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Jedes zehnte Neugeborene hat ein Hämangiom

Bei einem Hämangiom handelt es sich um den häufigsten gutartigen Tumor im neugeborenen Alter. Der Tumor geht von den Zellen der Gefäßwand aus. Die häufigsten Hämangiome sind die infantilen Hämangiome und diese treten in den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt auf. Es gibt auch kongenitale Hämangiome, diese sind angeboren und bereits bei der Geburt vorhanden. Dr. Julia Kössler-Ebs, Universitätsklinik Heidelberg, erläutert die Behandlungsmethoden von Hämangiomen.

Sind Hämangiome gefährlich?

Nein, Hämangiome sind erst einmal nicht gefährlich. Sie tauchen relativ häufig auf, jedes zehnte Neugeborene hat solch ein Hämangiom. Allerdings gibt es Hämangiome, auf die man aufpassen muss: Das sind vor allem sehr große oder rasch größenprogrediente Hämangiome und solche, die kritisch gelegen sind, im Gesicht, am Auge, an der Nase, am Ohr, an Gelenken oder auch im Genitalbereich.

Wie entstehen Hämangiome?

Die genauen Ursachen sind noch nicht bekannt. Man weiß, dass es eine familiäre Häufung gibt. In den Leitlinien wird ein lokaler oder regionaler Sauerstoffmangel im Gewebe diskutiert, aber abschließend geklärt ist die Ursache noch nicht.

Welche Merkmale treten auf?

Die meisten Hämangiome sind die infantilen, die wenige Tage oder Wochen nach der Geburt auftauchen. Sie fallen meist durch eine punktförmige Rötung auf, im Verlauf nimmt dieser Punkt an Größe, Farbintensität und Erhabenheit zu. Er wächst meist ganz klassisch die ersten sechs Lebensmonate. Anschließend kommt es zu einem Wachstumsstopp und dann tritt die natürliche Rückbildungsphase ein. Der Blutschwamm bildet sich somit von alleine zurück, aber es können Restbefunde zurückbleiben. I. d. R. gilt: Bis ungefähr zum siebten Lebensjahr des Kindes bilden sich ca. 70 % der Hämangiome vollständig zurück. Je größer das Hämangiom, desto häufiger bleiben Reste zurück. Das sind am häufigsten Pigmentveränderungen und die Haut ist ausgedünnter und nicht ganz so straff, wie die übliche Haut am Körper.

Welche Arten von Blutschwämmen gibt es?

Die beiden großen Unterscheidungsgruppen sind die infantilen Hämangiome, die wenige Tage oder Wochen nach der Geburt auftauchen und die kongenitalen Hämangiome, die bereits bei der Geburt vorhanden sind.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung hängt von der Beschaffenheit des Hämangioms ab. Es gibt zum einen die Kryotherapie, also die Kältebehandlung. Diese ist besonders geeignet für flache Hämangiome, die sich rasch vergrößern. Nach Auftragen einer Betäubungssalbe wird nach einer Einwirkzeit von ca. 30 Minuten ein Kältestift mit -32 °C auf das Hämangiom aufgesetzt. Die Eindringtiefe beträgt lediglich zwei Millimeter, Mit dieser Kryotherapie soll ein Wachstumsstopp bewirkt werden, d. h., die Größe des Hämangioms wird „eingefroren“. Das Hämangiom sieht nach der Vereisung genauso aus, wie vorher. Es gilt anschließend, die natürliche Rückbildung abzuwarten. Vergleichbar mit der Kryotherapie ist die transkutane Lasertherapie. Jedoch verfügt sie mit ca. 8 mm über eine größere Eindringtiefe in das Gewebe.

Wie werden große Hämangiome behandelt?

Bei großen oder auch kritisch gelegenen Hämangiomen eignet sich die systemische Therapie. Seit 2008 wird dazu Propranolol verwendet. Dabei handelt es sich um einen Betablocker, der in der Herz-Kreislauf-Behandlung schon seit langer Zeit bekannt ist. In der Hämangiomtherapie wird das Medikament seit 2008 in einer niedrigen Dosierung eingesetzt, jedoch ist das Medikament aktuell noch nicht zugelassen. Durch das Propranolol wird das Wachstum des Hämangioms gestoppt und es wird die natürliche Rückbildung eingeleitet. Bei guten Erfolgen bereits nach kurzer Zeit sind die Nebenwirkungen i. d. R. gering. Als weitere Therapieoption gibt es noch die chirurgische Therapie. Wobei diese nicht in der Primärbehandlung stattfindet, sondern erst nach der natürlichen Rückbildungsphase, wenn Reste der Hämangiome verbleiben. Somit sind auch die Narben wesentlich kleiner.
h2. Kann es zu Komplikationen kommen?

Es kann zu oberflächlichen Defekten kommen, das betrifft besonders Hämangiome, die an feuchten oder faltigen Stellen liegen. Hämangiome können auch mal bluten. Schwierige Komplikationen können funktionelle Störungen sein, wenn das Hämangiom beispielsweise am Auge liegt und ins Auge reinwächst. Dadurch kann das Kind erblinden. Das Gleiche gilt fürs Ohr: Wenn das Hämangiom ins Ohr wächst, kann es zu einer Beeinträchtigung des Hörvermögens kommen. An der Nase hat man Sorge, dass sich der Nasenknorpel verschiebt oder aufgrund des Druckes beschädigt wird und an Gelenken kann es zu Bewegungseinschränkungen kommen.

Quelle: Patient und Haut 1/2014

05.06.14

Hämangiom
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