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Nebenwirkungen und Folgen der Therapie von Krebs

Bei der Behandlung von Krebs werden nicht nur Tumorzellen geschädigt, sondern auch gesunde Körperzellen. Dieser Umstand führt dazu, dass viele Krebspatienten verschiedene Nebenwirkungen aufweisen – wenngleich diese individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können oder vielleicht auch gar nicht vorkommen. Die moderne Krebsmedizin ist jedoch auf diese Nebenwirkungen eingestellt – und mit einem entsprechenden Nebenwirkungsmanagement können die meisten unerwünschten Folgen der Krebsbehandlung gelindert oder sogar ganz verhindert werden.

Haarausfall

Unter Haarausfall leidet nicht jeder Krebspatient, vielmehr ist es von den verabreichten Medikamenten bzw. der Art und Intensität der Therapie abhängig, ob und wie stark dieser auftritt. Verhindern kann man Haarausfall i. d. R. nicht: Wenn das verwendete Medikamente den Verlust der Haare verursacht, beginnt dies i. d. R. einige Wochen nach Beginn der Therapie.

Tritt Haarverlust auf, kann man ihn kaschieren, beispielsweise durch eine Perücke aus Kunst- oder Echthaar, Hüte, Mützen oder bunte Tücher. Wichtig ist es auch, dass Krebspatienten ihren kahlen Kopf und die empfindliche Haut vor der Sonne schützen. Wenn Haarausfall auftritt, betrifft er oft auch die Augenbrauen und Wimpern. Hier gibt es, zumindest für Frauen, spezielle Kosmetikseminare, in denen gezeigt wird, wie man sich in diesem Fall schminken kann. Nach Beendigung der Therapie wachsen die Haare wieder nach, so der Krebsinformationsdienst.

Schleimhautentzündungen

Schleimhautentzündungen, auch als Mukositis bezeichnet, treten aus einem ähnlichen Grund auf wie Haarausfall: Die Krebstherapie richtet sich gegen schnell teilende Zellen und die der Schleimhaut gehören dazu. Schleimhautentzündungen sind eine unangenehme und mitunter auch schmerzhafte Nebenwirkung der Krebstherapie. Sie können sich in Mund und Rachen, aber auch im Intimbereich entwickeln. Bei Schleimhautentzündungen ist Vorbeugung die beste Maßnahme. Dazu gehört nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) eine Zahnsanierung vor Therapiestart sowie eine gute Mundhygiene. Zahnbürsten sollten weich sein, ein (mildes) Mundwasser kann helfen, die Bakterienkonzentration im Mund zu senken.

Bei starken Schmerzen kann der Arzt auch schmerzstillende Medikamente verabreichen. Diese wirken beispielsweise lokal, indem sie die schmerzenden Stellen im Mund betäuben, stärker wirkende Schmerzmittel nimmt man meist oral ein. Wenn Schleimhautentzündungen bestehen, sollten Krebspatienten zudem darauf achten, keine scharfen oder säurehaltigen Speisen zu verzehren, auch spitze, pieksende Nahrungsmittel wie Brötchen oder Baguette sind ungünstig.

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen sind Nebenwirkungen der Krebstherapie, die mit modernen Medikamenten wesentlich besser in den Griff zu bekommen sind, als das in früheren Jahren der Fall war. Übelkeit wird in der modernen Krebsmedizin mit sog. Antiemetika behandelt, die meist gemeinsam mit der eigentlichen Krebstherapie verabreicht werden. Für viele Krebspatienten bedeutet dies, dass sie kaum noch unter Übelkeit leiden, andere erfahren zumindest eine Linderung der Beschwerden. Zudem können Krebspatienten selbst darauf achten, reizende Lebensmittel wie Kaffee, Alkohol sowie fette oder stark gesalzene/gewürzte Speisen zu vermeiden, vor allem wenn sie das Gefühl haben, das ihnen diese nicht gut tun. Falls Erbrechen auftritt, ist es wichtig, ausreichend zu trinken, so die DKG. Als eine gutes komplementärmedizinisches Mittel (alternative Behandlungsmethode) gegen Übelkeit gilt im Übrigen Ingwer, so die Deutsche Krebshilfe, den man beispielsweise klein geschnitten als Tee zubereiten kann.

Fatigue

Bei Fatigue erleben Krebspatienten eine tief greifende Müdigkeit und Erschöpfung. Es gibt eine akute Fatigue im direkten Anschluss an die Chemotherapie, die wieder nachlässt, und die chronische Fatigue, die auch noch Monate später auftreten kann. Die Behandlung der Fatigue kann auf verschiedene Weisen erfolgen und ist individuell unterschiedlich: Bei einer Blutarmut gibt es passende Medikamente. Wenn indes keine körperliche Ursache feststellbar ist, können körperliche Bewegung an der frischen Luft, Entspannungsübungen, Programme zur Kräfteeinteilung im Alltag und psychoonkologische Betreuung helfen. Manchmal muss auch die Krebstherapie selbst verändert werden.

Haut- und Nagelveränderungen

Moderne Krebstherapien wie die sog. zielgerichteten Therapien führen bei einem Teil der Behandelten zu Veränderungen an Haut und Nägeln – wie Rötungen und Schuppen, aber auch schmerzhaften Entzündungen der Haut und des Nagelbetts. Hier ist es wichtig, dass die Patienten zum einen auf eine gute Hautpflege und, so die Uniklinik Münster, auch darauf achten, die Haut nicht beim Baden oder Duschen bzw. dem anschließenden Abtrocknen mit zu heißen oder kalten Temperaturen oder mechanisch durch starkes Rubbeln zu reizen. Medizinische Hautpflegeprodukte mit rückfettenden Inhaltsstoffen und am besten pH-neutral helfen der Haut bei der Regeneration. Zudem sollte man Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 15 verwenden. Für die Nägel empfiehlt es sich, Handschuhe aus Baumwolle zu tragen und die Hände vor Verletzungen zu schützen. Auch hier klingen die Beschwerden nach Beendigung der Therapie wieder ab.

Um die Nägel zu schützen, sollte man bei der Gabe der Chemotherapie eisgekühlte Handschuhe und Socken tragen: Durch die Kälte werden Hände und Füße schlechter durchblutet, das Medikament erreicht dann nicht die Nagelwurzeln. Ein Silikonnagellack, einen Tag vor der Chemo aufgetragen, stärkt zudem den Nagel. Um ihn wieder zu entfernen, sollte man jedoch keinen azeton- oder alkoholhaltigen Nagellackentferner benutzen.

Hand-Fuß-Syndrom

Das Hand-Fuß-Syndrom tritt bei der Gabe von bestimmten Chemotherapeutika in verschiedenen Schweregraden auf. Betroffene leiden unter geröteten Handflächen und Fußsohlen. Mitunter sind diese schmerzlos, es können aber auch Missempfindungen, Brennen oder starke Schmerzen auftreten, so die Bayerische Krebsgesellschaft. Wenn sich die Haut an Händen und Füßen rötet, sollte man daher seinen behandelnden Arzt aufsuchen. Man kann das Hand-Fuß-Syndrom mit 10%-iger Uridin-Creme, Vitamin B6, Paracetamol oder Kortison behandeln. Jedoch sollte man vor der Anwendung mit seinem Arzt Rücksprache halten.

Zur Vorbeugung gelten im Wesentlichen die gleichen Regeln wie bei Haut- und Nagelveränderungen Man sollte Hände und Füße vor mechanischen Beanspruchungen und Hitze bzw. Sonne schützen und eine fettende Hautpflege verwenden. Kleidung sollte nicht einengen und aus weichen Stoffen gefertigt sein. Baumwollhandschuhe und -socken schützen Hände und Füße im Alltag.

Aus komplementärmedizinischer Sicht kann ein Bad mit Leinsamen hilfreich sein, rät das Internetportal Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen: Dabei werden Hände und Füße in einem Wasserbad mit abgekochtem Leinsamen gebadet. Geschroteter Leinsamen wird hierfür etwa fünf Minuten aufgekocht. Nach dem Abkühlen kann man die Hände bzw. Füße in der Flüssigkeit baden – durch im Zuge des Kochens gelöste Eiweißsubstanzen des Leinsamens werden die Symptome gelindert.

Quelle: Befund Krebs 1/2016

01.06.16

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