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Nebenwirkungen von Gebärmutterhalskrebs

Bei Krebsvorstufen kommt es zu einem Eingriff im Bereich des äußeren Muttermundes. Infolgedessen kann die Schließfunktion des Gebärmutterhalses beeinträchtigt werden. Im Falle einer zukünftigen Schwangerschaft kann ein erhöhtes Risiko einer Frühgeburt bestehen. „Junge Patientinnen, die an Gebärmutterhalskrebs erkrankt sind und noch Kinder bekommen möchten, werden mittels einer neuen OP-Methode behandelt. Dabei wird nur der Gebärmutterhals entfernt und die Gebärmutter wird belassen, sodass die Frau immer noch Kinder bekommen kann“, sagt Prof. Dr. Ralph Lellé, Münster.

„In einem Frühstadium, wenn der Krebs noch auf den Gebärmutterhals beschränkt ist, dann wird die Patientin i. d. R. operiert. Bei einer Operation werden die Gebärmutter und das Bindegewebe entfernt. Diese Operation wird häufig über eine Bauchspiegelung durchgeführt“, erklärt Prof. Lellé. Die Bauchspiegelung gehört heute zum Standard-Operationsverfahren. Ein fortgeschrittener Tumor muss operativ entfernt werden. Nach dieser Operation kann die Blasenfunktion der Patientin zunächst eingeschränkt sein. Im Falle einer Lymphknotenentfernung kann zu einer Beeinträchtigung des Lymphabflusses und damit zu einem Lymphstau in den Beinen kommen.

Nebenwirkung der Strahlentherapie können Entzündungen an der Blase und im Darm sein. Nach der Bestrahlung ist das Scheidengewebe empfindlicher und anfälliger für Infektionen. „Nach der Bestrahlung sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Scheide nicht verklebt durch die Nachwirkungen der Bestrahlung“, erklärt Prof. Lellé.

Obwohl die Strahlentherapie eine hocheffektive Behandlungsmethode ist, hat sie landläufig einen eher negativen Ruf, bemerkt Prof. Lellé in seinem Klinikalltag. „In den letzten Jahren hat sich die Strahlentherapie immer weiter entwickelt, sie kann gezielter eingesetzt werden; die Nebenwirkungen haben sich auch verringert“, erläutert Prof. Lellé.

Die psychische Belastung durch die Erkrankung wirkt sich auch auf die Sexualität der Frauen aus. Seit den letzten Jahren beschäftigt man sich deswegen auch verstärkt damit, wie die Lebensqualität der Frauen verbessert werden kann. Die behandelnden Ärzte versuchen die Nebenwirkungen einzuschränken, indem die Therapie sich auf das Notwendigste beschränkt, also, dass sie nur so viel operieren und bestrahlen, wie notwendig ist.

„Wenn bei den Frauen Beschwerden, wie in den Wechseljahren auftreten, können diese Nebenwirkungen mithilfe einer Hormonersatztherapie behandelt werden. Bei Gebärmutterhalskrebs kehrt der Krebs durch die Hormonbehandlung auch nicht wieder zurück oder verschlimmert sich“, erklärt Prof. Lellé. Fernmetastasen in Lunge oder Leber treten bei Gebärmutterhalskrebs selten auf, nur in sehr fortgeschrittenen Stadien. Die Überlebensraten bei dieser Erkrankung sind vom Stadium abhängig. „Wenn der Krebs auf den Gebärmutterhals beschränkt ist, sind die Überlebensraten sehr gut“, so Prof. Lellé. Nachdem die Behandlung abgeschlossen ist, sollten Patientinnen regelmäßig alle Vierteljahre zur Nachsorgeuntersuchung gehen.

Zukünftige Therapie

In den kommenden Jahren wird sich die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs weiter verändern. „Ich denke, dass sich das Operationsverfahren mittels Bauchspiegelung zu operieren, noch verfeinern wird und dass die Bestrahlung noch zielgerichteter eingesetzt wird, sodass die Nebenwirkungen noch weiter eingeschränkt werden. Um ein Rezidiv besser behandeln zu können, arbeitet die Forschung verstärkt daran Medikamente zu entwickeln. Außerdem arbeitet man daran, dass die HPV-Impfung, die bisher rein prophylaktisch ist, auch therapeutisch wirkt. Also dass man die Krebsvorstufen mittels einer Impfung behandeln kann“ sagt Prof. Lellé.

Quelle: Leben? Leben! 3/2014

19.12.14

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