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Nicht-invasive Beatmungstherapie: Wer profitiert davon?

Werden Menschen mit fortgeschrittener COPD nicht-invasiv beatmet, kann dies die Lebensqualität, die körperliche Leistungsfähigkeit als auch die Lebenserwartung erhöhen.

Unter Atemversagen, medizinisch auch als respiratorische Insuffizienz bezeichnet, versteht man einen gestörten Gasaustausch in der Lunge, der mit krankhaft veränderten Blutgaswerten einhergeht. Von einer Teilinsuffizienz (Partialinsuffizienz) spricht man, wenn die kranke Lunge nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen, Kohlendioxid jedoch noch abatmen kann. Liegt eine Störung der Atempumpe vor Atempumpeninsuffizienz (Globale Insuffizienz), wird auch die Atmung beeinträchtigt und es kommt neben der eingeschränkten Sauerstoffaufnahme auch zu einer reduzierten Kohlendioxidabgabe. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Leidet der Betroffene an einer obstruktiven Erkrankung der Atemwege, kommt es zu der Insuffizienz aufgrund einer akuten oder chronischen Erschöpfung der Atemmuskulatur, die durch die erhöhte Atemarbeit verursacht wird. Aber auch Störungen des Atemantriebes im Gehirn z. B. nach Schlaganfall, Störungen im Nervensystem sowie geometrischen Veränderungen des Brustkorbes (z. B. Skoliose) können eine Ventilationsstörung auslösen.

Langzeit-Sauerstofftherapie oder künstliche Beatmung

Eine Langzeit-Sauerstofftherapie ist sinnvoll, wenn in einer stabilen Krankheitsphase nur die Sauerstoffwerte im Blut erniedrigt sind (Teilinsuffizienz). Eine Sauerstofftherapie reicht jedoch nicht aus, wenn neben den niedrigen Sauerstoffwerten die Kohlendioxidwerte im Blut erhöht sind. Grund hierfür ist, dass in diesem Fall nicht der Gasaustausch, sondern die Atempumpe gestört ist. Um die erhöhten Kohlendioxidwerte zu normalisieren, muss der Patient beatmet werden.

Gründe für eine nicht-invasive Beatmung

Von einer nicht-invasiven Beatmungstherapie profitieren Menschen mit Atempumpeninsuffizienz, die u. a. aufgrund einer COPD oder einer Störung des Atemantriebs wie Schlafapnoe-Syndrom verursacht wird. Ziel der nicht-invasiven Beatmung ist es, die Atemmuskulatur zu entlasten und so einer Erschöpfung der Atempumpe vorzubeugen. Ist die Atempumpe nämlich erschöpft, kommt es zu einer Hypoventilation, d. h. die Atmung wird unzulänglich, die Lungen werden nicht mehr richtig belüftet, sodass der Gasaustausch eingeschränkt wird. Es kommt zu einem Abfall des Sauerstoffgehalts und zu einer Zunahme der Kohlenstoffdioxidkonzentration im Blut.

Die nicht-invasive Beatmung wird meist nachts durchgeführt und unterdrückt fast die Eigenatmung. Der ermüdete Atemmuskel kann sich während dieser Zeit erholen und die muskulären Energiespeicher können wieder aufgefüllt werden. Dadurch kann die Atemmuskulatur wieder mehr leisten, wodurch häufig am Tag eine ausreichende Spontanatmung ermöglicht wird. Wie lange und wann beatmet werden sollte, richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung:

  • Grad 1: phasenweise maschinelle Beatmung
  • Grad 2: regelmäßige nächtliche Beatmung
  • Grad 3: zusätzlich intermittierende Unterstützung der Atmung tagsüber
  • Grad 4: dauerhafte maschinelle Beatmung

Die nicht-invasive Beatmungstherapie kann als Heimbeatmung durchgeführt werden. Für die Heimbeatmung ist zuerst ein mehrtägiger Aufenthalt in einer speziellen Einrichtung notwendig. Hier wird der Betroffene langsam an die Maskenbeatmung gewöhnt. Manchmal kann es sinnvoll sein, dass der Betroffene zuhause durch einen speziellen Pflegedienst unterstützt wird.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Druckstellen durch die Masken oder – wenn diese nicht richtig abschließen – Bindehautentzündungen. Kommt Luft in den Magen, können Blähungen, Übelkeit und Völlegefühl auftreten. Zudem kann der ständige Luftstrom die Schleimhäute austrocknen.

Quelle: COPD und Asthma

18.10.16

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