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Rückenschmerzen

Was sind Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind in der Region zwischen dem 7. Halswirbel und dem Gesäß lokalisiert. Schmerzen an der Halswirbelsäule werden üblicherweise nicht zu Rückenschmerzen gezählt.

Hexenschuss ( Lumbago, plötzlich auftretender akuter Rückenschmerz), Ischiasschmerzen („Ischias“ genannt, medizinisch korrekt Ischialgie – ins Bein ausstrahlende Schmerzen), chronische Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen (Lumbosakrale Schmerzen, Schmerzen im unteren Teil des Rückens) – viele Formen ein und desselben Symptoms: Rückenschmerzen. Auch ein Bandscheibenvorfall verursacht starke Schmerzen im Rücken.

Meist ist der untere Teil des Rückens von Rückenschmerzen betroffen. Sie setzen oft ganz plötzlich ein, so zum Beispiel beim Hexenschuss, und dauern weniger als sechs Wochen an. Man spricht hier von unkomplizierten Rückenschmerzen, die oft schon nach wenigen Tagen verschwinden. Chronische Rückenschmerzen dauern meist mehr als drei Monate an. Akute Rückenschmerzen sind auf ca. sechs Wochen begrenzt.

Rückenschmerzen können mehr oder minder stark sein und verschiedene Teile des Rückens betreffen. Ist der untere Teil des Rückens betroffen, spricht man von Lumbalgie – entstammt dem lateinischen Begriff lumbus, übersetzt Lende und dem griechischen Wort algos für Schmerz –, während Dorsalgie zusätzlich aus dem Lateinischen Wort dorsum, übersetzt Rücken, abgeleitet ist.

Häufigkeit von Rückenschmerzen

Nach der Gesundheitsberichterstattung des Robert Koch-Instituts gaben über 20 % der Interviewten an, dass sie von chronischen Rückenschmerzen betroffen sind.

In dem Gesundheitssurvey 1998 ist die Rede davon, dass Rückenschmerzen bei beiden Geschlechtern aller Altersgruppen die häufigste Schmerzart darstellen und sogar vor Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen rangieren. Demnach gaben 39% der Frauen und 31% der Männer an, in den vergangenen sieben Tagen unter Rückenschmerzen gelitten zu haben.

Bei einer telefonischen Befragung für den Gesundheitssurvey 2003 zeigte sich, dass 22% der Frauen und 15% der Männer im Jahr vor der Befragung unter chronischen Rückenschmerzen gelitten hatten, die mindestens drei Monate dauerten und mehrmals täglich auftraten.

Mit steigendem Lebensalter nehmen Rückenschmerzen zu: Im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt treten sie am häufigsten auf. In allen Altersgruppen geben Frauen mehr Rückenschmerzen an als Männer. Außerdem sind die Schmerzen für sie intensiver, deren Dauer länger.

Für Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückens sind nach der Krankheitskostenrechnung 2002 knapp 8,4 Milliarden Euro ausgegeben worden, also rund vier Prozent der indirekten Kosten für alle Krankheiten.

Betrachtet man die indirekten Kosten die Rückenschmerzen verursachen, wird man auf die Zahlen der Arbeitsunfähigkeit aufmerksam. Im Schnitt sind Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückens nach dem Robert-Koch-Institut (RKI) verantwortlich für beinahe 18% aller Arbeitsunfähigkeitstage. Rückenschmerzen stehen in wechselseitigem Zusammenhang mit depressiven Symptomen und anderen Indikatoren der psychischen Gesundheit.

Bei Befragten, die an Depressionen litten, lag die Rate an Rückenschmerzen doppelt so hoch wie bei Teilnehmern ohne Depression. Dem RKI zufolge sind weitere Risikofaktoren Arbeitsbelastungen und Arbeitszufriedenheit sowie Lebensstilfaktoren wie Rauchen und Übergewicht.

Aufbau der Wirbelsäule

Um sich frei bewegen und aktiv im Alltag bestehen zu können, bedarf es des funktionellen Zusammenspiels der einzelnen Körperteile. Die Wirbelsäule muss als Achse des menschlichen Körpers wichtige mechanische Funktionen erfüllen. Auf der einen Seite muss sie die aufrechte Körperhaltung gewährleisten, auf der anderen Seite soll die Wirbelsäule biegsam genug sei, um verschiedenste Bewegungen zu ermöglichen. All diesen Anforderungen wird sie gerecht, indem Knochen, Bänder, Sehnen und Muskeln korrekt ineinander greifen.

Von der Seite kann man die typische Krümmung der Wirbelsäule erkennen: Sie gleicht einem doppelt geschwungenen S und besteht aus weichen und harten Elementen. Im Nacken bezeichnet man die Krümmung als Lordose, im Bereich der Brust als Kyphose und im Lendenbereich spricht man wieder von einer Lordose. 24 gegeneinander bewegliche Knochen, die Wirbelkörper, umschließen und schützen das aus Nervengewebe bestehende Rückenmark. Es befindet sich in der knöchernen Röhre aus Wirbelkörpern. Von dort aus ziehen Nerven in alle Regionen des Körpers. Durch die charakteristische Krümmung der Wirbelsäule kann sie Stöße abfedern.

Die Wirbelsäule besteht aus sieben Hals-, zwölf Brust- und fünf Lendenwirbeln. Der Grundbaustein, der Wirbel, besteht in allen drei Abschnitten aus den gleichen Bestandteilen. Er setzt sich aus dem vorne liegenden Wirbelkörper zusammen, der den Hauptteil des Gewichtes trägt. Weiterhin umgibt der Wirbelbogen das Wirbelloch. Benachbarte Wirbelbögen bilden den knöchernen Wirbelkanal, der sich schützend um das Rückenmark legt. Zwischen zwei Wirbelbögen treten Nervenwurzeln aus.

Die Belastung für die Wirbelkörper nimmt von oben nach unten zu. Deshalb nehmen auch die Wirbelkörper an Größe zu. Am fünften Lendenwirbel liegt der Hauptbelastungspunkt der gesamten Wirbelsäule. Aus diesem Grund treten auch nach den ärztlichen Leitlinien rund 62 % der Rückenerkrankungen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf.

Um die auf die Wirbelsäule einwirkenden Kräfte abfedern zu können, liegt zwischen zwei Wirbelkörpern die Bandscheibe. Sie hat primär die Funktion eines Stoßdämpfers oder Puffers. Schädliche Belastungen für die Wirbelsäule werden vermieden, indem die Bandscheiben den Druck gleichmäßig über den gesamten Wirbelkörper verteilen. Die Bandscheiben sorgen dafür, dass die Wirbelsäule gleichzeitig stabil und beweglich ist. Die gegeneinander beweglichen Wirbelkörper werden von zahlreichen Muskeln und Bändern zusammengehalten.

Die Bestandteile der Bandscheiben sind ein gallertartiger wasserreicher Kern, umgeben von einem Ring aus Faserknorpel. Damit der Gallertkern nicht verrutscht oder austritt, umgibt außerdem ein Faserring den Kern. Die Bandscheiben werden weder über Blutgefäße noch über Nerven versorgt. Sie werden durch den permanenten Wechsel von Be- und Entlastung nach dem Saug-Druck-Pumpen-Prinzip versorgt. Im Alter verlieren sie an Flüssigkeit, deshalb werden ältere Menschen auch ein paar Zentimeter kleiner.

Schmerzarten

Man unterscheidet bei Rückenschmerzen spezifische (radikuläre), unspezifische (nicht-radikukläre) und pseudoradiculäre Schmerzen.

  • Spezifische Rückenschmerzen (radikulär)

Reizungen der Nervenwurzel lösen hier den Schmerz aus. Oftmals strahlen die Schmerzen ins Bein aus, selten in den Fuß. Die Schmerzen sind oft sehr stark. Es können auch Gefühlsstörungen – vergleichbar mit Ameisenlaufen –, Taubheitsgefühle bis zu Lähmungen auftreten. Bandscheibenvorfälle sind zum größten Teil für radikuläre Schmerzen verantwortlich. Sie werden als stechend und ziehend empfunden, strahlen teilweise bis ins Bein aus.

  • Unspezifische Schmerzen (nicht radikulär)

Sie treten am häufigsten auf, sind auf eine Region der Wirbelsäule beschränkt und strahlen nicht aus. Im Sitzen oder im Stehen sind die Schmerzen meist stärker als im Liegen. Oftmals kann man schon nach wenigen Wochen eine Besserung der Schmerzen feststellen.

Verspannungen der Muskulatur sind häufig als Auslöser zu verzeichnen. Sie sind in den meisten Fällen für Rückenschmerzen verantwortlich. Dieser Schmerz entsteht, wenn verspannte Muskeln in der Nähe liegende Nerven reizen.

Schmerzreize gelangen über Nervenbahnen zuerst ins Rückenmark, dann ins Gehirn, in dem sie in mehreren Zentren weiterverarbeitet und gespeichert werden – es entsteht ein Schmerzgedächtnis.
Diese Schmerzen treten nur auf einer Rückenseite, am Gesäß oder auf der Rückseite der Oberschenkel auf. Die Betroffenen können sie schlecht lokalisieren. Sie werden als dumpf beschrieben.

  • Pseudoradikuläre Schmerzen

Ursache für diese Art von Schmerzen ist keine Nervenwurzelreizung, sondern Fehl- oder Schonhaltungen. Zu diesen Schonhaltungen kommt es durch Schmerzen der Betroffenen. Auch pseudoradikuläre Schmerzen können ins Bein ausstrahlen.

Birgit Lindner

06.02.15

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