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Organspende

Weißt du schon oder denkst du noch?

Eigentlich finden alle das Thema wichtig, doch den eigenen Standpunkt zur Organspende haben viele Menschen für sich noch nicht geklärt. Die Entscheidung, in einem Organspende-Ausweis die Bereitschaft zur Spende zu dokumentieren, wird auf die lange Bank geschoben. Eine mögliche Ursache ist die Scheu, sich mit der eigenen Sterblichkeit zu beschäftigen.

Diese Befangenheit ist verständlich, führt aber zu einer merkwürdigen Diskrepanz: So wollen in Deutschland mehr Menschen in einer Notsituation von einem Spenderorgan profitieren als umgekehrt selbst durch eine Organspende bedrohtes Leben retten. Mitarbeiter in Kliniken, die täglich mit Todkranken konfrontiert sind, betrachten diese Haltung zu Recht als inkonsequent.

Jeder kann im Prinzip durch einen plötzlichen Unfall oder durch eine schwere Krankheit in die Lage geraten, auf eine Transplantation angewiesen zu sein. Und nicht nur das: Rein statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit sogar größer, selbst einmal ein Organ zu benötigen, als Organspender zu werden.

Patienverfügung

Ein weiterer Widerspruch wird beim Thema „Patientenverfügung“ offenbar. Viele Betroffene lehnen in ihrer Verfügung lebensverlängernde, intensivmedizinische Maßnahmen ab, wenn keine Hoffnung mehr auf eine Rückkehr ins Leben besteht. Nicht wenige haben aber gleichzeitig Probleme, wenn es um die Organspende geht: Werden da nicht doch zu früh die Maschinen abgestellt?

„Das Gegenteil ist der Fall“, erklärt Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation. „Ziel aller medizinischen Maßnahmen im Falle eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung ist es, das Leben des Patienten zu retten. Nur wenn die Gesamtfunktion des Gehirns unwiederbringlich ausgefallen ist, stellt sich die Frage nach einer Organspende.“

Wer sich diese Ungereimtheiten einmal bewusst macht, findet möglicherweise zu einer beherzteren Haltung, was die Bereitschaft zur Organspende angeht.

Alter und Vorerkrankungen

Darüber hinaus mag auch fehlendes Hintergrundwissen eine Rolle für die zögerliche Haltung beim Thema Organspende spielen. Nicht wenige ältere Menschen glauben beispielsweise wegen des vorgerückten Alters nicht mehr als Spender in Frage kommen zu können. Das trifft aber nicht zu: „Es gibt keine Altersgrenze für die Organspende. Der älteste Organspender in Deutschland war sogar über 90 Jahre alt“, so Dr. Rahmel. Entscheidend ist der Zustand der Organe, und der hängt nicht nur vom Alter ab. Über die Frage, ob ein Organ transplantiert werden kann, entscheiden medizinische
Tests nach dem Tod – und letztlich der Arzt, der die Organe transplantiert.

Auch Vorerkrankungen schließen eine Organspende meist nicht aus. Eine Organentnahme wird in der Regel ausgeschlossen, wenn beim Verstorbenen eine akute Krebserkrankung oder ein positiver HIV-Befund vorliegen. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte nach den vorliegenden Befunden, ob Organe für eine Entnahme in Frage kommen.

Übrigens: Mit dem Ausfüllen des Organspende- Ausweises legt man sich nicht „für immer“ fest. Wer seine Meinung ändert, kann den Ausweis einfach wegwerfen oder neu ausfüllen. Es gibt in Deutschland keine Registrierung von Daten im Zusammenhang mit der Bereitschaft zur Organspende, ebenso wenig existiert ein „Widerspruchsregister“. Vielleicht hilft ja auch dieses Wissen, um zu einer Entscheidung zugunsten des Lebens zu kommen.

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e. V.

26.02.16

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