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Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e. V.: Impfen bei Neurodermitis – ja oder nein?

Die oft bange Frage der Eltern

Neurodermitis, Asthma, Allergien generell stellen die Schulmedizin häufig immer noch vor ungelöste Probleme. In aller Regel bleibt dem behandelnden Arzt nur eine symptomatische Therapie, da es oft sehr schwierig ist, den Auslösefaktor der Erkrankung herauszufinden. In 21 Jahren Arbeit im Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e. V. haben wir es häufig erlebt, dass recht eindeutig eine Impfung der Auslösefaktor für die Entwicklung einer Neurodermitis war. Bei den von uns mitbetreuten Krankheiten Vitiligo und Psoriasis gibt es diesbezüglich keine so deutlichen Anhaltspunkte.

Von Seiten der Schulmedizin wird der Umstand, dass Impfungen eine atopische, allergische Erkrankung auslösen können, oft geleugnet. Allerdings wird das Thema Impfen seit Jahrzehnten sehr konträr diskutiert. Da wir speziell bei Neurodermitis in keiner Weise mehr daran zweifeln, dass eine Impfung die Krankheit auslösen kann, wird dieses Thema natürlich in unsere Beobachtung und Beratung mit einbezogen. Wir sind keineswegs Impfgegner, aber ein Arzt, der sagt, „wir impfen alles durch“, hat vermutlich genauso wenig Recht wie ein Kollege, der sich zum strikten Feind und Gegner des Impfens erklärt hat. Impfungen müssen sein und Impfungen sollen sein – allerdings immer unter Berücksichtigung der möglichen Risiken für den Geimpften.

Bei unseren anamnestischen Befragungen, speziell wenn es um Kinder geht, fragen wir immer nach, ob der Auslösezeitpunkt im kausalen Zusammenhang mit einer Impfung stand. Ich möchte noch einmal herausstellen, dass wir uns als Selbsthilfeorganisation nicht legitimiert fühlen, für oder gegen das Impfen zu plädieren. Wir können nur aufzeigen, dass Impfungen im kausalen Zusammenhang mit der Auslösung von Neurodermitis, Asthma, Allergien, eventuell Vitiligo und Psoriasis stehen können.

Durch die flächendeckende Durchführung von Impfungen konnten viele Krankheiten, die früher mit einem hohen Risiko für die Betroffenen verbunden waren, regelrecht ausgerottet werden. Heutzutage sollte man allerdings in einigen Fällen schauen, ob eine Impfung tatsächlich notwendig ist. Denn wir wissen, dass Kinderkrankheiten das Immunsystem leistungsfähiger machen können und zwar dann, wenn sie einen normalen Verlauf nehmen. Auf der anderen Seite kann allerdings eine ansonsten recht harmlose Masernerkrankung zu schweren Schäden wie z. B. einer Hirnhautentzündung führen.

Vorsicht vor Kombinationsimpfungen

Speziell bei atopisch und allergisch erkrankten Kindern sollte unserer Meinung nach auf die heute in aller Regel eingesetzten Kombinationsimpfungen, die teilweise sieben Impfstoffe oder künftig sogar mehr enthalten, verzichtet werden. Man muss davon ausgehen, dass Atopiker und Allergiker schon ein gestörtes Immunsystem aufweisen. Wenn dann noch diverse Einzelerreger in den Organismus gelangen, damit der Körper Antikörper gegen diese Krankheitserreger produziert, die sich später zu Gedächtniszellen zurückbilden, dann ist das Immunsystem des Atopikers oder Allergikers möglicherweise überfordert. Als Folge bricht die Krankheit aus, sie sollte aber nicht als sog. „Impfschaden“ betrachtet werden. Das betroffene Kind, das nach einer Impfung die Neurodermitis erleidet, wäre vermutlich sowieso bald erkrankt, z. B. wenn eine Antibiotikabehandlung erforderlich gewesen wäre.

Diese durch Impfungen hervorgerufenen Krankheitsausbrüche können allerdings vermutlich verhindert werden, wenn man die Impfungen zeitlich auseinander zieht und für den Atopiker und Allergiker wieder auf einzelne Impfstoffe zurückgreift. Ein kleiner Piks in den Po, und das in Wiederholung, dürfte lange nicht so schlimm sein wie eine Kombinationsimpfung mit vielen Impfstoffen und Einzelerregern, die eher ein neurodermitisches Geschehen im Säuglingsalter auslösen kann.

Viele Atopiker leiden an Hühnereiweißunverträglichkeiten. Da diverse Lebendimpfstoffe auf Hühnerembryonen gezüchtet werden, sind viele Impfstoffe schon vom Herstellungsprozess her für allergisch oder atopisch disponierte Menschen problematisch. Jeder Kinderarzt kann sich aber beim Institut für Serologie, dem Paul- Ehrlich-Institut in Eschborn, informieren, welche Impfstoffe in Deutschland und im europäischen Ausland zur Verfügung stehen, die nicht auf dem Hühnerembryo gezüchtet wurden, sondern z. B. auf dem Schweinsauge. Um unerwünschte und vermeidbare Nebenwirkungen der Impfung so gering wie möglich zu halten, sollte der Kinderarzt auf jeden Fall über Atopien und Allergien in der Familie informiert werden.

Bei den Impfstoffen gibt es noch weitere Faktoren, die für die Verträglichkeit eine Rolle spielen, z. B. die Haltbarkeit. Es ist günstig, wenn der Arzt Impfstoffe besorgt, die nur kurzzeitig verwendbar sind. Dann werden im Herstellungsprozess eine Reihe von Chemikalien und Medikamenten gespart, z. B. antimykotische Wirkstoffe gegen Verpilzung, aber auch Konservierungsstoffe und Stabilisierungsmittel, damit der Impfstoff nicht ausflockt. Langlebige Impfstoffe müssen teilweise mit antibiotischen Medikamenten durchsetzt werden, damit sich im Impfserum keine unerwünschten Bakterien vermehren können.

Die Entscheidung liegt bei den Eltern

Man kann keinen allgemein gültigen Rat geben, gegen was ein Kind unbedingt geimpft werden sollte und auf welche Impfungen möglicherweise verzichtet werden könnte. Daher rät unser Selbsthilfeteam, dass Eltern sich sowohl mit Ärzten unterhalten sollten, die pro Impfung, als auch mit Ärzten, die vollkommen kontra eingestellt sind. Wie in vielen Bereichen des Lebens ist dann der berühmte „Mittelweg“ vermutlich der richtige. Ich glaube, der größte Fehler ist, sein Kind überhaupt nicht impfen zu lassen und damit das Kind der Gefahr auszusetzen, sich eine der Kinderkrankheiten zuzuziehen, die durch die Immunschwäche, die ein Atopiker oder Allergiker hat, schlimme Verläufe nehmen können. Umgekehrt sollte man aber nicht unbedarft an die Impfungen herangehen, vor allem, wenn die genannten Krankheiten schon in der Familie aufgetreten sind. Letztlich müssen allein die Eltern entscheiden, ob sie impfen lassen oder ob sie aus Vorsicht vor Impfschäden oder dem Auftreten einer Neurodermitiserkrankung das Impfen unterlassen bzw. einschränken.

Im Rahmen unserer Verbandstätigkeit haben wir ca. 320 Kinder erlebt, deren Eltern auf uns zukamen und uns als Auslösefaktor für eine Neurodermitiserkrankung die Impfung genannt haben. Als nicht sinnvoll ist der Versuch anzusehen, den Impfschutz homöopathisch wieder „zu löschen“, damit sich die gezeigte Neurodermitis zurückentwickelt. Dies klappt in aller Regel nicht. Allerdings haben wir bei den genannten Kindern gesehen, dass die sog. „Auto(homo)loge Immuntherapie“ anscheinend dazu beitragen konnte, die nach dem Impfen aufgetretene Neurodermitis zurückzubilden.

Weitere Informationen zu den angesprochenen Themen erhalten Sie kostenlos über den Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e. V..

Jürgen Pfeifer, Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e. V.

03.11.06

Neurodermitis bei Kindern
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