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Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e. V.: Aus der Arbeit der Spezialkliniken für Neurodermitis, Asthma und Allergie

Glaubt man den von den gesetzlichen Krankenkassen veröffentlichten Fallzahlen um Erkrankte in Deutschland, die mit Neurodermitis, Asthma, Allergien, aber auch der Schuppenflechte (Psoriasis) oder Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) belastet sind, kann man davon ausgehen, dass etwa 35 % der Bundesdeutschen an einem dieser Krankheitsbilder leiden.

Speziell die sich auf der Haut zeigenden Krankheiten Neurodermitis, Schuppenflechte und Vitiligo werden in aller Regel durch den Hautarzt behandelt. In den fast 22 Jahren Tätigkeit unseres Bundesverbands haben wir beobachten müssen, dass durch diese Fachärzte oft nur das Symptom der Erkrankung behandelt wird. Natürlich helfen diese sogenannten „topischen” (örtlichen, äußerlichen) Behandlungen, aber sie unterdrücken das Krankheitsgeschehen nur und haben keinerlei Einfluss auf die Ursachen des jeweiligen Krankheitsbildes. Im Gegenteil: Oft entwickelt sich z. B. aus einer Neurodermitis ein asthmatisches Krankheitsbild, wobei wir in unserer Arbeit immer wieder feststellen, dass diese Patienten teilweise über viele Jahre wegen ihrer Hautprobleme mit Salben und Cremes behandelt wurden, die nur die Symptome unterdrücken.

Ganzheitliche Behandlungskonzepte sind erforderlich

Schnell und aus eigener Erfahrung im Rahmen der Erkrankung unseres Sohnes fanden wir heraus, dass speziell diese immer wieder als „Hautkrankheiten” bezeichneten Symptome eine ganzheitliche Behandlung erfahren müssen. Dies war vor 22 Jahren der Hauptanlass für die Gründung des Bundesverbands Neurodermitiskranker. Auch wir wurden nur mit Symptome unterdrückenden Salben und Cremes von den dermatologischen Praxen und Kliniken mit unserem kranken Kind wieder nach Hause geschickt. Erst ein erfahrener Heilpraktiker in Hamburg klärte uns auf, dass die Krankheit intensiv an den ernährungsbedingten Stoffwechsel und das Immunsystem gekoppelt sei. Heute wissen wir, dass neben dem ernährungsbedingten Stoffwechsel und dem allgemeinen Immunsystem auch das Darmassoziierte Immunsystem sowie hormonelle und psychosomatische Faktoren in die Diagnose und Behandlung mit eingebunden werden müssen. Für die Behandlung von Allergien gilt das Gleiche wie bei der Behandlung der Hautprobleme.

Wie entstehen Allergien?

Die Bereitschaft zu allergischen Reaktionen kann nicht beeinflusst werden, weil sie schon bei der Geburt vorprogrammiert ist. Menschen, die eine Allergiedisposition aufweisen, haben zu hohe Immunglobulin E (IgE)-Werte. Diese bewirken die Produktion von Histamin, das wir als Schutz z. B. bei einem Insektenstich benötigen. Leider wird aber bei zu hohen IgE-Werten auch zu viel Histamin produziert, welches sich dann an Mastzellen im Blut anreichert. Die Mastzelle möchte sich von der Histaminlast befreien, wodurch oft harmlose Dinge zum Auslöser der Allergie werden können.

Es gibt viele Ärzte und Heilpraktiker, die versuchen, im Rahmen der ambulanten Behandlung, eine ganzheitliche Diagnose und Therapie durchzuführen. Oft sind diese Behandlungen allerdings kostenintensiv, weil die Therapien nicht zu den Leistungen der Krankenkassen gehören.

Einweisung und Kostenübernahme

Daher ist es gut, dass sich in Deutschland speziell für die genannten Krankheiten sogenannte Spezialkliniken etabliert haben, in die man als gesetzlich krankenversicherter Patient per Einweisung durch den Haus- oder Hautarzt, gegebenenfalls durch den Allergologen oder Lungenfacharzt, eingewiesen werden kann. Die Krankenkassen übernehmen alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen im Rahmen einer akutmedizinischen Behandlung. Die Spezialkliniken haben den Status eines Krankenhauses nach §§ 108/109 Sozialgesetzbuch V, sodass der behandelnde Arzt eine normale Einweisung nach § 39 Sozialgesetzbuch V ausstellen und die akutmedizinische Krankenhausbehandlung in diesen Kliniken verordnen kann. Es müssen alle ambulanten Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sein und die Krankheit muss in einer Intensivität verlaufen, dass der Zustand eine akutmedizinische Behandlung rechtfertigt. Ist man in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert, so reicht es in aller Regel, wenn der einweisende Arzt auf dem Einweisungsschein folgendes vermerkt: „Akutmedizinische Krankenhausbehandlung wegen schwerer/therapieresistenter … (z. B. Neurodermitis) in … (hier muss die Klinik bezeichnet werden, z. B. Spezialklinik Neukirchen).”

Gezielte Therapie

Abhängig von der Diagnosestellung der Klinik, folgt dann eine entsprechende Behandlung. Zeigt der Patient z. B. intensive Nahrungsmittel-unverträglichkeiten, so wird das Hauptaugenmerk in der Behandlung natürlich auf diesen Faktor gelegt. Zeigen sich intensive Darm- Dysbiosen, wird eine gezielte Darmsanierung eingesetzt. Ist die Haut superinfiziert, dann muss eine kausale Hautbehandlung erfolgen. Hat die Eingangsdiagnose ergeben, dass psychosomatische Ursachen bei der Erkrankung eine Rolle spielen, so wird man gemeinsam mit dem Patienten diese Problematik be- und erarbeiten usw.

Kurzum: In den mit unserem Bundesverband zusammenarbeitenden Fachkrankenhäusern wird an erste Stelle die intensive Diagnostik gesetzt, um herauszufinden, was die Krankheit auslöst. Auf die Diagnose baut sich dann die Behandlung auf. Allein das Wissen um die Auslösefaktoren, das wird uns immer wieder nach solchen Krankenhausaufenthalten berichtet, ist ein Rüstzeug für das weitere Leben mit den Krankheiten. Man kann reagieren, wenn es einmal zu einem leichten Rückfall kommt, weil man seine Auslösefaktoren kennengelernt hat und damit umzugehen weiß.

Zu Fachkrankenhäusern, die einer ständigen Qualitätssicherung durch unseren Bundesverband unterliegen, haben wir Informationsunterlagen in der Bundesgeschäftsstelle vorrätig, die wir gerne kostenlos und unverbindlich an Betroffene versenden.

Jürgen Pfeifer
Vorsitzender des Bundesverbands Neurodermitiskranker in Deutschland e. V.
www.neurodermitis.net


05.01.07

Aus der Arbeit der Spezialkliniken für Neurodermitis, Asthma und Allergie
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