- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Krebs - Prostatakrebs - Prostatakarzinom

Prostatakarzinom

Synonyme: Prostatakrebs, Prostata-Ca., Prostatacarcinom

Definition: Das Prostatakarzinom ist ein maligner Tumor, der in der Prostatadrüse wächst.

Überblick, Ursache und Risikofaktoren

Die Ursache des Prostatakarzinoms ist unbekannt, obwohl einige Studien ein erhöhtes Karzinomrisiko bei hohem Testosteronspiegel und fettreicher Ernährung gezeigt haben. Wenn der Testosteronspiegel durch eine Operation (Kastration, Orchiektomie = Entfernung der Hoden) oder durch Medikamente reduziert ist, kann sich das Prostatakarzinom zurückbilden. Bei der benignen Prostatahyperplasie gibt es diesbezüglich keinen Zusammenhang.

Das Prostatakarzinom ist die dritthäufigste Todesursache bei Männern. Das Prostatakarzinom findet sich selten bei Männern unter 40 Jahren.

Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko liegt bei Männern über 60 Jahren, bei Bauern, Chemiearbeitern (Reifenindustrie), Malern und Männer mit häufiger Cadmiumexposition vor. Die niedrigsten Krankheitsfälle treten bei Japanern und Vegetariern auf.

Das Prostatakarzinom wird nach der Aggressivität des Wachstums und dem Grad der Ausbreitung klassifiziert. Es gibt verschiedene Arten der Klassifizierung (Staging), eines ist das TNM-System:

T1 weder tast- noch sichtbar (Zufallsbefund)

T1a Tumoranteile < 5% des resezierten Gewebes

T1b Tumoranteile > 5% des resezierten Gewebes

T1c Tumordiagnose durch Nadelbiopsie (ein oder beide Lappen)

T2 Tumor begrenzt auf die Prostata

T2a ein Lappen betroffen

T2b beide Lappen betroffen

T3 Tumordurchbruch durch die Prostatakapsel

T3a uni- oder bilateral

T3b Einbruch in die Samenblase

T4 Tumorinfiltration in andere Nachbarstrukturen als Samenblase: Blasenhals, Sphinkter externus, Rektum, in Levatormuskel, Beckenrand

N1 regionäre Lk.-Metastasen

M1a nicht regionäre Lk.-Metastasen

M1b Knochenmetastasen

M1c andere Organmetastasen

Symptome

Seit der Möglichkeit der Messung des PSA-Wertes können Prostatakarzinome vor auftreten von Symptomen entdeckt werden. Es muss betont werden, dass die unten stehenden Symptome Hinweise auf ein möglicherweise vorhandenes Prostatakarzinom geben können, jedoch meist mit anderen Erkrankungen verbunden sind:

  • erschwertes Wasserlassen (verzögerter Beginn des Urinstrahls, Tröpfeln nach dem Wasserlassen)
  • Harnverhaltung
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Rückenschmerzen

Andere Symptome, die mit dem Prostatakarzinom assoziiert sein können, sind:

  • häufiges nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • Inkontinenz
  • Knochenschmerzen
  • Blut im Urin (Hämaturie)
  • Bauchschmerzen
  • Blutarmut (Anämie)
  • Gewichtsverlust
  • allgemeine Schwäche

Prävention

Präventive Maßnahmen sind beim Prostatakarzinom nicht bekannt. Vegetarisches Essen oder fettarme Diät können das Risiko eines Prostatakarzinoms wahrscheinlich mindern. Eine frühzeitige Entdeckung des Karzinoms ist bei Männern über 40 Jahren durch eine jährliche Untersuchung mittels digitaler rektaler Untersuchung und der Messung des PSA-Wertes (prostata specific antigen) möglich.

Es wird derzeit debattiert, ob die Untersuchung des PSA-Wertes immer sinnvoll ist. Insbesondere bedeutet ein erhöhter PSA-Wert nicht immer, dass der Patient ein Prostatakarzinom hat. Andererseits ist die frühzeitige Entdeckung des Krebses von Vorteil.

Diagnose

Die rektale Untersuchung zeigt oft eine vergrößerte Prostata mit harter und unregelmäßiger Oberfläche.

Untersuchungen:

  • PSA (Prostata specific antigen) kann bei Prostatakarzinom erhöht sein. Jedoch kann auch eine benigne Prostatahyperplasie mit erhöhtem PSA-Wert einhergehen. Dieser wird mittels Bluttest bestimmt.
  • Mittels Urinanalyse kann Blut im Urin nachgewiesen werden.
  • Die Untersuchung von Zellen (Cytologie) im Urin oder im Prostatasekret kann atypische Zellen zeigen.
  • Eine Prostatabiopsie bestätigt die Diagnose.
  • Zum Ausschluss von Metastasen kann ein MRT (Magnetresonanztomogramm) durchgeführt werden.
  • Die Knochenszintigraphie kann Knochenmetastasen ausschließen.
  • Ein Röntgen der Lunge sollte zum Ausschluss von Lungenmetastasen durchgeführt werden.

Therapie

Die geeignete Behandlung des Prostatakarzinoms hängt vom Stadium des Tumors ab. Im frühen Stadium kann mittels chirurgischer Entfernung der Prostata (Prostatektomie) und Bestrahlung der Tumor zerstört werden. Metastasen können mittels hormoneller Umstellung (Reduzierung des Testosteronspiegels mit Medikamenten oder durch Entfernung der Hoden) und/oder Chemotherapie behandelt werden.

Die chirurgische Behandlung sollte nur nach gründlicher Auswertung der Befunde und Diskussion über andere Therapieoptionen durchgeführt werden. Ein Patient der sich einer chirurgischen Therapie unterzieht, sollte über den zu erwartenden Erfolg und die Risiken in Kenntnis gesetzt sein.

  • Die Entfernung der Prostatadrüse (radikale Prostatektomie) wird meist im lokalisierten Stadium A und B des Prostatakarzinoms durchgeführt. Dies ist eine langer Eingriff unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie. Der Schnitt wird am Bauch oder der Perinealregion geführt. Der Krankenhausaufenthalt dauert meist 5-7 Tage. Mögliche Komplikationen sind Impotenz und Inkontinenz, wobei Nerven schonende Operationstechniken das Risiko dieser Komplikationen mindern kann. Dieser Eingriff sollte von einem Urologen mit ausreichender Erfahrung auf dem Gebiet der Prostatachirurgie durchgeführt werden.
  • Die Entfernung der Hoden (Orchiektomie, Kastration) verändert die hormonelle Produktion und wird beim metastasierten Prostatakarzinom empfohlen. Nach dem chirurgischen Eingriff kann es zu Schwellungen kommen, die sich jedoch allmählich zurückbilden. Der Verlust des Testosterons (Hormon) kann zu Störungen der Sexualfunktion, Osteoporose und Verlust von Muskelmasse führen.

Die Bestrahlung wird primär zur Behandlung des Prostatakarzinoms im Stadium A, B oder C eingesetzt. Umstritten ist, ob die Bestrahlung so erfolgreich wie die chirurgische Entfernung ist. Die Entscheidung für die Methode kann manchmal schwierig sein, wobei bei Patienten mit hohem Operations- oder Narkoserisiko die Bestrahlung eine bessere Alternative sein kann. Diese kann auf verschiedenen Weise erfolgen:

  • Die externe Bestrahlung wird in einem onkologischen Radiologiezentrum von ausgebildeten Strahlentherapeuten durchgeführt. Vor der Bestrahlung wird die Bestrahlungsregion mit einem speziellen Stift markiert. Das Bestrahlungs-gerät sieht einem normalen Röntgengerät ähnlich. Die Behandlung selbst ist schmerzlos. Es können jedoch bei der Bestrahlungstherapie Nebenwirkungen wie Appetitverlust, Müdigkeit, Hautreaktionen wie Rötung, Durchfall, Cystitis (Entzündung der Harnblase) und Auftreten von Blut im Urin auftreten. Die Bestrahlung wird in der Regel an fünf Tagen in der Woche für 6 bis 8 Wochen durchgeführt. * Eine andere Methode ist die direkte Implantation von radioaktivem Material in das Prostatagewebe über einen kleinen Schnitt. Der Vorteil ist die direkte Bestrahlung der Prostata mit weniger Schädigung des umgebenen Gewebes.

Was eine medikamentöse Therapie betrifft, bewirkt die hormonelle Behandlung eine Erniedrigung des Testosteronspiegels. Da Prostatatumoren testosteronabhängig sind, kann eine Reduzierung des Testosteronspiegels ein weiteres Wachstum oder eine Metastasierung verhindern. Die Hormonumstellung kann durch chirurgische Entfernung der Hoden oder durch Medikamente erfolgen. Diese Behandlung dient weniger der vollständigen Heilung, sondern vor allem zur Reduzierung der Symptome und Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Tumors, wie z. B. bei Patienten mit metastasierendem Prostatakarzinom.

Gewisse Medikamente imitieren die Funktion des LHRH (luteinizing hormone releasing hormone) und werden zunehmend bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom eingesetzt. Diese Medikamente unterdrücken die Testosteronproduktion. Diese Behandlung wird häufig auch “chemische Kastration” genannt, da der Effekt der gleiche wie nach chirurgischer Entfernung ist, jedoch ist dieser bei der medikamentösen Behandlung reversibel. Die Medikamente müssen über eine Injektion gegeben werden, üblicherweise alle drei Monate. Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Hitzewallungen, Anämie, Schwächege-fühl, Osteoporose, Libidoverlust und Impotenz.

Andere Medikamente der Hormontherapie sind Substanzen, die Testosteron von den Testosteronrezeptoren verdrängen. Mögliche Nebenwirkungen sind Impotenz, Libidoverlust, Leberschädigung, Durchfall und Vergrößerung der Brustdrüsen.

Die Chemotherapie wird häufig zur Behandlung des Prostatakarzinoms eingesetzt, wenn dieses auf die Hormontherapie nicht anspricht. Der Onkologe wird normalerweise ein Chemotherapeutikum oder eine Kombination dessen verwenden um die Tumorzellen zu zerstören. Medikamente zur Behandlung des Prostatakarzinoms sind unter anderem: Mitoxantron, Prednisolon, Paclitaxel, Docetaxel, Estramustin, Adriamycin. Viele Patienten erhalten ihre Chemotherapie nach einer Initialdosis ambulant. Mögliche Nebenwirkungen sind zahlreich und sind abhängig von der Art des Chemotherapeutikums.

Chirurgische Behandlung, Bestrahlung und die hormonelle Therapie können vorübergehend oder ständig die Libido beeinflussen. Diese Problematik muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, sexuelle Probleme beim Prostatakarzinom zu behandeln.

Es werden je nach Art der Behandlung und Stadium des Prostatakarzinoms engmaschige Kontrolluntersuchungen durchgeführt. Diese Kontrolluntersuchungen umfassen:

  • Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) aus dem Blut, meist alle drei Monate bis ein Jahr
  • Knochenszintigraphie oder -computertomogramm zum Ausschluss von Metastasen
  • komplettes Blutbild zum Ausschluss einer Anämie
  • Überwachung anderer Symptome, die ein Fortschreiten der Erkrankung anzeigen (z. B. Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Gewichtsverlust, zunehmende Schmerzen, Verschlechterung der Harnblasenfunktion)

Bei fortgeschrittenem Tumorleiden kann zusätzlich zu der konventionellen Therapie eine Immuntherapie in Betracht gezogen werden. Die Indikation für diese spitzenmedizinische, hoch technologisierte Therapie wird in der interdisziplinären Tumorsprechstunde gestellt.

Prognose

Die Lebenserwartung variiert sehr stark, vor allem weil diese Krebsart bei älteren Patienten häufig mit zusätzlichen Erkrankungen (z. B. Lungen- und Herzerkrankungen) einhergeht.

Komplikationen

Impotenz und/oder Inkontinenz nach Prostataoperation oder Bestrahlung.

Kontaktieren Sie einen Arzt, wenn

  • Sie älter als 50 Jahre sind und bei Ihnen noch nie eine rektale Untersuchung durchgeführt und ein PSA-Spiegel bestimmt wurde.
  • Sie älter als 50 Jahre sind und in der Familie Fälle von Prostatakrebs aufgetreten sind.

Quelle: www.meoclinic.de

14.02.07

Newsletter An-/Abmeldung

Code: KIVG

Schriftzug Anzeige