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Pflege bei COPD

Eine Pflegebedürftigkeit kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Pflegebedürftig sind nach dem Pflegegesetz Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung im Bereich Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftlicher Versorgung für mindestens sechs Monate in erheblichem oder höherem Maße Hilfe bedürfen. Geregelt wird dies im §14 Absatz 1 Sozialgesetzbuch XI.

Kann ein COPD-Patient Tätigkeiten, die er früher allein und ohne Probleme durchführen konnte, nicht mehr ohne fremde Hilfe ausführen, ist es sinnvoll, eine Pflegestufe zu beantragen. Beispiele hierfür sind:

  • Kann der Betroffene sich noch selbstständig an- und ausziehen oder benötigt er Hilfe?
  • Zähneputzen, Waschen, Duschen. Ist das noch ohne fremde Hilfe machbar?
  • Kann der Betroffene sich sein Essen allein zubereiten?
  • Kann er ohne fremde Hilfe essen? Muss das Essen vorher zerkleinert werden? Wie sieht es mit dem Trinken aus? Muss dies bereitgestellt werden?
  • Wie sieht es mit der Mobilität aus? Kann der Patient alleine einkaufen oder zum Arzt gehen? Kann er ohne Hilfe innerhalb der Wohnung herumgehen?
  • Kann der Betroffene noch selbstständig die Wohnung putzen, Wäsche waschen, abspülen?

Welche Pflegestufen gibt es?

Die Zuordnung in eine der Pflegestufen der gesetzlichen Pflegeversicherung bestimmt den Umfang der Leistungen durch die Pflegekasse.

  • Pflegestufe 0 (eingeschränkte Alltagskompetenz)
    COPD-Patienten, die die Voraussetzung für die Pflegestufe 1 nicht erfüllen, aber die in ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt sind, haben einen Anspruch auf Zuschüsse zu zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Diese Leistungen dürfen nur für Ausgaben, die zur Betreuung (Gespräche, Spaziergänge) oder Entlastung der Angehörigen (Haushaltshilfen Arzt- und Behördenbegleitung) gemacht wurden, verwendet werden.
  • Pflegestufe 1 (erhebliche Pflegebedürftigkeit)
    Der COPD-Patient muss mindestens einmal am Tag bei mindestens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität Hilfe benötigen. Zusätzlich muss mehrmals in der Woche ein Hilfebedarf bei der hauswirtschaftlichen Versorgung vorliegen. Insgesamt muss der Patient durchschnittlich auf mindestens 90 Minuten Unterstützung angewiesen sein, wobei mehr als 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen müssen. Diese Pflegestufe enthält nur eine ambulante Pflege.
  • Pflegestufe 2 (Schwerpflegebedürftigkeit)
    Um diese Pflegestufe zu erhalten, muss der Betroffene mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität Hilfe benötigen. Zusätzlich muss mehrmals in der Woche ein Hilfebedarf bei der hauswirtschaftlichen Versorgung vorliegen. Der Betroffene ist durchschnittlich auf mindestens drei Stunden in der Woche auf Hilfe angewiesen, von denen mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege entfallen müssen.
  • Pflegestufe 3 (Schwerstpflegebedürftigkeit)
    Der Patient benötigt rund um die Uhr (auch nachts) bei der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität Hilfe. Im Durchschnitt muss ein Hilfebedarf von mindestens fünf Stunden pro Woche vorliegen, wovon mindestens vier Stunden auf die Grundversorgung entfallen müssen.

Wo und wie beantragt man eine Pflegestufe?

Voraussetzung, um überhaupt Pflegeleistungen beanspruchen zu können, ist, dass der Betroffene in den letzten zehn Jahren vor der Antragsstellung mindestens zwei Jahre in die Pflegekasse eingezahlt hat oder dass er familienversichert war. Der Antrag für eine Pflegestufe muss bei der Pflegekasse von demjenigen, der die Pflege in Anspruch nehmen möchte, selbst gestellt werden. Jedoch können auch Familienangehörige, Nachbarn oder guten Bekannte den Pflegeanspruch beantragen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine Vollmacht. Die Pflegekasse beauftragt anschließend den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung oder andere unabhängig Gutachter, die feststellen sollen, ob der Patient überhaupt pflegebedürftig ist und welche Pflegestufe in Frage kommt.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Für Betroffene stehen folgende Einrichtungen zur Verfügung:

  • Ambulante Pflegedienste unterstützen die Betroffenen in ihren eigenen vier Wänden. Sie übernehmen die Grundpflege wie Körperpflege, Ernährung und Mobilisation, die hauswirtschaftliche Versorgung wie Einkaufen und Kochen sowie die häusliche Pflege wie Medikamentengabe und Verbandswechsel.
  • Neue Wohnformen wie Pflege-Wohngemeinschaften: von der Pflegeversicherung werden sog. Pflege-WG’s gefördert, die es den Betroffenen ermöglichen sollen, möglichst lange alleine in häuslicher Umgebung zu wohnen, ohne jedoch allein gestellt zu sein.
  • Einzelpflegekräfte sind selbstständige Pflegekräfte
  • Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege, auch als teilstationäre Versorgung bezeichnet
  • Vollstationäre Pflegeeinrichtungen

Für welche sie sich entscheiden, hängt zum einem von der Schwere der Pflegebedürftigkeit, zum anderen von den individuellen Lebensumständen ab.

Quelle: COPD und Asthma 2/2015

11.08.15

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