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Faktoren zur Entstehung von Neurodermitis

Bei den meisten Betroffenen liegt eine ererbte Veranlagung zu der Krankheit vor. Für den Ausbruch von Neurodermitis ist allerdings ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren nötig, die individuell sehr verschieden sein können und daher auch noch nicht alle erforscht sind. Man spricht von einer multifaktoriellen Entstehung der Krankheit. Die Auslöser werden auch Provokationsfaktoren oder Trigger genannt. Es gibt neben der genetischen Veranlagung verschiedene Theorien über Faktoren, die offenbar einen auslösenden Einfluss auf die Krankheit haben. Dabei können Umwelteinflüsse und psychische Faktoren gleichermaßen eine Rolle spielen.

Es erscheint auf den ersten Blick paradox, dass ausgerechnet übertriebene Hygiene als Erklärung für die Häufung von Neurodermitis in der modernen Zeit angeführt wird. Offenbar braucht der Körper jedoch auch den Kontakt mit Keimen und Schmutz, um zwischen harmlosen Stoffen und solchen unterscheiden zu können, auf die tatsächlich mit einer Abwehrreaktion geantwortet werden muss. Es hat sich zum Beispiel gezeigt, dass Kinder mit bestimmten Wurminfektionen fast nie an Neurodermitis erkranken. Bei diesen Infektionen erhöht sich der Immunglobulin E-Wert (IgE), der auch bei Neurodermitikern erhöht ist. Möglicherweise wird das IgE unter den modernen hygienischen Bedingungen fehlgeleitet und verursacht so die Überreaktionen. Auch das Vorgehen gegen Infektionen mit Antibiotika bereits im Säuglingsalter scheint das Immunsystem so verwirren zu können, dass es zu einer Überreaktion neigt. Der stressige westliche Lebensstil mit zunehmender Isolierung und Kontaktarmut scheint sich ebenfalls negativ auf die Krankheitsentwicklung auszuwirken. So erkranken Kinder aus Ein-Kind-Familien häufiger an Neurodermitis als Kinder mit mehreren Geschwistern. Es gibt jedoch noch keine Erkenntnisse darüber, warum das so ist.

Klinische Beobachtungen zeigen außerdem, dass Patienten mit Neurodermitis ebenso wie Asthmatiker und Allergiker fast immer eine nicht gesunde Darmflora (Dysbiose) aufweisen. Durch darmsanierende Maßnahmen kann die Krankheit dann in der Regel deutlich gelindert werden. Der Darm wird in der heutigen Medizin meist nur dann beachtet, wenn er selbst eindeutig erkrankt ist. Da aber etwa 85 % unseres Immunsystems im Dickdarm beheimatet sind, sollte es nicht überraschen, dass er bei Autoimmunkrankheiten, zu denen man auch Neurodermitis zählt, eine wichtige Rolle spielt.

Daneben können Allergien, bestimmte Nahrungsmittel, das Klima und auch physikalisch-chemische Faktoren (z. B. zu hohe Außentemperaturen, zu trockene Luft oder Irritation der Haut durch Textilien wie etwa Wolle) als Auslöser wirken. Psychische Belastungen können die Krankheit zwar nicht verursachen, aber die Hauterscheinungen verstärken. Rauchen und Passivrauchen wirken sich negativ auf den Krankheitsverlauf aus.

Myriam Spätling

28.01.08

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