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Nesselsucht – was hilft?

Sowohl die akute als auch die chronische Urtikaria (Nesselsucht) äußert sich mit der Bildung von Quaddeln auf der Haut, ähnlich dem Hautbild nach der Berührung von Brennnesseln, mit oft heftigem Juckreiz und in manchen Fällen auch mit dem Auftreten von kleinen Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut (sog. Angioödemen). In selteneren Fällen schwillt auch die Mundschleimhaut an und es kommt zu Schluckbeschwerden. Die Quaddeln oder Ödeme verschwinden nach einiger Zeit und treten dann manchmal an anderer Stelle wieder auf. Während die akute Urtikaria nach wenigen Tagen und Wochen wieder abklingt, spricht man von einer chronischen Urtikaria, wenn die Beschwerden länger als sechs Wochen lang bestehen bleiben.

Die chronische Urtikaria kann eine Vielzahl von Ursachen haben – nur in rd. 10 % aller Fälle ist eine Allergie der Auslöser. Andere Ursachen sind eine Reaktion des Körpers gegen die eigenen Zellen (sog. Autoimmunreaktion), chronische Infektionen mit Bakterien oder Viren, die nicht zwingend weitere Beschwerden hervorrufen müssen, eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe (z. B. Konservierungsstoffe) in der Nahrung oder in Medikamenten. In manchen Fällen besteht auch eine sog. physikalische Urtikaria, d. h., die Symptome treten auf, wenn bestimmte physikalische Reize (z. B. Kälte, Wärme, Druck) auf den Körper einwirken – dann spricht man jedoch nicht von einer chronischen, sondern einer physikalischen Urtikaria, obwohl die Beschwerden z. T. ein Leben lang bestehen können. Daneben gibt es noch die sog. cholinerge bzw. cholinergische Urtikaria, bei der eine Erhöhung der Körpertemperatur die Symptome hervorruft und die ebenfalls über einen längeren Zeitraum oder zeitlebens bestehen bleibt. Da die chronische Urtikaria nicht nur mit z. T. heftigem Juckreiz einhergeht, sondern auch für andere sichtbar ist, kann sie die Betroffenen sehr belasten.

Suche nach dem Auslöser

Damit eine chronische Urtikaria angemessen behandelt werden kann, muss zunächst ihre Ursache ermittelt werden. Das erfordert aufgrund der vielen Möglichkeiten von ärztlicher Seite oft zahlreiche Untersuchungen. Ist eine Infektion die Ursache, gestaltet sich die Behandlung mit der Gabe von entsprechenden, gegen die Krankheitserreger wirkenden Medikamenten meistens vergleichsweise einfach. Bei einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe müssen diese – wie bei einer Allergie auch – gemieden werden. Sind physikalische Reize die Ursache, müssen diese ebenfalls weitgehend ausgeschaltet werden, was jedoch oft nicht vollständig möglich ist.

Medikamente und Hausmittel

In jedem Fall werden jedoch auch Medikamente gegen die Beschwerden verabreicht (sog. symptomatische Therapie). Das sind in erster Linie Antihistaminika, die gegen den Juckreiz und die Quaddelbildung wirken. Lassen sich damit die Symptome nicht eindämmen, kommt auch die Gabe von Medikamenten infrage, die die Aktivität des Immunsystems unterdrücken. Dazu zählen z. B. Kortison und Ciclosporin A. In manchen Fällen werden die Wirkstoffe auch miteinander kombiniert.

Klingen die Beschwerden auch nach der Gabe dieser Wirkstoffe nicht ab, gibt es noch weitere Therapieoptionen, z. B. die Gabe des monoklonalen Antikörpers Omalizumab, der ebenfalls eine Wirkung auf das Immunsystem ausübt, und i. d. R. mit einem Antihistaminikum kombiniert wird. Auch trizyklische Antidepressiva kommen teilweise zum Einsatz.

Bei besonders heftigem Juckreiz können Betroffene auch noch zu einem bewährten Hausmittel greifen: zu Kälte – jedoch natürlich nur, wenn die Urtikaria nicht durch Kälte ausgelöst wird. Kältepacks aus dem Kühlschrank (nicht aus dem Eisfach!), auf die Hautstellen gelegt, lindert den Juckreiz. Das Gleiche gilt für die Abreibung der Haut mit kühlem Wasser oder für eine kühle Dusche.

Quelle: Allergikus 2/2015

12.08.15

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