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Was bringt mir eine onkologische Rehabilitation?

Angelika M. will zu 100% zurück ins Leben

Als Angelika M. im Mai 2014 die Diagnose Brustkrebs erhielt, hat es ihr „den Boden unter den Füßen weggezogen“ sagt sie heute. Sie ist damit die vierte Frau in ihrer Familie, die den Kampf gegen die Krankheit aufnahm. Und auch, wenn sie ihre Angehörigen durch diese schwierige Zeit begleitet hat, war sie zunächst paralysiert von der Diagnose. „Ich habe damit nicht gerechnet, gehofft, dass es mich nicht trifft“, erzählt sie. Als sich dann der Befund der Frauenärztin bei der Biopsie bestätigte, „wusste ich nicht, was auf mich zukommt“, erinnert sich die 57-Jährige.

Jetzt, ein gutes Jahr später, ist der neun Millimeter große Tumor dank Operation und Bestrahlung verschwunden. Angelika M. ist zurück im Job, arbeitet Vollzeit wie in der Zeit vor der Diagnose. Eigentlich ist alles wie vor dem Vorsorgetermin im Mai 2014. Doch trotzdem sagt sie: „Ich stehe oft morgens auf und bin total kaputt.“ Die Therapie aus Operation sowie Bestrahlung und die damit einhergehenden Nebenwirkungen, wie etwa große Erschöpfung, haben ihre Spuren hinterlassen. Auch mit den Nebenwirkungen der Antihormontherapie hat Angelika M. zu kämpfen, wie Schlaflosigkeit, Müdigkeit oder Gelenkschmerzen.

Nach der OP im Juni 2014 begann Ende Juli die Bestrahlung. „In den ersten zwei Wochen habe ich noch nichts gemerkt, aber dann festgestellt, die Bestrahlung zehrt den Körper aus. Im Anschluss ist der Tag eigentlich gelaufen. Man kann nicht seinen normalen Alltag leben“, erinnert sie sich. Auch nach dem Ende der Bestrahlungstherapie habe es gedauert, bis sie sich erholt habe. „Ich war dann bis Ende des Jahres zu Hause“, berichtet sie.

Einen ersten Schritt nach vorne konnte Angelika M. dank der Anschlussrehabilitation (AHB) machen, die nach ca. zwei Wochen nach Ende der Behandlung folgt. „Hier sollen die Betroffenen wieder körperlich fit gemacht werden“, erläutert sie. Das war auch ihr großer Wunsch. „Ich fahre gerne Rad, laufe gerne. Mir war es wichtig, dass ich wieder berufstätig sein kann“, erinnert sie sich. „Ich bin aus der AHB mit einem guten Gefühl nach Hause gekommen. Die Behandlungen haben mir gut getan, mich mobilisiert.“ Heute, rund ein Dreivierteljahr später ist sie zurück im Job, kann wieder Sport treiben. Doch am Ziel ist sie noch nicht. „Ich merke, dass es immer noch eine Zeit dauern wird, bis ich wieder die Alte bin“, bemerkt sie. „Im Moment bin ich in einer Phase, in der die Fitness stagniert. Ich merke auch, dass das Arbeiten anstrengender ist als vorher.“

Deshalb hat sich Angelika M. entschlossen, eine onkologische Rehabilitation zu beantragen. „Ich habe das Gefühl, dass ich etwas für mich tun muss, dass mir physikalische Maßnahmen gut tun würden“, erklärt sie. Außerdem möchte die 57-Jährige in der Reha Zeit zum Ausruhen finden. Denn das fällt im Alltag einfach schwer. „Wenn ich mich richtig um mich kümmern wollte, müsste ich mich krankschreiben lassen“, berichtet sie. Doch genau das möchte Angelika M. nicht, möchte lieber ihren Alltag leben – so wie vor der Krankheit. „Du fühlst dich ja nicht krank. Du hast ein normales Leben gelebt, gehst nach der Vorsorge nach Hause und bist krank“, fasst sie das Paradoxe an ihrer Erkrankung in Worte. Von diesem „normalen“ Leben ist sie noch ein Stück weit entfernt, dass zu akzeptieren fällt ihr manchmal schwer, auch wenn die Ärzte betonen, dass sie noch Geduld haben muss, sich ihre Genesung im normalen Rahmen bewegt.

„Mit der Reha möchte ich einfach fitter werden. Das belastet mich am meisten. Ich bin so unfit, möchte einmal morgens aufwachen, ohne dass mir ein Gelenk weh tut und wünsche mir, dass die Müdigkeit und die Trägheit verschwinden.“ Einen Ansporn und einen Schritt in diese Richtung erhofft sie sich von der Rehabilitation. Denn obwohl sie auf ihre Ernährung achtet, Sport treibt, zur Misteltherapie geht… – der Alltag bleibt beschwerlicher als vor der Krebstherapie. Es sind einfach nicht mehr so viele Reserven da wie vor der Erkrankung. Dass macht sich etwa auch schon bei Haushaltsarbeiten oder dem Treppenlaufen bemerkbar. „Der Alltag lässt es eigentlich nicht zu, dass man sich so um sich selbst kümmert, wie dies nötig wäre. In der Reha sind dagegen Fachleute, die sich um einen kümmern“, erklärt Angelika M., warum sie sich einen Impuls für ihre Fitness dadurch erhofft. „Hier bekomme ich ein Drei-Wochen-Rumdumpaket, bei dem ich mich einmal um nichts kümmern muss.“ Am Ende wird hoffentlich ihr derzeit fast größter Wunsch erfüllt: „Ein Stück mehr Lebensqualität.“

Quelle: Leben? Leben! 3/2015

13.06.17

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