kleiner als bei herkömmlicher Kosmetik. Auch ist das Duftspektrum bei Naturkosmetik häufig eingeschränkt.

Sind Tierversuche im Rahmen der Herstellung von Naturkosmetik erlaubt?

Nein. Sowohl für die Herstellung von herkömmlicher Kosmetik als auch von Naturkosmetik sind Tierversuche in der EU verboten. Die deutsche Kosmetikindustrie verzichtet bereits seit 1989 freiwillig auf Tierversuche für kosmetische Fertigprodukte. Seit September 2004 sind diese EU-weit verboten. Seit 2013 ist es verboten, kosmetische Mittel zu vermarkten, wenn das Produkt zur EU-kosmetikrechtlichen Absicherung am Tier getestet wurde. Diese Gesetzgebung gilt auch dann, wenn die Tests außerhalb der EU durchgeführt wurden.

Welche sind die drei verbreitetsten Siegel für Naturkosmetik und welche Kriterien liegen diesen jeweils zugrunde?

Zertifizierte Naturkosmetik greift auf möglichst natürliche Rohstoffe wie Pflanzenöle und -extrakte, Wachse, ätherische Öle und Mineralien zurück. Die etablierten Naturkosmetiklabel sind beispielsweise NATRUE, BDIH, ECOCERT oder COSMOS. Eine entsprechende Zertifizierung garantiert dem Verbraucher, dass das ausgezeichnete Produkt die jeweiligen Anforderungen des Siegels erfüllt und es sich um echte Naturkosmetik handelt. Die Pflanzen stammen oft aus kontrolliert-biologischem und biologisch-dynamischem Anbau oder kontrollierten Wildsammlungen. Anhand der veröffentlichten Standards können Verbraucher die Anforderungen nachvollziehen. Die Unterschiede der einzelnen etablierten Standards liegen oft im Detail und sind weniger naturwissenschaftlich begründet. Oft beruhen sie eher auf der Umsetzung einer firmeneigenen Philosophie.

Unterscheidung von Inhaltsstoffen

Duschgele

Waschaktive Substanzen wie Tenside basieren in Naturkosmetik-Duschgelen überwiegend auf pflanzlichen Rohstoffen wie Palm- und Kokosöl sowie Zucker aus Mais- oder Kartoffelstärke.

Deodorants/Antitranspirante

Naturkosmetik Deodorants verzichten auf Aluminiumsalze, die bei Antitranspirants zum Einsatz kommen, um die Schweißbildung zu verhindern. Diese Leistung können die Deodorants der Naturkosmetikserien daher nicht erbringen. Um zuverlässig gegen Geruch zu wirken, kommen häufig ätherische Öle zum Einsatz, wie sie z. B. aus Salbei und Rosmarin gewonnen werden. Diese wirken gleichzeitig antibakteriell und verleihen den Naturkosmetik Deodorants ihren natürlichen Duft.

Anti-Aging-Produkte

Vielen Pflanzenwirkstoffen werden Anti-Aging-Eigenschaften zugeschrieben, die sich die Naturkosmetik zunutze macht, indem sie die Wirkstoffe extrahiert und in den Produkten einsetzt. Der Granatapfel wirkt beispielsweise antioxidativ und entzündungshemmend. Rosenöl glättet die Haut und unterstützt sie bei ihrer Zellerneuerung. Wirkstoffe also, die gerade in der Hautpflege sehr willkommen sind.

Aber auch einige aus der konventionellen Kosmetik bekannte Anti-Aging-Wirkstoffe gibt es mittlerweile in der Naturkosmetik. Z. B. das Coenzym Q10: Der Stoff wird jedoch anders als in der herkömmlichen Kosmetik aus Pflanzenzellen gewonnen.

Cremes

Natürliche Öle werden in kosmetischen Produkten bereits seit Jahrtausenden eingesetzt. Naturkosmetik setzt auf eine Vielzahl pflanzlicher Fette und Öle wie Mangobutter, Avocado- oder Jojobaöl mit einem breiten Spektrum an natürlichen Inhaltsstoffen. Sie werden aufgrund ihrer pflegenden und teilweise heilenden Wirkung für die Haut besonders geschätzt. Einige ätherische Öle wie Rosen-, Zitronen- oder Lavendelöl zeichnen sich darüber hinaus durch außergewöhnliche Düfte aus.

Lippenstift

Auch bei der Farbgestaltung in der dekorativen Kosmetik wie z. B. bei Lippenstiften setzt die Naturkosmetik auf Natürlichkeit. Es werden vor allem mineralische Pigmente wie z. B. Eisenoxide oder Carmin für rote Farbtöne eingesetzt.

Quelle: Patient und Haut 2/2017

31.01.18