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Pollenallergie und Neurodermitis

Bei 40 bis 60 % der Menschen, die von Neurodermitis betroffen sind, entwickelt sich im Laufe des Lebens zusätzlich eine Allergie, so der Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland – häufig eine Pollenallergie. Auch können Pollen oder Hausstaubmilben u. U. einen Neurodermitisschub auslösen. Der Pollenflug im Frühjahr kann laut Studien der Technischen Universität München Neurodermitis auslösen oder verstärken.

Menschen, die zugleich von Neurodermitis und einer Pollenallergie betroffen sind, und solche, bei denen Pollen Neurodermitis verstärken können, sind in ihrem Leben noch stärker eingeschränkt als Menschen mit nur einer der beiden Erkrankungen. So ist vor allem die Gesichtshaut von Menschen mit Pollenallergie und Neurodermitis im Frühjahr besonders gereizt. Tränende Augen und Heuschnupfen beeinträchtigen den Hautzustand zusätzlich. Hinzukommt, dass der zusätzliche Stress, den die Pollenallergie hervorruft, die Neurodermitis verstärken kann.

Hilfe für Betroffene

Für Neurodermitiker, die von einer Pollenallergie betroffen sind, kann es daher u. U. sinnvoll sein, eine Hyposensibilisierung durchzuführen. Hyposensibilisierung bedeutet, durch die langsame Gewöhnung an das Allergen die Überempfindlichkeit allmählich abzubauen und dadurch die allergische Reaktion zu reduzieren. Eine solche Hyposensibilisierung muss vor der Pollenflugzeit unter ärztlicher Aufsicht über einen Zeitraum von mehreren Wochen durchgeführt werden.

Kommt eine Hyposensibilisierung nicht infrage, muss – wie bei allen Allergien – das Allergen möglichst gemieden werden. Das bedeutet zur Pollenflugzeit beispielsweise, sich selten im Freien aufzuhalten sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten, um die Pollen weitgehend auszusperren. Sind die Beschwerden zu stark und beeinträchtigen die Neurodermitis sehr, kann ein Antihistaminikum die Symptome abschwächen. Gleichzeitig lindert die Einnahme eines Antihistaminikums auch den Juckreiz bei Neurodermitis.

Da die Pollen auch Hautbeschwerden auslösen können, sollte man versuchen, den direkten Hautkontakt mit Pollen zu meiden. Das bedeutet z. B., im Freien getragene Kleidung zu Hause rasch gegen frische Kleidung zu wechseln. Vor dem Kleidungswechsel sollte man sich allerdings abduschen, damit auch wirklich ein Großteil der Pollen vom Körper verschwindet.

Sollten die Beschwerden überhandnehmen, bestünde ggf. die Möglichkeit, in eine Region mit geringerer Allergenbelastung der Luft zu ziehen. Für Menschen, die gleichzeitig unter Pollenallergie und Neurodermitis leiden, bietet sich da vor allem die See an.

Hautpflege weiterhin unabdingbar

Lösen Pollen Neurodermitisschübe aus oder verstärken sie, müssen die Betroffenen besonders gut auf ihre Hautpflege achten. Denn je trockener die Haut wird, umso stärker juckt sie. Deshalb ist es wichtig, die Basistherapie mit rückfettenden Cremes oder Lotionen konsequent durchzuhalten. Falls die Ekzeme stark entzündet sind, kommen auch andere – z. B. kortisonhaltige – Cremes zum Auftragen auf die betroffenen Hautstellen in Betracht.

Quelle: Allergikus 1/2015

13.07.15

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