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Neue Therapie für schwerstkranke Lungenpatienten

Im New England Journal of Medicine (NEJM) berichten Gießener Lungenforscher in zwei Artikeln über einen neuen Behandlungserfolg, das meldet die Universität Gießen. Erstmalig ist es gelungen, mit einem neuen Medikament sowohl bei Patienten mit chronischen Lungenembolien als auch bei Betroffenen mit Lungenhochdruck einen positiven Therapieeffekt zu erzielen. Der neue Wirkstoff stellt die gestörte Funktion körpereigener Enzyme wieder her und verbessert so die Funktion der Lunge.

Störungen bei der Atmung und bei der Durchblutung können in der Summe zu einer verminderten Sauerstoffaufnahme führen. Dieses Phänomen findet sich bei Patienten, die unter Bluthochdruck in der Lunge, der sog. Pulmonalen Hypertonie, leiden. Bei dieser Gruppe von Erkrankungen kommt es zu einer krankhaften Engstellung der Blutgefäße in der Lunge. Es fließen weniger rote Blutkörperchen an den sauerstoffreichen Lungenbläschen vorbei, Sauerstoffarmut ist die Folge. In den aktuell vorgestellten Studien zeigte das Arzneimittel als erstes Medikament in diesem Indikationsgebiet Wirksamkeit in zwei unterschiedlichen Erkrankungsformen. Und zwar sowohl bei der chronischen thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) sowie bei Patienten mit dem isolierten Lungenhochdruck, der sog. Pulmonalarteriellen Hypertonie (PAH).

Auch breitenmedizinische Anwendung möglich

Darüber hinaus könnte das Medikament aber auch breitenmedizinisch relevant werden, da Studien bei Patienten mit Lungenhochdruck mit Herzinsuffizienz, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Lungenfibrose in Planung sind. Nicht zuletzt planen die Gießener Forscher, die Wirksamkeit in Tibet, Kirgistan und Südamerika auch bei Patienten zu untersuchen, die permanent in großen Höhen leben und die zu einem relevanten Anteil an Lungenhochdruck leiden. Das Medikament gehört zu einer neuen Substanzklasse, den sog. Stimulatoren der löslichen Guanylatzyklase (sGC). Aufgrund seines Wirkmechanismus der „intelligenten Gefäßweitstellung“ führt es insbesondere in erkrankten Gefäßen zur Wiederherstellung der Funktion.

Der gesamte Weg, von der Erforschung in Grundlagenlabors bis hin zur klinischen Anwendung, wurde dabei von den Gießener Forschern koordiniert. „Es besteht berechtigte Hoffnung, dass dieser neue Therapieansatz schnell bei unseren Patienten auch außerhalb von Studien ankommt, nachdem die Amerikanische Zulassungsbehörde FDA aufgrund der überzeugenden Ergebnisse ein beschleunigtes Zulassungsverfahren eingeleitet hat“, kommentiert Ardeschir Ghofrani, Leiter beider globaler Studien.

Quelle: COPD und Asthma 03/2013

31.01.14

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