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Neuropathien bei Zöliakie

US-amerikanische und schwedische Wissenschaftler, u. a. von der Columbia University New York und vom Karolinska Institut in Stockholm, veröffentlichten eine Studie, nach der Menschen mit Zöliakie doppelt so häufig von Neuropathien betroffen sind wie andere Personen. Sie stellten zudem fest, dass sich diese Neuropathien z. T. auch bereits vor der Zöliakie zeigen. Neuropathien sind Erkrankungen des peripheren Nervensystems, d. h. es kommt zu Nervenschädigungen, die sich z. B. durch Missempfindungen oder Gefühlsstörungen äußern können.

Ameisenlaufen auf der Haut, Kribbeln oder fehlendes Gefühl z. B. in den Fingerkuppen oder den Zehen können bei Neuropathien genauso auftreten wie fehlende oder verringerte Reflexe, Gleichgewichtsstörungen beim Gehen oder die gestörte Wahrnehmung von Kälte-, Wärme- oder Schmerzreizen. Auch die Nervenleitgeschwindigkeit kann verringert sein, d. h. Reize kommen verspätet dort an, wo sie ankommen sollen. Ursächlich für Neuropathien sind u. a. sog. Demyelinisierungen, also Schäden in der Myelinschicht, die die Nervenzellen ummantelt, oder Schädigungen der sog. Axone, die wichtiger Bestandteil der Nervenzellen sind. Die Wissenschaftler, die ein vermehrtes Auftreten von Neuropathien bei Zöliakie feststellten, vermuten, dass immunologische Prozesse eine Rolle beim Auftreten der Nervenschädigungen spielen, da Zöliakie eine Autoimmunerkrankung ist.

Was tun gegen die Neuropathie?

Neuropathien können nur behandelt werden, wenn ihr Auslöser ausgeschaltet wird. Die Zöliakie selbst lässt sich bislang jedoch nicht ursächlich behandeln – die einzige Möglichkeit, Beschwerdefreiheit zu erlangen, ist der lebenslange Verzicht auf das Klebereiweiß Gluten. Allerdings scheinen sich dadurch bislang Neuropathien nicht effektiv behandeln zu lassen. Dennoch sollten von Zöliakie Betroffene bei Verdacht auf eine Neuropathie rasch zum Arzt gehen, damit dieser erstens die Diagnose bestätigen bzw. andere mögliche Auslöser für eine Neuropathie (z. B. Diabetes mellitus, Alkohol) ausschließen und zweitens das Fortschreiten der Neuropathie möglichst aufhalten und eine – wenn auch vielleicht nur symptomatische – Behandlung einleiten kann.

Falls z. B. Schmerzen mit der Neuropathie einhergehen, können Schmerzmittel helfen. Gegen Missempfindungen können andere Medikamente (u. a. Medikamente gegen Epilepsie wie Gabapentin oder gegen Depressionen wie Amitriptylin) eingesetzt werden. Durch gezielte Physio- oder Ergotherapie können bei Bedarf Strategien erlernt werden, mit denen sich Funktionseinschränkungen infolge der Neuropathie ausgleichen lassen. Wärme- oder Kältebehandlungen oder eine transkutane elektrische Nervenstimulation mit einem Gerät, das kleine elektrische Impulse abgibt, helfen ebenfalls manchmal. Auch der Einsatz von Hilfsmitteln (z. B. speziellem Besteck, das die Nahrungsaufnahme erleichtert) wird im Bedarfsfall geübt. Sog. alternative Heilmethoden haben in wissenschaftlichen Untersuchungen bislang keine Wirkung auf Neuropathien gezeigt.

Wie sich eine Neuropathie entwickelt, ist i. d. R. nicht vorherzusagen. In manchen Fällen treten von selbst nach einiger Zeit Besserungen ein, sind die Nerven jedoch unumkehrbar geschädigt, ist das nicht möglich.

Quelle: allergikus 1/2016

25.04.16

Neuropathien bei Zöliakie
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