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Wie kann man sich vor Osteoporose bei COPD schützen?

Etwa 40 bis 70 % der Menschen mit einer Lungenerkrankung leiden auch an Osteoporose. Grund hierfür ist zum einen, dass COPD eine Systemerkrankung ist, die sich auf den gesamten Organismus auswirkt. Zum anderen können Medikamente, die COPD-Betroffene einnehmen, als auch Rauchen die Wahrscheinlichkeit für eine Osteoporose erhöhen.

Im Volksmund wird die Stoffwechselkrankheit Osteoporose auch als Knochenschwund bezeichnet. Dieser Begriff verdeutlicht, was bei einer Osteoporose im Kochen vorgeht. Es wird nämlich mehr Knochen ab- als aufgebaut. Denn Knochen sind keine starren und leblosen Gebilde, sondern werden ständig auf-, um- und abgebaut. Bei Kindern und jungen Erwachsenen überwiegt noch der Knochenaufbau. Bei circa 30-jährigen Menschen wird etwa ähnlich viel Knochen auf- wie abgebaut. Zehn Jahre später, also mit etwa 40 Jahren, überwiegt allerdings schon der Knochenabbau. Übersteigt der jährliche Knochenschwund den normalen Verlust, spricht man von Osteoporose.

Zusammenhang zwischen COPD und Osteoporose

Die Folge der osteoporotischen Veränderung sind eine zu niedrige Knochendichte, ein mangelhafter Reparaturmechanismus und minderwertige Knochensubstanz, was sich wiederum auf die Qualität der Knochen auswirkt. Diese werden instabil, verlieren an Tragfähig- sowie Belastbarkeit und können folglich leichter brechen. Neben Rauchen, Untergewicht oder Bewegungsmangel beeinflusst auch die Lungenerkrankung COPD den Knochenstoffwechsel negativ. Aber auch eine Übersäuerung aufgrund eines zu hohen Kohlendioxid-Gehalts, ein Vitamin D-Mangel oder bestimmte Medikamente (z. B. Kortison in Tablettenform) verringern die Knochendichte. Inhaliertes Kortison dagegen spielt bei der Entstehung des Knochenschwundes kaum eine Rolle.

Kalzium- und Vitamin-D-Lieferanten

Um einer Osteoporose vorzubeugen, empfiehlt Prof. Dr. Harald Morr, Greifenstein, eine Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung. Denn der Mineralstoff Kalzium ist der wichtigste Knochenbaustein – knapp 100 % des Kalziums im Körper sind im Knochen eingebaut. Liegt ein Kalziummangel im Blut vor, wird das im Knochen eingebaute Kalzium freigesetzt. Der Knochen verliert allmählich an Festigkeit. Auch Vitamin D ist wichtig, da es die Aufnahme des Kalziums aus dem Darm und den Einbau in den Knochen fördert. Viel Kalzium ist vor allem in Milchprodukten wie Hartkäse und Joghurt, aber auch in einigen Gemüsesorten wie Brokkoli und Grünkohl enthalten. Seefisch (Makrele, Hering, Matjes, Lachs, Sardelle, Heilbutt), Eier, Pfifferlinge, Champignons, Gouda und Butter sind reich an Vitamin D. Da der Körper zur Herstellung des Vitamin D Sonnenlicht benötigt, sollten Betroffene jeden Tag mindestens eine halbe Stunde aus der Wohnung raus gehen.

Kalzium- und Vitamin-D-Räuber

Fertiggerichte, Fast Food, Chips, Cola, Limonaden, aber auch Fleischextrakt, Schmelzkäse und Hefe enthalten viel Phosphat. Dieses verringert die Kalziumaufnahme aus dem Darm und erhöht den Kalziumabbau in den Knochen. Spinat, rote Beete, Mangold und Rhabarber enthalten Oxalsäure und sollten daher wenig konsumiert werden. Diese organische Säure blockiert nämlich die Kalzium-Aufnahme. Kochsalz fördert die Kalziumausscheidung über den Urin und sollte daher sparsam verwendet werden. Auch zu viel Alkohol sollte vermieden werden. Koffein wirkt entwässernd und schwemmt so nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte wie Kalzium oder Magnesium aus. Daher sollten Betroffene täglich nicht mehr als drei Tassen Kaffee trinken. Auch Rauchen erhöht das Osteoporoserisiko. Rauchen bewirkt, dass das Knochengewebe nur noch mangelhaft versorgt wird, wodurch dieses geschädigt wird. Laut Prof. Morr ist bei Rauchern der jährliche Knochenverlust etwa doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern.

Belastung stärkt den Knochen

Aufbau und Erhalt der Knochensubstanz hängt direkt mit körperlicher Bewegung zusammen. Denn der Knochen passt sich an die an ihn gestellten Anforderungen an: Wird er belastet, baut er sich auf, wird er nicht belastet, baut er sich ab. Für den Knochenaufbau förderlich sind vor allem Sportarten, die die Muskulatur aufbauen, wie beispielsweise Krafttraining. Auch etwa 30-minütiges Gehen, das dreimal die Woche durchgeführt wird, wirkt sich günstig auf die Muskulatur aus. Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen, (Nordic) Walking trainieren die Muskulatur und eignen sich ebenfalls zur Prophylaxe. Vor Aufnahme des Trainings sollten COPD-Betroffene sich mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, welche Sportart für sie geeignet ist.

Behandlung in schweren Fällen

Das Risiko, an einer Osteoporose zu erkranken, ist hoch, wenn über einen längeren Zeitraum (mehr als drei Monate) Kortison als Tabletten eingenommen werden. So entwickeln etwa 30 bis 50 % der Menschen mit einer schweren COPD, die Kortison in Tablettenform zu sich nehmen, eine Osteoporose. Dabei ist laut Prof. Morr der Verlust an Knochenmasse in den ersten drei bis zwölf Monaten besonders hoch. In diesen Fällen wird der behandelnde Arzt den Betroffenen eine spezielle Prophylaxe verordnen, die diese mit ausreichend Kalzium und Vitamin D versorgt. Ist die Knochendichte bereits sehr gering, erhalten die Betroffenen zusätzlich spezielle Medikamente zur Osteoporosetherapie.

Quelle: COPD und Asthma 3/2016

25.11.16

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