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Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e.V.: Gesunder Darm – gesunder Mensch

Wie sagte schon der alte griechische Arzt Hippokrates: „Der Tod sitzt im Darm“! Hippokrates wurde 83 Jahre alt, damals ein biblisches Alter für einen Menschen. Heute weiß man, dass der Darm bei Neurodermitis, Allergien, Asthma, Heuschnupfen und anderen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt.

Der Darm des Menschen ist ein interessantes Gebilde und stellt mit seiner ca. 400 m2 großen Schleimhautoberfläche das größte Organ des Menschen dar. Zum Vergleich: Die Haut hat nur eine Oberfläche von 2 m2, die Lunge ist mit einer Oberfläche von etwa 100 m2 das zweitgrößte Organ des Menschen. Der Darm hat wichtige Aufgaben, die sich in zwei Bereiche aufteilen: Zum einen bildet der Darm einen großen Teil unseres Immunsystems, zum anderen hat er die Aufgabe, aufgenommene Nahrung so zu verstoffwechseln, dass der Mensch sie verwerten kann. Für beide Aufgaben ist es wichtig, dass im Darm eine Symbiose vorherrscht. Damit ist das harmonische Zusammenspiel von Darmschleimhaut und Mikroorganismen, zumeist Bakterien, gemeint. Die „guten“ Bakterien sind im Körper des Menschen sehr wichtig, denn sie synthetisieren Stoffe, die der Mensch nicht oder nicht genügend selber produzieren kann (z. B. Vitamin K). Man findet sie in der Mundschleimhaut, im Magen und die meisten im Darm. Im Dickdarm sind es etwa 410, davon 400 anaerobe und zehn aerobe Bakterienarten. Die Darmschleimhaut ist die „Wohnung der Bakterien“. In ihr nisten sie sich ein und verrichten die Verstoffwechslung der Nahrung, stellen aber gleichzeitig einen Immunschutz für den Menschen dar. Denn auch pathogene, krank machende Keime, Bakterien und Pilze können sich in der Darmschleimhaut aufhalten. Die „guten Bakterien“ bauen einen Schutzwall auf, „killen“ die bösen Keime und sorgen dafür, dass sie nicht in den Organismus gelangen und Krankheiten hervorrufen. Sie verhindern auch, dass pathogene Keime in umgekehrter Richtung aus dem Organismus in den Darm eingeschleust werden. In der Darmschleimhaut sitzen bis zu 80 % der gesamten Abwehrzellen des Körpers, daher sagt man auch: „Gesunder Darm – gesunder Mensch“.

Der Weg der Nahrung

Für den Transport der Nahrung ist die Ringmuskulatur wichtig, die den Magen, den Darm sowie die Speiseröhre umgibt. Durch ihre wellenartige Bewegung (Peristaltik) gelangt Nahrung nach dem Schlucken zuerst in den Magen, wo der Speisebrei, dessen Verdauung bereits im Mund durch Zerkleinerung und Einspeicheln begonnen hat, mit Enzymen und Magensäure vermischt wird. Vom Magen aus wird der Speisebrei weiter über den Magenpförtner in den Zwölffingerdarm, den oberen Bereich des Dünndarms, abgegeben. Gallensäure, Insulin und Enzyme werden nun aus den entsprechenden Drüsen und Organen zur Verdauung und Verstoffwechslung dem Speisebrei beigefügt, um ihn auf seinen etwa sieben Meter langen Weg durch den Dünndarm vorzubereiten. Im Dünndarm werden die Nährstoffe von kleinen Blutgefäßen aufgenommen und über die Pfortader zur Leber transportiert. Von dort aus werden die aus dem Stoffwechsel gewonnenen Produkte bis in die kleinsten Zellen des Körpers weiter transportiert. Im unteren Bereich des Dünndarmes wird die Gallensäure ebenfalls aus dem Darm zur Leber transportiert, dort recycelt und an die Gallenblase abgegeben. Dünndarm und Dickdarm trennt die „Bauhin`sche Klappe“. Sie öffnet sich, wenn der Speisebrei im unteren Dünndarmbereich angekommen und bereit für den Dickdarm ist. Über die Ringmuskulatur wird nun der Speisebrei, der sich bisher immer abwärts bewegte, durch den erst aufsteigenden, dann quer verlaufenden und schließlich absteigenden Dickdarm befördert. Dabei werden dem Speisebrei Flüssigkeit und Salze entzogen und er wird zur „Stuhlsäule“ eingedickt. Die unverdaulichen Nahrungsreste, die hier ankommen, werden durch Bakterien zersetzt (Fäulnis).

Die Darmflora beeinflusst den Krankheitszustand

Bei atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen und Nesselsucht, aber auch bei allergischen Krankheiten, Schuppenflechte und auch Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) spielt die Darmflora offenbar eine noch zentralere Rolle als dies in der schulmedizinischen Wissenschaft bis dato Beachtung fand. Klinische Studien mit Menschen, die von den vorgenannten Krankheiten betroffen waren, ergaben, dass keiner dieser Patienten eine gesunde Darmflora aufzeigte. Bei den Stuhluntersuchungen wurden dysbiotische bis pathogene Situationen festgestellt. Je kranker die Darmflora, so die Beobachtungen um die klinischen Befunde der Krankheiten, desto intensiver waren die Patienten von den Krankheitsbildern belastet. Wurde durch entsprechenden Aufbau der kranken Darmflora wieder ein gesunder Zustand erreicht, bildeten sich auch die Krankheiten stark zurück. Selbst Asthmapatienten erklärten danach, viel weniger kortisonhaltige Medikamente zu benötigen. Besonders Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, wie Kortison, Zytostatika, aber auch Antihistaminika und Antibiotika, richten enorme Schäden in der Darmflora an, die es zu beheben gilt. Mehr als 100 Möglichkeiten stehen hierfür zur Verfügung, von Diäten über Nahrungsergänzungsmittel bis hin zu Medikamenten. Leider sehen wir in unserer täglichen Arbeit eine gewisse Hilflosigkeit, wenn der Patient mit einem Stuhlbefund zum Arzt kommt und um eine Symbioselenkung für einen Wiederaufbau der Darmflora bittet. Unser Bundesverband arbeitet diesbezüglich mit zwei Fachkrankenhäusern zusammen, die sich speziell um diese Diagnostik und Behandlung kümmern, aber auch mit einigen niedergelassenen Ärzten und Heilpraktikern, an die wir die Patienten verweisen können. Eine Stuhldiagnostik lassen wir in einem autorisierten Labor erstellen. Dann kommen Pro- bzw. Präbiotika (Mikroorganismen bzw. Substanzen, die sich günstig auf die Darmflora auswirken) und Medikamente zum Einsatz. Nicht alles, was auf dem Markt angeboten wird, ist nach unseren Erkenntnissen für eine Sanierung der Darmflora geeignet. Siegmund Freud sagte einmal: „Die Haut ist der Spiegel der Seele“ und hatte damit sicher recht. Wir, der Bundesverband Neurodermitiskranker, ergänzen diese Aussage ein wenig: „Die Haut ist der Spiegel der Seele und des Darmes“. Wer mehr zu den genannten Krankheiten wissen will, kann unter unserer Adresse umfangreiche Informationsunterlagen, die kostenlos und unverbindlich verschickt werden, anfordern.

Jürgen Pfeifer, Vorsitzender des Bundesverbands Neurodermitiskranker in Deutschland e.V.

09.11.06

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