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Palliativmedizin

Nicht die Verlängerung der Überlebenszeit um jeden Preis, sondern die größtmögliche Lebensqualität sowie ein selbstbestimmtes Leben stehen im Vordergrund einer palliativmedizinischen Behandlung. Dazu gehören die Behandlung der körperlichen Beschwerden, wie beispielsweise Schmerzen, sowie die Unterstützung bei existenziellen und spirituellen Nöten, bei Fragen zur Betreuung oder sozialrechtliche Fragen.

Palliativmedizin ist nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten (voranschreitenden), weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative (heilende) Behandlung anspricht.“ Zur Palliativmedizin gehören gleichwertig die medizinische Behandlung und menschliche, ärztliche, pflegerische und psychosoziale Begleitung. Der Begriff „Palliativ“ stammt von dem lateinischen Wort „palliare“, das so viel bedeutet wie „mit einem Mantel umhüllen“. Menschen mit einer ungünstigen Prognose sollen bis zum Lebensende begleitet werden. Auch wenn ein schwerkranker Mensch evtl. noch Jahre lebt, kann die Palliativmedizin ihm zu mehr Lebensqualität, d. h. zu so wenig Schmerzen wie möglich, und bei der Bewältigung von Ängsten helfen.

Palliativmedizinische Betreuung bei schwerer COPD

Von einer palliativmedizinischen Betreuung profitieren nicht nur Krebspatienten, sondern auch Menschen mit weit fortgeschrittener COPD. Denn nicht die Art, sondern die Schwere einer Erkrankung begründen eine Palliation. So leiden COPD-Betroffene unter einer ähnlich schweren Symptomlast (Atemnot, Husten, Depression und Schmerzen) wie beispielsweise Menschen mit Lungenkrebs, sind jedoch oft schlechter versorgt und haben eine geringere Lebensqualität. Eine multidimensionale Langzeitversorgung, bei der auch psychosoziale und spirituelle Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt werden, kann dazu beitragen, die noch verbleibende Lebenszeit zu erleichtern.

Bei Menschen mit schwerer COPD sollte die palliative Behandlung parallel zur kurativen Behandlung mit beispielsweise Betamimetika, Kortisonmedikamenten oder Sauerstoff durchgeführt werden. Sinnvoll ist die Palliativversorgung bei COPD, wenn eines der nachfolgenden Kriterien vorliegt…

  • Schlechter Funktionszustand
  • Gewichtsverlust/Kachexie (auch bei adipösen Patienten möglich)
  • Ungeplante Krankenhauseinweisungen
  • Mehr Pflegebedarf

Plus mindestens zwei COPD-spezifische Indikatoren

  • Schwere Atemwegsobstruktion
  • Langzeit-Sauerstofftherapie
  • Atemnot in Ruhe
  • Symptomatische Herzinsuffizienz
  • BMI <21 kg/m2
  • Notfalleinweisung(en)

Stationäre und ambulante Versorgung

Die meisten Menschen wünschen sich, in den eigenen vier Wänden und im Kreise derer, die ihnen nahestehen, zu sterben. Allerdings sollte vorher mit allen Beteiligten abgeklärt werden, ob dies möglich und für sie vorstellbar ist. Ist dies der Fall, können ambulante Pflegedienste die notwendige medizinische Begleitung übernehmen. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist eine spezielle Form der ambulanten medizinischen Palliativversorgung. Sie wird von Ärzten verordnet und ist eine Krankenkassenleistung. Nicht immer ist die Pflege in den eigenen vier Wänden möglich und nicht jeder Betroffene möchte daheim von seinen Angehörigen gepflegt werden. Eine stationäre Betreuung entlastet die Angehörigen, sodass diese mehr Zeit für den Schwerkranken haben. Die stationäre Betreuung kann in einer Palliativstation eines Krankenhauses, in einem Hospiz oder in einem Pflegeheim durchgeführt werden.

Quelle: COPD und Asthma 3/2016

24.10.16

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