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Neutropenie als Folge der Krebstherapie

Eine Neutropenie ist eine Folge der Chemotherapie mit Gefahr für Komplikationen: So kann die Neutropenie ernste Infektionen nach sich ziehen, die sogar lebensbedrohlich sein können.

Unter Neutropenie wird ein Mangel an sog. neutrophilen Granulozyten verstanden, informiert die Bayerische Krebsgesellschaft. Diese sind im Volksmund eher als Fresszellen bekannt – sie sind in der Lage, Bakterien zu erkennen und zu vernichten, indem sie die Erreger auffressen. Bei einer Neutropenie sinkt die Zahl dieser Fresszellen im Blut stark ab. Dadurch wird auch dass Immunsystem geschwächt.

Bei einer Zahl von weniger als 1.000 neurophilen Granulozyten pro Mikroliter Blut liegt eine schwere Neutropenie vor, heißt es weiter. Das Immunsystem arbeitet nicht mehr effektiv – und die Infektionsgefahr steigt dadurch immer weiter an. Krebspatienten spüren die Neutropenie selbst nicht, sollten sich aber sorgsam beobachten. Warnzeichen für eine Infektion mit Krankheitserregern sind eine erhöhte Körpertemperatur von mehr als 38 Grad sowie Entzündungen der Mundschleimhaut, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, Husten oder Atemnot, Schmerzen beim Wasserlassen oder Durchfälle. Die Bayerische Krebsgesellschaft rät bei jedem dieser Anzeichen dazu, einen Arzt zu konsultieren. Im schlimmsten Fall kann eine Infektion bei einem geschwächten Immunsystem zu einer Blutvergiftung führen, die auch tödlich ausgehen kann, wenn lebenswichtige Organe versagen.

Behandlung

Zur Behandlung der Neutropenie werden sog. Wachstumsfaktoren eingesetzt. Das sind Gewebshormone, die stimulierend auf das Wachstum von bestimmten Körperzellen wirken, im Falle von neutrophilen Granulozyten ist das der Wachstumsfaktor G-CSF. Es ist möglich, G-CSF biotechnologisch herzustellen und Krebspatienten mit Neutropenie zu verabreichen – so stimuliert er im Körper die Bildung von neuen neutrophilen Granulozyten. Man spritzt ihn einmal täglich unter die Haut. Dies können Krebspatienten auch selbst übernehmen. Die Behandlungsdauer liegt bei zehn bis zwölf Tagen. Therapiebeginn sollte frühestens 24 Stunden nach der Chemotherapie sein.

Vorbeugung

Ebenso ist es wichtig, dass Krebspatienten mit Neutropenie einige Verhaltensregeln kennen, um die Infektionsgefahr zu mindern: Dazu gehört es beispielsweise, dass sie sich von Menschen mit Erkältungen oder anderen Infektionen fernhalten, keinen zu engen Kontakt mit Haustieren zulassen sowie vorsichtig sein sollten beim Verzehr von rohen Speisen wie Eier, Fisch oder Fleisch. Rohes Obst und Gemüse sollte man immer gründlich abwaschen und putzen. Auch eine gute und gründliche Mundpflege sollte selbstverständlich sein. Als besonders gefährdet gelten laut Pharmazeutischer Zeitung Patienten, bei denen das Knochenmark vom Krebs betroffen ist, Senioren ab 65 Jahren, Frauen, Patienten mit schlechtem Ernährungsstatus, eingeschränkter Immunfunktion oder schlechtem Allgemeinzustand.

Quelle: Befund Krebs 3/2016

22.09.16

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