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Pneumologie: Neue Ansätze in Diagnostik und Therapie

Die Spirometrie ist eine verbreitete diagnostische Methode zur Prüfung der Lungenfunktion. Gegenstand heftiger Debatten des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Bremen waren die auf internationaler Ebene entwickelten neuen Referenzwertempfehlungen. Es stellt sich die Frage, ob die empfohlenen Referenzwerte in neuen Leitlinien berücksichtigt werden sollen.

Die Spirometrie ist eine im Vergleich zur Bodyplethysmografie in der pneumologischen Facharztpraxis weitverbreitete diagnostische Methode zur Prüfung der Lungenfunktion. Die spirometrisch gewonnen Parameter Vitalkapazität (VC) und die Sekundenkapazität (FEV1) werden zur Beurteilung des Schweregrades einer Lungenerkrankung herangezogen und bestimmen die medikamentöse Therapie mit. Eine Ende 2012 von einer Arbeitsgruppe der European Respiratory Society (ERS) veröffentlichte integrative Auswertung vorhandener Studien mit über 97.000 Spirometrien führte auf internationaler Ebene zu neuen Referenzwertempfehlungen. Ob die empfohlenen Referenzwerte in neuen Leitlinien berücksichtigt werden sollen, ist Gegenstand heftiger Debatten des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, so Prof. C.P Criée, Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga.

Bisher gängige Praxis war es, einen Lungenfunktionswert dann als pathologisch anzusehen, wenn er weniger als 80 % des Sollwertes beträgt. Dieses Vorgehen berücksichtigt aber nicht die altersabhängige Variabilität der Lungenfunktionsparameter und kann bei älteren Patienten zu falsch positiven Ergebnissen führen. Abhilfe könnte hier der sog. „Z-Score“ schaffen, der die Grenze zwischen „normal“ und „pathologisch“ alters- und geschlechtsunabhängig angibt. Demzufolge ist die Definition der COPD nach den GOLD-Leitlinien pathophysiologisch falsch, da sie die Altersabhängigkeit nicht berücksichtigt und damit zu einer Überschätzung der COPD-Diagnosen in der älteren Bevölkerung führt. Deshalb steht derzeit zur Diskussion, ob die lungenfunktionellen GOLD-Kriterien in die neue Fassung der COPD-Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga übernommen werden sollen, so Prof. Criée.

Quelle: Allergikus 02/2014

29.09.14

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