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Plattfuß

Plattfuß – was ist das?

Als Plattfuß wird umgangssprachlich eine spezielle Fehlstellung des Fußes bezeichnet. Unter Fachleuten heißt diese Deformation Pes planus. Dieser Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „flacher Fuß“.

Der menschliche Fuß ist äußerst komplex aufgebaut. 26 Knochen verschiedenster Größe und Form werden durch 33 Gelenke miteinander verbunden und von über 100 Bändern zusammengehalten. 20 verschiedene Muskeln mit ihren kräftigen Sehnen ermöglichen Bewegung. Im Normalfall ist der Fuß, von der Seite gesehen, leicht nach oben gewölbt. Während Ferse und Fußballen auf der Erde aufliegen und das Körpergewicht tragen, hat die dazwischen liegende Fußsohle nur am äußeren Fußrand Bodenkontakt.

Bei einem Plattfuß ist diese Längswölbung nicht mehr, oder nur äußerst geringfügig, vorhanden. Der Fuß liegt nahezu komplett auf dem Untergrund auf und ist „platt“. Gut zu erkennen ist dies am Fußabdruck: nahezu die gesamte Fußsohle zeichnet sich ab. Zugleich tritt oft ein Einknicken des Fußes nach innen auf (Valgusstellung des Fersenbeines), die Fußspitze zeigt vermehrt nach außen. Von hinten betrachtet, wird dadurch der äußere Fußrand zunehmend sichtbar. Aufgrund dessen wird für den Plattfuß häufig auch die Bezeichnung „Knick-Senkfuß“ verwendet. Der Plattfuß ist die extremste Form des Senkfußes. Bei Kindern ist ein Plattfuß oft harmlos, doch je älter die Patienten werden, umso extremer und belastender können Ursache und Auswirkungen der Fehlstellung sein.

Plattfuß – angeboren oder erworben

Es gibt verschiedene Formen der allgemein als Plattfuß bezeichneten Fehlstellung. Diese sind oft angeboren, können aber auch erst im Laufe des Lebens erworben werden. Während der Plattfuß bei Kindern meist keine schwerwiegenden Ursachen hat und ohne operative Maßnahmen behandelt werden kann, müssen ältere Patienten im Regelfall operiert werden, um von ihren Beschwerden befreit zu werden.

Übergangsstadium Plattfuß

Im Kindesalter läuft jeder Mensch einige Zeit auf Plattfüßen durch sein Leben, denn der Plattfuß ist ein normales Entwicklungsstadium des kindlichen Wachstums. Unter der Fußsohle bildet sich ein Fettpolster, welches den Eindruck eines Plattfußes erweckt, obwohl die Knochen keinerlei Fehlstellung aufweisen. Dieses Polster schützt die sich im Fuß entwickelnden Knorpel vor Schädigungen durch Überlastung. Erst nach dem 4. Lebensjahr richtet sich der Fuß langsam auf, wodurch die leichte Längswölbung des gesunden Fußes entsteht und der scheinbare Plattfuß sich verwächst. So sind elterliche Sorgen in den meisten Fällen grundlos – der Plattfuß ihres Kindes ist normal und unbedenklich.

Zeigen Kinder auch nach einigen Jahren noch Anzeichen von Plattfüßen, handelt es sich jedoch nicht mehr um ein typisches Übergangsstadium der Fußanatomie. Die in diesen Fällen auftretende Fehlstellung der Fußknochen wird meist durch eine Bindegewebsschwäche hervorgerufen. Der Plattfuß des Kindes ist ernst zu nehmen und sollte medizinisch versorgt werden.

Sehr extreme Formen vom Plattfuß können angeboren sein. Schon im Säuglingsalter können Fehlstellungen des Knochens erkannt und behandelt werden.

Verschiedene Formen vom kindlichen Plattfuß

Grundsätzlich wird in der Fachsprache zwischen vier verschiedenen Formen vom bei Kindern auftretenden Plattfuß unterschieden. Unter dem Begriff physiologischer Knick-Senkfuß ist der während des Wachstums natürlich auftretende Plattfuß zu verstehen, welcher sich mit der Zeit im Regelfall von allein aufhebt.

Hat ein Kind auch im Schulalter noch einen Plattfuß, leidet es oft an der als flexibler Plattfuß bezeichneten Fehlstellung. Steht das Kind auf den Zehenspitzen zeigt der Fuß die normale Längswölbung eines gesunden Fußes, während die Fußsohle im Stand auf dem Boden aufliegt.

Der kontrakte Plattfuß ist meist angeboren, allerdings kann auch Dauerbelastung zur Entwicklung dieser Deformation führen. Beim kontrakten Plattfuß handelt es sich um eine Verschmelzung benachbarter Knochen des Fußes. Diese Knochenverschmelzung wird als Coalitio oder Brückenbildung bezeichnet. Meistens zeigen Kinder im Alter von 8-12 Jahren typische Symptome wie belastungsabhängige Schmerzen.

Eine weitere Form vom Plattfuß ist der kongenitale Plattfuß, auch Schaukelfuß oder Tintenlöscherfuß (Talcus verticalis) genannt. Auch diese komplexe Fehlstellung des Fußes ist meist angeboren. Während die anderen Ausprägungen vom Plattfuß unter Umständen konservativ (ohne operativen Eingriff) behandelt werden können, muss diese Fehlstellung grundsätzlich mithilfe operativer Möglichkeiten korrigiert werden. Ein typisches Anzeichen des kongenitalen Plattfußes ist die steile Stellung des Sprungbeins. Die Fußsohle ist konvex gebogen, also nach unten abgerundet. Der Vorderfuß ist nach oben hin verlängert und abgespreizt.

Plattfuß im Alter

Der Plattfuß ist keine Fehlstellung, die nur Kinder betrifft. Altersbedingt kann es auch im mittleren bis späteren Lebensalter zur Deformation des Fußes kommen. Menschen ab dem 50. Lebensjahr zeigen nicht selten Symptome der Tibialis-posterior-Dysfunktion. Durch Degeneration der Sehnen im Fußbereich sackt das Fußgewölbe ab.

Wie kann ich einen Plattfuß verhindern?

Da der Plattfuß in verschiedenen Formen angeboren sein kann, ist es nicht grundsätzlich möglich, diese Fußfehlstellung zu verhindern. Dennoch gibt es gewisse präventive Maßnahmen, welche leichtere Formen der Deformation unter Umständen mildern und abwenden können. Von Fachleuten wird empfohlen, so viel wie möglich barfuß zu gehen. Vor allem auf Naturuntergrund stellt dies das ideale Training für den Fuß dar. Auch spielerische Fußgymnastik ist ein guter Weg zur Kräftigung der Fußmuskeln. Schuhe sollten immer bequem sein und den Fuß nicht einengen.

Nicht zuletzt spielt auch das Gewicht eine wichtige Rolle in Sachen Fußgesundheit. Bei starkem Übergewicht müssen die Füße zu viel Last tragen und sind schnell überlastet, eine optimale Entwicklung ist nicht mehr gewährleistet. Fußdeformationen wie der Plattfuß können die Folge sein.

Franziska Köhler

14.08.12

Plattfuß
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