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Therapie von Prostatakrebs

Die kurative (heilende) Therapie bei Prostatakrebs besteht darin, den Tumor und mögliche Geschwülste zu entfernen oder zu vernichten. U. U. bedarf nicht jeder Prostatakrebs einer Therapie. Ob und wie Prostatakrebs behandelt wird, hängt vom individuellen Fall, z. B. von einem niedrigen PSA-Wert und einem nicht auffälligen Tastbefund ab. Auch das Alter des Patienten ist von Bedeutung. So empfiehlt die aktuelle Leitlinie zum Prostatakrebs, dass Tumoren, die der geringen Risikogruppe angehören, überwacht werden und erst dann therapiert werden sollten, wenn sie weiterhin wachsen. Wichtig hierbei ist, dass keine Beschwerden durch den Prostatakrebs vorhanden sind und keine schnelle Verschlechterung gegeben ist.

Behandlung von Prostatakrebs im Frühstadium

Neben der Prostatektomie (Entfernung der Prostata) haben sich besonders im Anfangsstadium und bei auf das Organ Prostata begrenzte Tumoren noch weitere Therapien etabliert. Das ist zum einen die Strahlentherapie bei Prostatakrebs, bei der es die Bestrahlung von außen oder die direkte Bestrahlung der Prostata unter Zuhilfenahme von in das Organ eingeführten Strahlungsquellen (sog. Seeds oder Hohlnadeln im Rahmen der Brachytherapie) gibt. Eine weitere Möglichkeit ist das aktive Beobachten des Prostatakrebs unter ärztlicher Aufsicht, um im Bedarfsfall eingreifen zu können. Wenn das Wachstum des Karzinoms langsam voranschreitet, kann über verschiedene Behandlungsmethoden informiert werden.

Operation

Bei der operativen Prostataentfernung (radikale oder totale Prostatektomie) gibt es drei mögliche Zugangswege: durch die Bauchspiegelung (endoskopisches Verfahren), über einen Unterbauchschnitt oder über einen Dammschnitt.

Die Operation dient dazu, den Krebs vollständig zu entfernen. Die Heilungschancen sind laut Deutscher Krebsgesellschaft (DKG) gut, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann. Bei fortgeschritteneren Tumoren sind die Heilungschancen entsprechend geringer, wenn nicht der gesamte Tumor bzw. alle Krebszellen entfernt werden können. Eine solche Operation beinhaltet sowohl die Entfernung der Prostata selbst als auch der Samenblasen (sog. radikale Prostatektomie). Manchmal werden auch umliegende Lymphknoten im Beckenbereich herausoperiert.

Durch eine radikale Prostatektomie kann es zu unerwünschten Folgen wie z. B. Harninkontinenz oder Impotenz kommen, mitunter auch nur vorübergehend. Eine Impotenz kommt vorübergehend und in geringer Ausprägung bei bis zu 50 % der Patienten vor, eine bleibende Harninkontinenz kommt bei 5–10 % der Patienten vor. Der Verlust der Erektionsfähigkeit kann, so die DKG, je nach Ausbreitung des Tumors und der Erfahrung des operierenden Arztes bei bis zu 80 % der Patienten Folge der Operation sein.

Bestrahlung von außen

Die Strahlentherapie von außen, auch perkutane Therapie genannt, da sie durch die Haut ihre Wirkung entfalten soll, soll die Tumorzellen an der Prostata gezielt zerstören. Hierbei wird laut DKG ein genaues Bild der Prostata mittels Computertomografie (CT) erstellt und die Strahlen treffen den Tumor von mehreren Seiten. An der Stelle, wo sich die verschiedenen Strahlenrichtungen treffen, ist die größte Wirkung zu erwarten, wodurch das umliegende Gewebe i. d. R. weniger in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine Strahlentherapie dauert meist einige Wochen. Man unterscheidet die konventionelle Strahlentherapie und die 3D-Strahlentherapie bei Prostatakrebs.

Brachytherapie

Die Brachytherapie ist eine andere Art der Strahlentherapie, bei der kleine radioaktive Partikel in die Prostata eingesetzt werden. Diese Strahlentherapie erfolgt von innen. Die Strahlenquellen können je nach Verfahren kurzfristig oder dauerhaft in der Prostata verbleiben, so die DKG. Bei ersterer Form der Brachytherapie, dem sog. Afterloading, wird die Strahlenquelle mittels einer Hohlnadel kurzfristig in die Prostata eingesetzt. An Ort und Stelle werden dann hohe Strahlenmengen zielgerichtet abgegeben, so die DKG, und umliegendes Gewebe geschont. Die zweite Möglichkeit ist das Implantieren von sog. Seeds, die dauerhaft in der Prostata verbleiben. Diese Seeds sind kleinste Strahlungsquellen und geben eine kurze Strahlung ab, die die Krebszellen von innen zerstören soll.

Aktive Überwachung

Bei der aktiven Überwachung wird ein unauffälliger Tumor erst einmal nicht behandelt, der Patient aber engmasching überwacht und beobachtet, damit man noch eingreifen kann, sollte sich der Zustand ändern. Alle drei Monate erfolgt eine digital-rektale Untersuchung, zudem wird regelmäßig der PSA-Wert gemessen, so die DKG. Sollte die Erkrankung fortschreiten, wird häufig operiert, alternativ kommt eine Strahlentherapie infrage.

Weitere Therapien bei Prostatakrebs

Die Hormontherapie bei Prostatakrebs, die auf der These beruht, dass das Prostatakarzinom in Abhängigkeit zum Testosteron steht, wird vornehmlich bei bereits metastasierendem Prostatakrebs eingesetzt, dient dann zur palliativen Therapie oder kommt als Ergänzung zu anderen Therapieformen zum Einsatz. Es gibt unterschiedliche Formen dieser Therapie. Generell soll die Hormontherapie die Bildung des Testosterons hemmen oder dessen Wirkung abschwächen. Laut Leitlinie wird eine Hormonentzugstherapie nicht empfohlen, da es keinen nachweisbaren Vorteil gebe.

Die Chemotherapie wird u. a. bei metastasierendem Prostatakrebs eingesetzt. Nebenwirkungen hierbei können Erbrechen und Haarausfall sein. Ihr Ziel ist es dann, Beschwerden zu lindern.

Experimentelle Therapien bei Prostatakrebs

Noch in der Erprobungsphase befindet sich die photodynamische Therapie (PDT) – einer Kombination aus Licht und dem Gewebe zugeführtem Photosensibilisator, der sich im Tumorgewebe ansiedelt und durch den zugeführten Lichteinfluss das Tumorgewebe schädigt. Ein ebenfalls neuer und in Deutschland noch nicht zugelassener Therapieansatz bei Prostatakrebs ist die Krebsimmuntherapie, die in ersten Versuchen lebensverlängernde Auswirkungen hat. Diese Anwendung sollte zzt. nur im Rahmen von Studien erfolgen.

Neben Operation und Strahlentherapie sind noch weitere Therapien im Rahmen einer Prostatakrebs-Erkrankung denkbar. Bei örtlich begrenzten Karzinomen, also solchen, die noch keine Metastasen gebildet haben, kann der hochintensive fokussierte Ultraschall zum Einsatz kommen und verspricht gute Erfolgsaussichten bei Prostatakrebs. Hierzu wird die Prostata mit Ultraschallwellen beschossen, was zu einer Erhitzung und Zerstörung des Karzinoms führt. Diese Anwendung sollte zzt. nur im Rahmen von Studien erfolgen.

Prognose bei Prostatakrebs

Die Prognose bei Prostatakrebs ist relativ gut. Handelt es sich bei der Manifestation um ein lokalisiertes Stadium, also nur auf die Prostata beschränkt und ohne Metastasenbildung, ist kaum mit einer signifikanten Verkürzung der Lebenszeit zu rechnen. Meist manifestiert sich der Prostatakrebs erst in fortgeschrittenem Lebensalter und tritt dann als Begleiterkrankung zu anderen Erkrankungen auf. Die Mortalitätsrate muss außerdem in den Zusammenhang zur hohen Krankheitshäufigkeit in hohem Alter gesetzt werden. Die „Fünfjahresüberlebenszeit“ liegt bei lokal begrenztem Prostatakrebs relativ hoch, bei gestreuten Tumoren verringert sie sich jedoch erheblich.

Zur Ermittlung einer genaueren Prognose kann die Partin-Tabelle aus dem anglo-amerikanischen Raum Aufschluss geben, bei der die PSA-Werte zusammen mit dem Gleason-Score, für den eine Biopsieprobe der Prostata mikroskopisch betrachtet wird, und dem T-Stadium (die Eindringtiefe des Tumors) ins Verhältnis gesetzt werden. Wesentlich schlechtere Prognosen bei Prostatakrebs bestehen bei den eher seltenen neuroendokrinen, kleinzelligen Karzinomen der Prostata. Hier beläuft sich die durchschnittliche Überlebenszeit auf etwa ein Jahr.

Vorbeugung bei Prostatakrebs

Neben der Früherkennungsuntersuchung raten die aktuellen Leitlinien zum Prostatakrebs zu einer gesunden Lebensführung. Hierbei zielen die Empfehlungen nicht nur auf die Krebsprävention ab, sondern auch auf die Prävention anderer Erkrankungen, wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zum einen sollte ein gesundes Gewicht angestrebt werden, die körperliche Aktivität gesteigert und eine gesunde, pflanzenreiche Ernährung bevorzugt werden, zum anderen sollten z. B. Alkohol und Zigaretten reduziert werden.

Judith Schomaker

16.02.17

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