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COPD: Nichtraucher mit besserer Prognose

Nichtraucher, die an COPD leiden, haben meist einen deutlich milderen Krankheitsverlauf als rauchende Patienten. Die Sterblichkeitsrate ist dennoch hoch.

COPD ist keine Krankheit, die vorwiegend Raucher betrifft. Das ist insofern bemerkenswert, als sich der Großteil der COPD-Studien mit rauchenden oder ehemals rauchenden Patienten befassen. Daher ist bisher kaum untersucht worden, ob sich das Krankheitsbild sowie der Krankheitsverlauf bei diesen Betroffenen anders darstellen als bei der Gruppe von Nierauchern mit COPD. Diese Lücke wollten dänische Wissenschaftler mit einer bevölkerungsbasierten Studie schließen, die die Vermutung nahelegt, dass es zwischen Nierauchern und (Ex)-Rauchern deutliche Unterschiede gibt.

Jeder fünfte COPD-Patient hatte nie geraucht

Im Rahmen der Studie wurde bei 6.623 Teilnehmern, die nicht an Asthma litten, mithilfe der Spirometrie eine COPD diagnostiziert. Davon hatten 1.476 (22 %) Patienten niemals geraucht; 2.696 Patienten (41 %) waren ehemalige und 2.451 (37 %) aktive Raucher. Die meisten Patienten, die nie geraucht hatten, litten an einer leichten COPD mit einer Einsekundenkapazität (FEV1) über 80 % des zu erwartenden Wertes. Nur 3,5 % hatten eine FEV1 unter 50 %. Bei den Exrauchern und den Rauchern waren es 10 bzw. 11 %. Dementsprechend stellten die Wissenschaftler hier auch wesentlich schlimmere Atemwegsbeschwerden wie Atemnot und Husten fest.

Darüber hinaus konnten auch nur bei der Gruppe der aktuellen Raucher Anzeichen einer systemischen Entzündung festgestellt werden. Zum Vergleich: Bei den COPD-Patienten ohne Rauchervergangenheit lagen die Werte nicht höher als in einer Vergleichsgruppe von 24.529 Nierauchern, die nicht an COPD leiden.

Nieraucher deutlich seltener im Krankenhaus

Darüber hinaus ergab die Studie, dass lungenkranken Nieraucher im Vergleich zu den zunächst Lungengesunden innerhalb von vier Jahren gut achtmal so häufig wegen einer COPD im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Das Risiko lag für aktuelle und frühere Raucher jedoch noch höher. Einer stationären Behandlung wegen einer Pneumonie (Lungenentzündung) bedurften Nieraucher mit COPD 1,8-mal häufiger wie Personen ohne COPD. Das Risiko von Exrauchern und Rauchern war um den Faktor 2,8 und 3,4 erhöht. Stationäre Aufenthalte wegen Lungenkrebs waren bei dieser Gruppe elf bzw. 18-mal so häufig wie in der gesunden Kontrollgruppe. Bei den COPD-Patienten ohne Rauchervergangenheit konnten die Forscher keinen Fall ermitteln. Auch Krankenhausaufenthalte aufgrund von Herzerkrankungen wurden bei den Rauchergruppen vermehrt notwendig, nicht jedoch bei den COPD-kranken Nierauchern.

Nichtrauchende COPD-Patienten mit etwas leichterem Verlauf der Erkrankung

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass nichtrauchende COPD-Patienten im Vergleich zu aktiven und ehemaligen Rauchern andere Krankheitscharakteristika und eine leichtere Erkrankung aufweisen, die auf die Lungen beschränkt bleibt. Die Forscher warnen jedoch davor, die Krankheit als harmlos anzusehen. Hierüber informierte die Ärzte Zeitung.

Quelle: COPD und Asthma 01/2014

05.06.14

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