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Neurodermitis bei Kindern

Einer von zehn Säuglingen ist von Neurodermitis betroffen. Trockene Haut, starker Juckreiz, blutig gekratzte Stellen am Körper, schlaflose Nächte: Neurodermitis ist eine Erkrankung, die für Kinder und ihre Eltern sehr belastend ist. Prof. Dr. Ulrich Wahn erläutert im Interview, worauf Eltern achten sollen.

Wie viele Kinder in Deutschland sind von Neurodermitis betroffen?

Nach epidemiologischen Studien aus den letzten zwei Jahrzehnten können wir heute davon ausgehen, dass einer von zehn Säuglingen von Neurodermitis betroffen ist. Damit ist die Neurodermitiserkrankung eine der am weitesten verbreiteten Erkrankung im Kleinkindalter.

Welche Ursachen hat die Erkrankung?

Über die Ursachen wissen wir heute immer besser Bescheid. Die wesentliche Ursache an Neurodermitis zu erkranken, ist in der Genetik zu finden. Es wurden mittlerweile mehrere Gene identifiziert, welche für die Ausprägung der Neurodermitis verantwortlich sind. Das bekannteste ist das Filaggrin-Gen, welches die Feuchtigkeit der Haut regelt.

Welche Faktoren begünstigen die Entstehung von Neurodermitis?

Neben den Genen sind auch Umwelteinflüsse und der Lebensstil bedeutend. Das konnte eindeutig nachgewiesen werden in Ernährungsstudien mit Säuglingen. Bei Kindern, die mit einer hypoallergenen Nahrung versorgt worden sind, ist das Risiko an Neurodermitis zu erkranken weitaus höher, als bei solchen, die gestillt worden sind. Die Erkrankung kann verstärkt oder verlängert werden, durch die Haltung von Haustieren oder wenn in der Familie viel geraucht wird.

Welche Symptome treten auf?

Die bekanntesten Symptome sind ein auftretendes Ekzem der Wangen und des Gesichts, das mit Rötungen und Juckreiz einhergeht. Diese ersten Symptome können bereits in den ersten zwei bis drei Lebensmonaten beobachtet werden. Erst im Krankheitsverlauf, nach einer Zeit von ein bis zwei Monaten springen die Symptome dann über auf Arme und Beine. Ausgenommen davon ist der Windelbereich, was die Neurodermitis von anderen Hauterkrankungen im Säuglingsalter abgrenzt.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Eltern sind gut beraten ihre Kinder mit den Mitteln behandeln zu lassen, für die es gesicherte Studien und Erkenntnisse gibt. Zunächst bildet die Hautpflege die Basis der Therapie. Dabei sollten rückfeuchtende Pflegeprodukte verwendet werden. Die Haut sollte nicht mit fettenden Produkten behandelt, sondern ihr sollte ausreichend Feuchtigkeit zugeführt werden und sie sollte unterstützt werden, die Flüssigkeit im Gewebe zu halten. Die Haut muss immer atmen können. Neben der Basistherapie kommt dann die antientzündliche Therapie zum Einsatz. Das Ziel ist es dabei, die Entzündung zu kontrollieren und nicht die Krankheit zu heilen. Eingesetzt werden dabei milde Kortisonpräparate, die heutzutage i. d. R. kaum noch Nebenwirkungen haben. Des Weiteren können die Kinder mit Calcineurin-Inhibitoren behandelt werden.

Wie kann der Juckreiz gemindert werden?

Der Juckreiz ist ein Symptom der Entzündung und sollte deswegen auch nicht mit Medikamenten, sondern lokal mit Salben und Cremes behandelt werden.

Was sollten Eltern beachten?

Eltern sind am besten beraten, wenn sie einen spezialisierten Kinderallergologen oder Hautarzt aufsuchen und die Therapie individuell mit ihm besprechen. Dabei sollte abgeklärt werden, ob das Kind an einer Lebensmittelallergie leidet. Die Eltern sollten ihre Kinder auch in vollem Umfang impfen lassen, weil sich im letzten Jahrzehnt herausgestellt hat, dass sich die Impfungen nicht negativ auf die Neurodermitis auswirken.

Quelle: Patient und Haut 2/2013

29.01.14

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