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Wenn der Kopf Karussell fährt – Schwindelanfälle aus neurologischer Sicht

Schwindel ist nach dem Kopfschmerz das zweithäufigste Leitsymptom überhaupt. Die Prävalenz (Häufigkeit des Vorkommens) liegt je nach Alter zwischen 20 und 32% aller Menschen, bei über 80-jährigen sogar bei 39%. Die meisten dieser Menschen leiden schon seit Jahren an Schwindel, ohne dass bei Ihnen eine klare Diagnose gestellt oder eine wirksame Therapie eingeleitet wurde. Die Ursachen des Schwindels sind vielfältig, lassen sich aber schon durch eine genaue Befragung (Anamnese) der Beschwerden näher eingrenzen:

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Der sogenannte systematische Schwindel, der mit einer gerichteten Bewegungsillusion einhergeht (z. B. Drehschwindel wie in einem Karussell oder Schwankschwindel wie auf einem Schiff) spricht für eine Störung entweder im Gleichgewichtsorgan des Innenohres, im dahinter gelegenen Gleichgewichtsnerven oder im Gleichgewichtssystem des Gehirns. Diese Erkrankungen gehören in das Fachgebiet des Neurologen oder HNO-Arztes.

In einer neurologischen Schwindelambulanz ist die mit Abstand häufigste Erkrankung dieser Art mit 19% der sogenannte gutartige Lagerungsschwindel. Dabei wacht man meist nachts auf aufgrund heftiger, mehrere Sekunden anhaltender Drehschwindelattacken, die jeweils durch Lagewechsel wie Umdrehen oder Hinlegen ausgelöst werden. Die Ursache ist harmlos: Es haben sich kleine Kristalle (Otokonien) aus dem Innenohr gelöst und sind in einen der Bogengänge des Gleichgewichtsorgans gefallen, wo sie dieses bei jeder Lageänderung reizen. Nach dem heutigen Stand des medizinischen Wissens kann man diese Erkrankung relativ einfach heilen, indem man durch ein bestimmtes, genau individuell angepasstes Lagerungsmanöver diese Kristalle wieder aus dem Bogengang herausschleudert. Leider gibt es auch heute noch viele Patienten, bei denen diese Erkrankung bislang nicht erkannt oder zumindest nicht wirksam behandelt wurde. Dieses zu tun und darüber aufzuklären ist das Anliegen unserer neurologischen Schwindelsprechstunde und besonders auch des Vortrags am 26.09.2006.
Neben dem Lagerungsschwindel werden die wichtigsten und häufigsten anderen Schwindelursachen besprochen, z.B. ein Ausfall des Gleichgewichtsnerven, die Neuritis vestibularis, die sich bei angemessener Behandlung meist gut zurückbildet, aber unbehandelt bei 40% erhebliche dauerhafte Restbeschwerden hinterlässt. Ganz ähnliche Symptome wie die beiden genannten Erkrankungen können durch ernstzunehmende Durchblutungsstörungen im Gleichgewichtszentrum des Gehirns verursacht werden, sie müssen unbedingt neurologisch abgeklärt bzw. auf einer Schlaganfallstation behandelt werden. Viele andere Patienten meinen mit Schwindel nicht den genannten systematischen Drehschwindel, sondern ein diffuses Benommenheitsgefühl, hier liegen die Ursachen häufig im Herz-Kreislauf-System oder in der Einnahme bestimmter Medikamente. In dem Vortrag werden einfache Schemata vermittelt, mit denen jeder selbst seine Beschwerden besser einordnen kann und dann vielleicht weiß, an welchen Facharzt er sich gegebenenfalls zuerst wenden sollte. Außerdem werden moderne Untersuchungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie sie derzeit zur genaueren Abklärung der Schwindel-Ursache zur Verfügung stehen.

Quelle: Prof. Dr. W. Heide (Vortrag „Wenn der Kopf Karussell fährt – Schwindelanfälle aus neurologischer Sicht“ am 26.09.2006, 19:00 Uhr)

20.11.06

Wenn der Kopf Karussell fährt – Schwindelanfälle aus neurologischer Sicht
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