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Nicht-invasive Heimbeatmung kann das Langzeitüberleben bei COPD-Patienten verbessern

Wie der Bundesverband der Pneumologen berichtet, kann eine nicht-invasive Heimbeatmung die Überlebenschancen von Patienten mit schwerer hyperkapnischer COPD erhöhen und ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität verbessern. „COPD-Patienten müssen aufgrund ihrer chronischen Atemwegsverengung ständig gegen einen erhöhten Widerstand atmen, sodass ihre Atemmuskulatur überlastet ist – man spricht auch von einer Atemmuskelinsuffizienz“, erläutert Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung (DLS). In der Folge atmen COPD-Patienten flacher und der Gasaustausch in der Lunge, also die Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe, ist beim Atmen entsprechend eingeschränkt.

Insbesondere das Kohlendioxid kann nicht mehr ausreichend abgeatmet werden: Es reichert sich im Blut an und führt zu einer Übersäuerung. Mediziner sprechen auch von einer Hyperkapnie. Gleichzeitig verursacht die reduzierte Atemtätigkeit einen Sauerstoffmangel im Blut. Diese Patienten profitieren von einer nicht-invasiven Heimbeatmung, die idealerweise während des Nachtschlafs für mindestens sechs Stunden über eine abnehmbare Atemmaske stattfindet. Die Beatmung entlastet die Atemmuskulatur. „Dank der Wiederauffüllung der Energiespeicher kann die Atempumpe dann auch tagsüber erheblich mehr leisten, was die körperliche Belastungsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten deutlich steigert“, erklärt Prof. Morr.

Eine Studie über die Effekte der nicht-invasiven Heimbeatmung wurde in dem Fachjournal Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht. An der Untersuchung nahmen 195 Patienten aus 36 Lungenzentren in Deutschland und Österreich teil. Dr. Thomas Köhnlein, Leipzig, und seine Wissenschaftler konnten zeigen, dass eine dauerhaft über mindestens sechs Stunden durchgeführte Maskenbeatmung den Gehalt an Kohlenstoffdioxid im Blut um 20 % verringert. „Ohne nicht-invasive Beatmung starben 33 % der Patienten innerhalb eines Jahres – in der Beatmungsgruppe aber nur 12 %“, berichtet Prof. Morr. Dies entspricht einer Reduktion des Sterblichkeitsrisikos um 76 %.

Für die körperliche Leistungsfähigkeit wurde ein sechsminütiger Gehtest durchgeführt, in dem die Beatmungspatienten deutlich besser abschnitten als die Patienten aus der Kontrollgruppe. Das Gleiche gilt für die gesundheitsbezogene Lebensqualität, die mit mehreren Testsystemen untersucht wurde. Eine Nebenwirkung der Therapie war ein Hautausschlag im Gesicht, der bei 14 % der Patienten auftrat, aber durch einen Wechsel der Beatmungsmaske wieder behoben werden konnte. Grundsätzlich stehen verschiedene Maskentypen zur Verfügung, sodass die nicht-invasive Beatmung individuell optimiert und in den meisten Fällen ohne Beschwerden durchgeführt werden kann.

Quelle: COPD und Asthma 1/2015

09.06.15

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